Konstanz Stadthalle statt Bodenseeforum: Wirtschaftskammern laden nach Singen

Vorzug für Singen: Der Neujahrsempfang der Wirtschaftskammern im Januar findet in der Stadthalle statt. Eine Entscheidung gegen das Bodenseeforum Konstanz sei das nicht, heißt es.

Eine der wichtigsten gesellschaftlichen Veranstaltungen im Jahreslauf der Region findet 2018 nicht in Konstanz, sondern in Singen statt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK), die den gemeinsam mit der Handwerkskammer ausgerichteten Neujahrsempfang in diesem Jahr organisiert, bestätigte entsprechende Informationen des SÜDKURIER.

„Der Neujahrsempfang wird von den beiden Wirtschaftskammern gemeinsam ausgerichtet. Dies schließt auch die Entscheidung über den Ort ein. Für 2018 haben wir mit der Stadthalle Singen unter anderem dem Wunsch der Handwerkskammer nach einem - bezogen auf das Kammergebiet - zentralen Ort Rechnung getragen", sagte Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer der IHK Hochrhein-Bodensee auf Nachfrage. Wirtschaftliche Gesichtspunkte seien für die Wahl nicht ausschlaggebend gewesen.

Auch 2016 fiel die Entscheidung für Singen - notgedrungen 

Bereits im Januar 2016 hatten die Kammern nach Singen geladen – damals allerdings, weil das Konzil wegen der Fasnacht nicht zur Verfügung stand, und das Bodenseeforum war noch gar nicht eröffnet.

"Generell sind sowohl Konstanz als auch Singen mögliche Veranstaltungsorte und beide Hallen ohne Einschränkungen geeignet. Das haben die zurückliegenden Neujahrsempfänge 2016 in Singen und 2017 in Konstanz gezeigt", sagte Marx. 

Wie auch 2016 ist die Kammer bemüht, die Entscheidung nicht als Votum gegen Konstanz oder das neue Bodenseeforum darzustellen: "Die Entscheidung für Singen 2018 ist keineswegs als eine Entscheidung gegen das Bodenseeforum zu verstehen. Nicht zuletzt als Miteigentümer des gesamten Gebäudes, aber auch im Hinblick auf Konstanz als Sitz der IHK, liegt uns die positive Entwicklung des Bodenseeforums sehr am Herzen", betonte Marx.

Jochen Andrew Lohmar, der Geschäftsführer des Bodenseeforums, konnte zu dem Vorgang zunächst nichts sagen, die Entscheidung der Wirtschaftskammern sei möglicherweise vor seinem Dienstantritt im Juli 2017 gefallen.

Warum ist die Entscheidung bemerkenswert?

Die Entscheidung für Singen ist auch deshalb ein bemerkenswerter Vorgang, weil die IHK sogar Miteigentümer des Bodenseeforum-Gebäudes ist. Seit 2016 hat sie ihren Hauptsitz in den beiden oberen Geschossen des Hauses am Seerhein, dessen untere Hälfte als Tagungs- und Veranstaltungshaus der Stadt dient. 2017 hatten die Kammern dann auch in das damals ganz neue Haus eingeladen. Rund 900 persönlich eingeladene Besucher kamen; in der Stadthalle Singen haben bis zu 1200 Gäste Platz.

Den gemeinsamen Neujahrsempfang richten die beiden Kammern seit Jahrzehnten aus. Zu Gast ist jeweils ein prominenter Redner aus Politik oder Gesellschaft. 2017 war es die Schweizer Botschafterin in Deutschland, Christine Schraner Burgener. 2016 war der damalige Bundesaußenminister und heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Festredner. Auch sein enger Terminkalender hatte, wie die IHK damals erklärte, vor zwei Jahren das Ausweichen nach Singen bedingt. Ansonsten war stets das Konstanzer Konzil der Schauplatz der wichtigen Veranstaltung.

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