Das Blatt hat sich gewendet. "Endlich hatten wir einmal drei Tage schönes Wetter und nur einen Tag mit Regen. In den vergangenen Jahren war es immer umgekehrt", bilanziert Heinz-Josef Diestel, der gemeinsam mit Rainer Schmiederer im Schulterschluss mit weiteren Gastronomen und dem Musikverein Allmannsdorf das Staader Hafenfest ausrichtet. Die achte Auflage des viertägigen Freiluftfestreigens sei wieder friedlich und stimmungsvoll verlaufen. Worüber sich alle Standbetreiber freuen: "Es kommen vor allem Konstanzer. Wenn ich über den Platz gelaufen bin, war ich nur am Winken", schmunzelt Standbetreiber Joachim Gretzmeier. Worüber Stefanie Schneider staunt: "Es kommen viele Nachbarn. Und wir haben sehr viele Stammkunden, die uns fast täglich besuchten."

"Überschaubar und familiär", so beschreibt Besucher Sascha Reuter die Atmosphäre auf dem William-Graf-Platz. Zwei Mal kam er zum Hafenfest und stellt fest: "Hier trifft man die ganzen Konstanzer." Zu den treuen Stammgästen zählen auch Ingrid und Andreas Görwitz. "Wir wohnen in der Nachbarschaft und versuchen, jeden Tag herzukommen, denn es ein nettes, heimeliges Festle, wo die Geselligkeit gepflegt wird", sagt Ingrid Görwitz und lobt die "hiesigen" Gastronomen und den Musikverein Allmannsdorf, die ihr Bestes gäben.

"Echt cool", wertet Tino Schumann, der erstmals als Standbetreiber mit von der Partie war. Große Feste gebe es viele, aber gerade die kleinen Stadtteilfeste hätten ihre Berechtigung, da sie gezielt die Einheimischen zusammen brächten. "Das Hafenfest ist klein, fein, heimelig und der Platz ist sehr schön gelegen", schildert er und fügt mit Blick auf die Veranstalter und engagierten Mitwirkenden an: "Sie alle geben Vollgas und sind mit Herzblut dabei. Ich bleibe gerne dabei – wenn ich darf."

Drei gelungene Festtage kann Heinz-Josef Diestel bilanzieren. Und das Unwetter am Freitagabend sei nicht nur glimpflich, sondern besser als erwartet verlaufen. "Wir haben es ja kommen sehen und waren vorbereitet", stellt Stefanie Schneider fest. "Wir haben alles rechtzeitig gesichert und es hat alles gut funktioniert." Die Festbesucher ließen sich überdies nicht schrecken, im Gegenteil: "Alle überdachten Plätze waren belegt", berichtet Rainer Schmiederer und Heinz-Josef Diestel ergänzt: "Ein paar Gäste haben sich ins Restaurant geflüchtet." Die Wetterunbilden haben das gute Miteinander rund um den Festplatz in den Fokus gerückt, wie ein Beispiel zeigt: "Die Betreiber vom Hotel Schiff haben den Musikern einen Stapel Handtücher gebracht, damit sie ihre Instrumente trocknen können", erzählt Stefanie Schneider.

Auch die zusätzliche Überdachung – das große Festzelt ohne Seitenwände – habe sich bewährt; sowohl im Rahmen des "Härtetests" während des Unwetters, als auch an den Sonnentagen. Die zusätzlichen Kosten sowie der Mehraufwand hätten sich wirklich gelohnt, sind sich die Ausrichter einig. Müde, aber zufrieden sind alle tatkräftigen Helfer, die sich gleichwohl jetzt schon auf das neunte Staader Hafenfest freuen. Der Festreigen habe – neben zufrieden Festgästen – noch weitere positive Aspekte für die Helfer, wie Monika Friemelt vom Musikverein Allmannsdorf verschmitzt anmerkt: "Einfach gut für die Linie: Wir haben keine Zeit zum Essen und einen höheren Kalorienverbrauch. Da stimmt die Bilanz."
 

Das Hafenfest 2018

Eines stellt Mitveranstalter Rainer Schmiederer fest: Eine Terminverschiebung komme nicht in Frage. Das bedeutet: Auch künftig werde das Staader Hafenfest ab Donnerstag nach dem Seenachtfest stattfinden, also vom 16. bis 19. August 2018. Wie jedes Jahr werden weitere Verbesserungen durchgeführt. So regt Stefanie Schneider eine Optimierung der Beleuchtung an, "damit der Festplatz noch besser ausgeleuchtet ist und wir gleichzeitig noch eine kuscheligere Atmosphäre hinbekommen." "Das Musikprogramm für nächstes Jahr steht schon", stellt Rainer Schmiederer fest und kündigt diesbezügliche Veränderungen an. Allerdings: "Ich verrate noch nichts", so Schmiederer. (as)