Die Notunterkunft am Hörnle ist auf Eis gelegt – vorerst. Das teilen der Landkreis und die Stadt Konstanz in einer Pressemitteilung mit. Aufgrund des starken Rückgangs der Zuweisungszahlen auf 172 im April – im Januar waren es noch 566 – richtet das Landratsamt in der Tennishalle in der Eichhornstraße zunächst keine Notunterkunft ein. Der Kreis sieht zudem von der Anmietung einer weiteren Tennishalle ab, diese Möglichkeit hatte Landrat Frank Hämmerle im März ins Spiel gebracht. „Für den Landkreis besteht erst einmal keine unmittelbare Not mehr, weitere Notunterkünfte zu schaffen“, erklärte der Landrat.

Die verhandelten Verträge zwischen Stadtverwaltung und Landratsamt bleiben bestehen: Der Landkreis mietet das städtische Helle-Müller-Areal für die nächsten fünf Jahre. Das Tennisareal soll als Reserve dienen, so Frank Hämmerle: „Wir wissen nicht, wie sich die Flüchtlingszahlen entwickeln.“ Investitionen in einen Umbau, der für die Nutzung als Notunterkunft nötig wäre, sollen zunächst nicht erfolgen, deshalb scheide eine Unterbringung von Asylsuchenden im Sommer 2016 definitiv aus, so der Landrat.

Diskussion in ruhigerem Rahmen

Oberbürgermeister Uli Burchardt erklärte, die Zurückstellung der Tennishalle am Hörnle sei eine gute Nachricht für alle, die Bedenken gegen den Standort als Notunterkunft haben: „Wir hoffen, dass wir die Diskussion über die Unterbringung von Flüchtlingen nun wieder in einem ruhigeren Rahmen führen können.“ Für die Stadt eröffne der Rückgang der Flüchtlingszahlen die Möglichkeit, sich verstärkt um die Integration der geflüchteten Menschen zu kümmern, so der OB.

Seit der Entscheidung des Haupt- und Finanzausschusses Anfang März sammeln Gegner des Standorts Hörnle Unterschriften, um ein Bürgerbegehren zu erwirken. Wie sich die jetzige Entscheidung des Landkreises auf das Begehren auswirkt, konnte die Stadt am Abend noch nicht beantworten. Die Gegner müssten der Stadtverwaltung 4783 Unterschriften bis zum 9. Juni vorlegen, um rechtliche Voraussetzungen für ein Begehren zu erfüllen.