Gigantisch, phantastisch, einzigartig, idyllisch, malerisch: Die Besucher des Litzelstetter Starkbierfests am waren über die Aussicht auf den See und die Insel Mainau voll des Lobes. Alle waren von der Entscheidung des veranstaltenden gemischten Kuckucks-Balletts begeistert, den Festplatz vom Milchhäusle an die Seeblickhalle zu verlegen. Für den Ortswechsel hatte es allerdings einen anderen Grund gegeben: Das Starkbierfest, das nun zum fünften Mal stattfand, ist zu solch einem Besuchermagnet geworden, dass mehr Platz notwendig wurde. Wie gut die Entscheidung des Balletts war, erwies sich erst recht, als am Samstag gegen 22 Uhr ein Gewitter mitsamt Starkregen aufzog. "Wir haben die Besucher aus Sicherheitsgründen in das Foyer der Halle geschickt. Es ist nichts passiert", stellt Niels Huber vom veranstaltenden Ballett erleichtert fest und fügt an: "Das hat der guten Stimmung aber keinen Abbruch getan."

Zum Erschrecken war das Starbierfest nicht – ganz im Gegenteil, denn das gemischte Ballett inszenierte das Fasnachtsmotto "Museum mal ganz anders" auf phantasievoll-kreative Weise.
Zum Erschrecken war das Starbierfest nicht – ganz im Gegenteil, denn das gemischte Ballett inszenierte das Fasnachtsmotto "Museum mal ganz anders" auf phantasievoll-kreative Weise. | Bild: Aurelia Scherrer

Dieses Starkbierfest werden Veranstalter und Besucher wohl so schnell nicht vergessen. "Anfangs hatten wir Bilderbuchwetter. Es waren relativ viele Leute da. Wir mussten sogar weitere Tische und Bänke aufstellen", sagt Niels Huber in der Rückschau. Das Publikum war bunt gemischt; alle Generationen kamen zusammen und feierten. Auch die Neugier beflügelte sie, denn das gemischte Ballett tanzte wie jedes Jahr das neue Fasnachtsmotto. Auch dieses Mal ließ es seiner phantasievollen Kreativität wieder freien Lauf, stellte einen Dinosaurier vor die Bühne, reiste mit den Zuschauern von der Ur- in die Steinzeit, bot eine kleine Revue bezüglich sieben Jahre Kuckucks-Ballett-Geschichte und düste in den Weltraum.

"Jetzt habt ihr gesehen, was man alles machen könnte", so Moderator Benny Heinzel, denn das Motto 2018 lautet: "Museum mal ganz anders." Der Fanfarenzug Kuckuck bot ein Platzkonzert und der Bierkönig-Wettbewerb unter dem Motto "Mein Mann kann" erwies sich als große Gaudi.

Gut besucht war das Starkbierfest des gemischten Balletts. Auch das Gewiiter mit Starkregen gegen 22 Uhr tat der Stimmung nicht wirklich Abbruch.
Gut besucht war das Starkbierfest des gemischten Balletts. Auch das Gewiiter mit Starkregen gegen 22 Uhr tat der Stimmung nicht wirklich Abbruch. | Bild: Aurelia Scherrer

"Diese Jugend ist einfach grandios. Was die auf die Beine stellt", lobte Besucher Jörg Lehmann. Er schätzt insbesondere die Atmosphäre des kleinen Festes. "Hier kennt eigentlich jeder jeden und es ist vor allem ein Fest für die Litzelstetter", beschrieb er und fügte an: "Die meisten Vereine können von solch einer engagierten Jugend nur träumen." Dabei kam er auch auf die Vorbildfunktion des gemischten Kuckucks-Balletts zu sprechen, denn "das ist doch ein Anreiz für den Nachwuchs, es ihnen gleichzutun", meinte Lehmann.

Gut besucht war das Starkbierfest des gemischten Balletts. Auch das Gewiiter mit Starkregen gegen 22 Uhr tat der Stimmung nicht wirklich Abbruch.
Gut besucht war das Starkbierfest des gemischten Balletts. Auch das Gewiiter mit Starkregen gegen 22 Uhr tat der Stimmung nicht wirklich Abbruch. | Bild: Aurelia Scherrer

Doch nicht nur Litzelstetter kamen zu dem Fest. Die befreundete Hexen-Katzen-Clique aus Überlingen am Ried reiste mit einem Bus an, und der Dingelsdorfer Arthur Merk wanderte mit 29 Gästen der befreundeten Feuerwehr aus Ginsheim zur Seeblickhalle. "Es war ein wunderschönes Fest und sehr gut besucht", so Merk. Auch er hatte das Gewitter auf dem Festplatz miterlebt. "In 30 Minuten hat es 25 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gegeben, habe ich mir sagen lassen", berichtete er. Was den Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz erstaunte: "Ich hatte die ganze Zeit meinen Funkmeldeempfänger offen: Es gab nicht einen einzigen Einsatz im ganzen Landkreis." Das einzige: "Als wir wieder in Dingelsdorf ankamen, waren wir alle klatschnass."

Das gemischte Ballett inszenierte das Fasnachtsmotto "Museum mal ganz anders" auf phantasievoll-kreative Weise.
Das gemischte Ballett inszenierte das Fasnachtsmotto "Museum mal ganz anders" auf phantasievoll-kreative Weise. | Bild: Aurelia Scherrer

"Eine Regenjacke hatte gar nichts mehr gebracht. Zum Teil standen wir knöcheltief im Wasser", erzählt Niels Huber. Als sich gegen 22 Uhr "die Schleusen geöffnet haben, konnten die Besucher eigentlich gar nicht weg, so stark hat es geregnet", berichtet er weiter und konkludiert: "Es war wirklich gut, dass wir alle in die Halle konnten." Erleichtert stellt er fest: "Es ist nichts passiert. Und der Natur tat's gut." Zwei Veranstaltungen hintereinander mit Regen sind für die Veranstalter bedauerlich. Niels Huber geht aber davon aus, dass trotz allem die Kosten gedeckt werden können.


Die Veranstaltung

Das gemischte Kuckucks-Ballett besteht seit sieben Jahren. Aktuell gibt es 14 aktive Tänzerinnen und Tänzer. Im Jahr 2013 richtete das Ballett in Eigeninitiative erstmals das Starkbierfest aus. Dies gelingt nur, weil Familien und Freunde tatkräftig mithelfen. Ob es auch nächstes Jahr wieder ein Starkbierfest geben wird, entscheidet das Ballett traditionell nach überstandener Fasnachtszeit. Jetzt bereiten sie sich erst einmal auf das Motto "Museum mal ganz anders" vor.