Die Rückmeldungen sind durchwachsen, laut Stadtverwaltung überwiegt aber die Zustimmung: Genau ein Jahr nach Einführung des neuen Park-Reglements im Paradies sehen das Amt für Stadtplanung und Umwelt, das Bürgeramt und auch Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn keinen Grund zum Nachjustieren. Das wurde jüngst im Technischen und Umweltausschuss deutlich. Auch die Anwohner im westlich der Europastraße, zwischen Grenze, Schnellstraße und Rhein fast inselartig gelegenen Teil des Paradieses, können sich kaum Hoffnungen machen. Der hohe Parkdruck sei nicht auf Besucher von auswärts zurückzuführen, sagte Verkehrsplaner Stephan Fischer unter Verweis auf mehrere Zählungen.

Mit Bewohnerparkzone schlechter dran

In dem als hinteres Paradies bekannten Quartier stammten laut den Erhebungen der Stadt 80 bis 85 Prozent der geparkten Fahrzeuge von Bewohnern und nur 15 bis 20 Prozent von Fremdparkern, so Fischer. Sollte die von einigen Anwohnern geforderte Bewohnerparkzone eingerichtet werden, müssten laut Gesetz tagsüber 50 und nachts 25 Prozent der Stellplätze für Fremde frei bleiben. Damit, so Fischer, seien die Bewohner schlechter bedient als derzeit. Auch Frank Conze vom Bürgeramt sagte dazu: "Wir sehen den ganz großen Druck von außen so nicht." Die Zählungen an einem Mittwoch, mehreren Freitagen und einem Samstag hätten auch keine Erkenntnisse über sehr viele Schweizer Autos gebracht.

Auch im restlichen Paradies soll sich fast nichts ändern. "Die Ziele sind im Prinzip erreicht", sagte Fischer. Werde die Einteilung in Zonen sowie die sehr strenge Handhabung des Besucher- und Kundenparkens wieder aufgehoben, sei das Paradies in kurzer Zeit wieder ein unübersichtlicher Fleckenteppich voller unterschiedlicher Regelungen. SPD-Stadtrat Alfred Reichle sagte, die Politik bekomme "auch andere Rückmeldungen" und Peter Müller-Neff (Freie Grüne Liste) bezweifelte die Aussagen zur Grießeggstraße im hinteren Paradies, die "ständig zugeparkt" sei. Gisela Kusche (FGL) lobte dagegen die "konsequente Haltung" der Stadtverwaltung: "Es gibt immer mal wieder einen freien Stellplatz."

Damit ändert sich in Sachen Parken im Paradies fast nichts – mit einer Ausnahme: Wer eine Erlaubnis für das Parkgebiet II (nahe Döbele bis Lutherplatz) hat, darf künftig auch den südlichen Teil des Parkgebiets I (Gottlieber Straße bis Grenze) nutzen. Anwohner hatten der Stadt mitgeteilt, dass im einen Bereich immer wieder Stellplätze leer bleiben, während im anderen die Not besonders groß ist. Ein Grundproblem bleibt allerdings bestehen: Auf einen Parkplatz kamen aufs ganze Paradies gerechnet im Jahr 2014 rund 1,8 grüne Berechtigungsscheine. Seither hat sich das Verhältnis etwas verbessert, so das Bürgeramt.

Dateiname : Parkraumbewirtschaftung der Stadt Konstanz
Dateigröße : 3.60 MBytes.
Datum : 02.08.2017
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