Wie leben Jung und Alt künftig zusammen? Wie bindet man Senioren besser ins Leben der Stadtteile ein? Und wie beteiligt man alle Bürger an der Entwicklung von generationenübergreifenden Wohnquartieren? All diese Fragen will die Stadt Konstanz modellhaft in Allmannsdorf beantworten und den Stadtteil damit zu einer Art Labor machen. Mit dem Projekt geht Konstanz in einen Wettbewerb des Landes-Sozialministeriums. Er heißt "Quartier 2020 – Gemeinsam gestalten", ausgelobt ist für Projekte eine Fördersumme von bis 100 000 Euro.

Und warum schon wieder Allmannsdorf, ausgerechnet jener Stadtteil, dem Politiker wie Anne Mühlhäußer von der Freien Grünen Liste einen "hohen Grad von Selbstorganisation" zuschreiben und wo es für manche schon jetzt eher zu viel Bürgerbeteiligung gibt? Andreas Kaufman, Leiter des Sozial- und Jugendamts, verweist darauf, dass dort in nährer Zukunft sowohl ein neuer Kindergarten als auch ein großes Pflegeheim gebaut werden. Die all die Organisationen, mit denen es bereits einen Workshop gab, hätten sich die angebotene Koordination ausdrücklich gewünscht: "Wir haben bereits einen guten Steinbruch von Ideen."

Ob Konstanz im landesweiten Wettbewerb überzeugen kann, ist das eine (der formal zur Bewerbung nötige Gemeinderatsbeschluss dürfte keine Hürde darstellen). Ob der "Methodenkoffer", den Kaufmann ausgerechnet in Allmannsdorf entwickeln will, dann tatsächlich flächendeckend zum Einsatz kommt, das andere. Zahide Sarikas (SPD) hätte Petershausen für das bessere Experimentierfeld gehalten. Und Heinrich Fuchs (CDU) mahnt im Technischen und Umweltausschuss: Man solle erst mal die Ergebnisse abwarten und dann schauen, was sich auf andere Quartiere übertragen lässt.