Konstanz Startup Lounge Bodensee informiert im Gründernetzwerk über Risikokapital

Experte Alexander Stoeckel berichtet als Gastredner bei der Startup Lounge Bodensee im SÜDKURIER Medienhaus über die Branche der Risikokapitalgeber.

Wer ein Unternehmen gründet, braucht dafür nicht nur eine gute Geschäftsidee, die am Markt einschlägt, sondern vor allem: Geld. Über einen Weg, wie junge Unternehmer an diese begehrte Ressource kommen, hat das Gründernetzwerk Startup Lounge Bodensee bei seiner fünften Veranstaltung informiert. Der Abend, zu dem sich mehr als 200 Teilnehmer angemeldet hatten, fand in den Räumen des SÜDKURIER Medienhauses statt, das inzwischen offiziell Medienpartner der Startup Lounge Bodensee ist.

Das Medienhaus begleite die Startup Lounge Bodensee von Anfang an, sagte Matthias Kiechle, Geschäftsführer des SÜDKURIER-Unternehmens Media Favoriten, das für die digitalen Angebote des Medienhauses verantwortlich ist. Man unterstütze die Initiative gern, so Kiechle, und: "Wir wollen auch interessante Leute kennenlernen." Die Initiative der Unternehmensgründer hatte dieses Mal mit Alexander Stoeckel einen Gast aus der Wagniskapital-Branche eingeladen. Diese Branche heißt in der Fachsprache Venture Capital (VC) und finanziert junge Unternehmen.

Über den gemeinen Venture Capitalist informierte Stoeckel, Partner bei der Firma b-to-v mit Sitz in St. Gallen, Niederlassungen in Berlin und Luxemburg und Beteiligungen an etwa 85 Unternehmen, die Zuhörer, die auch gebannt und konzentriert zuhörten. Die Doppeldeutigkeit im Titel des Vortrags war dabei durchaus beabsichtigt. Denn es ging Stoeckel einerseits darum, zu zeigen, wie ein gewöhnlicher Risikokapitalgeber funktioniert. Andererseits wollte er beleuchten, warum viele VC-Geber Verhaltensweisen an den Tag legen, die von den Unternehmensgründern als gemein wahrgenommen werden.

Um deutlich zu machen, warum ein Risikokapitalgeber einen Unternehmensgründer so gründlich durchleuchtet – in einer Szene, in der das Du zum normalen Umgangston gehört –, sprach Stoeckel zum Beispiel über das Risiko, das die Risikokapitalgeber selbst eingingen, wenn sie in ein junges Unternehmen investieren. Denn ein Risikokapitalgeber vermittelt streng genommen nur das Geld anderer Leute – und investiert es in junge Unternehmen. Die Investoren, die das Kapital zur Verfügung stellen, würden zehn Prozent Rendite verlangen, erzählt Stoeckel. Und drei bis fünf Prozent des Kapitals müssten die Risikokapitalgeber selbst anlegen. Da diese in der Regel nicht schwer reich seien, sei dieses Geld wiederum von Familie und Freunden geliehen: "Auf dem Risikokapitalgeber lastet also ein gewisses Risiko", so Stoeckel, der auch in einige andere Verhaltensweisen einen Einblick gab. Da erscheint es nachvollziehbar, dass man sein Gegenüber genau kennen will. Die zahlreichen Besucher hatten nach dem kurzen Vortrag auch die Gelegenheit, Fragen zu stellen – wovon sie regen Gebrauch machten.

Bei der anschließenden informellen Netzwerk-Runde sah man dann allenthalben zufriedene Gesichter. Die Organisatoren waren sehr zufrieden mit den 217 Anmeldungen zu der Veranstaltung, nachdem es bei der ersten Veranstaltung im April mit 75 Anmeldungen losgegangen sei, so Franz Sauerstein vom Organisationsteam der Startup Lounge. Und Teilnehmer waren zufrieden mit den Inhalten der Veranstaltung. Christoph Hoser, der als Student der Betriebswirtschaft an der HTWG Konstanz das Unternehmen Spielmacher UG für Erlebnisfußball betreibt, war zum ersten Mal bei der Startup Lounge.

Weil es sein Unternehmen schon gibt, suche er zwar nicht mehr nach Kapital, erzählt er. "Der Vortrag war sehr interessant", sagt er. Und Anna Gladkova, die freiberuflich im Bereich Marketing und Fotografie tätig ist, meinte: "Das Thema der Veranstaltung war sehr gut gewählt." Die Macher der Startup Lounge würden sich sehr schnell entwickeln und immer wieder interessante Leute einladen, sagt sie nach ihrem dritten Besuch.

Das Gründernetzwerk

Die Startup Lounge Bodensee ist ein Netzwerk für junge Unternehmer und solche, die es werden wollen. Auch Geldgeber können sich über die kostenlosen Aktivitäten der Gruppe informieren lassen. Die erste Veranstaltung fand im April statt, inzwischen sei es ein Verein in Gründung, erklärt Mitorganisator André Kirberg. Zum Organisationsteam gehören, neben Kirberg, Philipp Kessler, Moritz Meidert, Franz Sauerstein und Daniel Wehle. (eph)

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