Konstanz Streit um Zuschüsse: Sport fordert gerechtere Verteilung der Gelder

Werden die Steuermittel in Konstanz gerecht verteilt? Manfred Sobisch und Harald Schuster vom Stadtsportverband haben da ihre Zweifel. Sie fordern, dass der Sport in Konstanz mehr Anerkennung bekommen muss – und bei der Zuschussverteilung künftig auch die Zuschauerzahlen eine Rolle spielen sollten. Damit reagieren sie auch auf Aussagen von Bürgermeister Andreas Osner, der die Kritik des Sports lange nicht richtig ernst genommen hat. Jetzt muss er sich einer Debatte stellen, die er eigentlich lieber unter dem Teppich halten wollte.

Die Debatte um die Zuschussverteilung in Konstanz geht in die nächste Runde. Im Interview mit dem SÜDKURIER fordern Manfred Sobisch und Harald Schuster vom Stadtsportverband (SSV) mehr finanzielle Unterstützung für den Sport. „Wir sind nicht neidisch auf die Kultur, Sport gehört zur Alltagskultur, wir gönnen jedem die Zuschüsse, die er bekommt. Wir nehmen uns aber das Recht raus, eine Debatte darüber anzustoßen, ob der Konstanzer Sport mit seinen 95 Vereinen und rund 30 000 Mitgliedern nicht auch eine bessere Finanzierung verdient hätte“, sagt Harald Schuster aus dem Vorstand des SSV.

Mehr Aufmerksamkeit für den Sport

Ihm geht es dabei allerdings nicht nur ums Geld. Oft mangele es auch an kleinen Dingen der Aufmerksamkeit und Wertschätzung: „Wenn hier schon mal eine Karate-Europameisterschaft stattfindet, wäre es gut, wenn sich da auch der Oberbürgermeister blicken lassen würde, um die Gäste zu begrüßen. Schön wäre es auch, wenn unbürokratisch bei der internationalen Bodenseewoche eine Sperrzeitverkürzung genehmigt würde“ nennt Schuster zwei Beispiele in denen es aus seiner Sicht besser laufen könnte.

Für Manfred Sobisch wäre es an der Zeit die Verteilung der Mittel aus dem Haushalt mal grundsätzlich zu überdenken: „Ich fände es gut, wenn die Zuschüsse sich künftig stärker an den Zuschauerzahlen orientieren würden. Das wäre aus meiner Sicht demokratischer und würde den Bürgerwillen besser abbilden“, so der Vorsitzende des SSV. Mit ihrer Kritik reagieren die beiden Sportfunktionäre auch auf ein Interview, das Bürgermeister Andreas Osner dem SÜDKURIER gegeben hatte.

Darin hatte Osner, der sowohl für Kultur als auch Sport zuständig ist, die bereits früher geäußerte Kritik aus Reihen des Stadtsportverbands als „Einzelmeinung“ abgetan. Diese Sichtweise stieß beim SSV auf Verwunderung: „Ganz ehrlich gesagt habe ich nicht verstanden, wie Herr Osner zu seinen Ansichten gelangte. Aus unserer Sicht ist die Debatte über die Verteilung der Steuergelder nicht nur legitim, sondern längst überfällig“, erklärte Sobisch.“

Jürgen Rössler weist Kritik zurück

In dem SÜDKURIER-Interview hatte Osner vor allem Jürgen Rössler, den früheren Referenten für Öffentlichkeitsarbeit des SSV, angegangen. Dieser spreche nicht für den Stadtsportverband hatte Osner angesprochen auf dessen zuvor geäußerte deutliche Kritik an der Zuschussverteilung behauptet. Das weisen Sobisch und Schuster zurück: „Wir stehen voll hinter den Aussagen von Jürgen Rössler“, so Sobisch. Auch Rössler selbst wehrte sich in einer Stellungnahme gegen die Aussagen von Osner: „Mir wird im Rahmen des Interviews unter anderem vorgeworfen, ich hätte eine „relativ krasse Sprache“ im Rahmen meiner Stellungnahme bei der Mitgliederversammlung des Stadtsportverbandes gewählt und Herr Osner erweckt zudem den Eindruck, die Kritik an der sehr einseitigen Bezuschussung bestimmter Kulturangebote auf Kosten anderer, für Bürger durchaus relevanter Bereiche sei eine Einzelmeinung. Zunächst einmal muss dazu gesagt werden, dass nicht die Sprache, sondern die Zahlen, die ich präsentierte, krass waren und sind. (…) Rechnet man die Zuschüsse auf die Besucherzahlen um, so bedeutet das, dass jeder Theaterbesuch mit 60 Euro, jeder Besuch eines Konzerts des Symphonieorchesters mit 45 Euro (hier ist das sechsstellige Defizit der letzten Jahre noch gar nicht eingerechnet) bezuschusst wird.

Für einen Jugendlichen, der mehrfach pro Woche im Rahmen eines Vereinsangebotes betreut wird, gibt es, wenn der Verein bestimmte Vorgaben erfüllt, ganze 18 Euro Zuschuss – pro Jahr!“

Verteilung der Mittel sorgt für Diskussionen

Jetzt bekommt Andreas Osner eine Debatte, die er eigentlich unbedingt vermeiden wollte. Gegenüber dem SÜDKURIER hatte er erklärt, dass niemand diese Debatte um die Mittelverteilung führen wolle. Wenn er sich da mal nicht getäuscht hat.

 

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