Konstanz Stadt informiert über Ortsentwicklung in Allmannsdorf

Wie soll Allmannsdorf in Zukunft aussehen und wie soll der Ortsteil lebendig und zukunftsfähig bleiben? Dies war das zentrale Thema einer Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung zur Gestaltung der Allmannsdorfer Ortsmitte. Die Bürgervereinigung (BAS) kritisiert vor allem das Seniorenkonzept.

Vorausgegangen waren mehrere ähnliche Veranstaltungen sowie ein Workshop, an dem Bürger selbst Ideen und Vorstellungen zur Gestaltung der Ortsmitte entwickelt hatten. Etwas mehr als 100 Bürger nutzten die Möglichkeit zur Information. Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn, sowie Nils Jansen, Renate Gauß und Marion Klose von der Stadtplanung und Ute Seifried, Leiterin des Sozial- und Jugendamts, gaben Auskunft zur geplanten Entwicklung des Ortskerns.

Kern des Entwicklungskonzepts ist eine Gestaltung der Jungerhalde. Hier soll zum einen der neue Kindergarten hinkommen, zum anderen ein Seniorenheim entstehen, das etwa 48 bis 60 Pflegeplätze bietet. Das Seniorenheim werde sich in vier bis fünf Wohngruppen gliedern, wie Ute Seifried berichtete. Die Arbeiterwohlfahrt wird das Seniorenheim betreiben. Zusätzlich sei ein integratives Café angedacht, das die Caritas betreiben soll, so Ute Seifried. Es soll zudem ein Kontaktbüro geben, das die Vernetzung zwischen ambulantem und stationärem Angebot herstellt und gleichzeitig Ansprechpartner für die im bürgerschaftlichen Engagement Aktiven sein kann. Der Umzug des Kindergartens sei ursprünglich für 2015/2016 geplant gewesen. Die endgültige Entscheidung über den Neubau aber trifft der Gemeinderat, eine Verzögerung sei möglich.
 

Maßnahmen zur Lärmreduktion geplant

Zu Wort meldeten sich vor allem Allmannsdorfer Bürger, die bei der Bürgervereinigung Allmannsdorf, Staad, Egg (BAS) oder deren Abteilung, der „lebendigen Nachbarschaft“ engagiert sind. Lob gab es dabei für die Rahmenplanung insgesamt, auch dafür, dass die Stadt den Schutz der Landschaft ernst nehme. Mehrere Bürger fanden allerdings den Problembereich Lärmentwicklung unbefriedigend gelöst und fragten nach einer Tempo-30-Lösung. „Maßnahmen zur Lärmreduktion sind geplant, darunter werden auch Geschwindigkeitsbeschränkungen geprüft“, sagte Marion Klose, Leiterin des Amts für Stadtplanung und Umwelt. Man habe vor, die beiden Straßenseiten zu vernetzen. Mehrere Bürger äußerten Zweifel, dass genügend Stellplätze für das Seniorenheim ausgewiesen würden. Dies werde unterirdisch gelöst, so Stadtplaner Nils Jansen.

„Enttäuscht vom Senioren-Konzept“

  • Sven Martin ist Vorsitzender der Bürgervereinigung Allmannsdorf Staad Egg (BAS) und sieht das Entwicklungskonzept für Allmannsdorf kritisch.
  • Wie sehen Sie die aktuellen Planungen für die Ortsmitte Allmannsdorf? Positiv ist, dass die Stadt erkannt hat, wie sensibel der Landschaftsraum ist und Kirchgasse und Jungerhalde zu einem Planungsraum zusammengefasst hat. Enttäuscht sind wir vom Konzept für die Senioren. Wir hätten uns zusätzlich ein betreutes Wohnen gewünscht. Ein Pflegeheim allein wird die Probleme der Zukunft nicht lösen. Wir können zudem nicht akzeptieren, dass der Umzug des Kindergartens um weitere Jahre verschoben wird.
  • Wie lauten Ihre Vorstellungen von einem seniorenfreundlichen Allmannsdorf? 48 bis 60 stationäre Plätze in einem Pflegeheim sind für uns in Ordnung. Darüber hinaus stellen wir uns 22 bis 24 betreute Seniorenwohnungen vor, zwei Seniorenwohngemeinschaften und eine Pflegewohnung. Wichtig wäre, dass die Baumasse nicht zu groß wird. Ein Begegnungs-Café, das von der Caritas betrieben wird, ist zu wenig.
  • Fällt Ihre Gesamtbewertung nun eher positiv oder negativ aus? Man muss sorgsam abwägen. Der Rahmenplan ist gut, aber es hängt alles zusammen. In das Senioren-Konzept haben wir viel Arbeit gesteckt, die Bürger-Workshops sind aber zur Alibi-Veranstaltung geworden.

Die deutlichste Kritik äußerten Mitglieder der BAS an der geplanten Ortsentwicklung, wie sie sich für die Senioren gestalte. „Wir sehen ein, dass Sie ein stationäres Heim brauchen. Wir aber haben in den Workshops für eine dezentrale Unterbringung mit ambulanten Angeboten gekämpft“, sagte ein BAS-Mitglied. Hans Weinbacher kritisierte die Gestaltung der Ortsmitte in Hinblick darauf, dass es noch nicht klar sei, ob man mit den Betreibern des Penny-Marktes ins Gespräch komme. Nur mithilfe einer weiteren Fläche könne man eine attraktive Ortsmitte schaffen.

Auch bei der Nutzung des alten Rathauses besteht noch kein Konsens. Bisher bestehe ein Vertrag mit mehreren Vereinen, die die Räume nutzen. Die BAS hat ebenfalls Interesse angemeldet, an einem Vormittag dort einen Anlaufpunkt für Senioren anbieten zu können. Die Stadtverwaltung bot an, mit den Vereinen Gespräche zu führen und eine Lösung zu suchen.

 

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