Konstanz Sportvereine verlangen Gehör in der Baupolitik

Der Stadtsportverband sieht sich von der Stadtverwaltung nicht richtig wahrgenommen. Vor allem wenn es um Baufragen geht, werden die Vereine regelmäßig ausgeschlossen. Diese Kritik wurde während der Hauptversammlung des Verbandes laut.

Der Stadtsportverband (SSV) Konstanz sieht sich als integrativer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und das soll nun auch die Stadtverwaltung endlich anerkennen. „Wir müssen wieder Träger öffentlicher Belange werden – dann muss die Verwaltung uns einbeziehen“, forderte der Referent für Hallensport, Harald Schuster, auf der Mitgliederversammlung des Verbands mit Nachdruck. Die Freie Grüne Liste (FGL) habe den entsprechenden Antrag bereits als Ausdruck der breiten Mehrheit in den Gemeinderat eingebracht. Schuster beklagte als Ursprung des Problems vor allem die mangelnde Einbindung in Sportangelegenheiten durch Teile der Bauverwaltung: „Im Moment kommen viele Informationen erst über die Vereine und zu einem Zeitpunkt zu uns, an welchem es uns nicht mehr möglich ist, unsere Position vollumfänglich zu vertreten.“

„Ich bin auch unzufrieden, aber ich bin zuversichtlich“, äußerte sich der anwesende Bürgermeister Andreas Osner dazu beschwichtigend. In der Vergangenheit sei die Beteiligung des SSV und auch anderer Gruppen, die etwa Menschen mit Behinderung und Senioren vertreten, tatsächlich zu kurz gekommen. Die Stadt bemühe sich nach Kräften, hier neue Wege zu beschreiten. „Wir setzen uns jetzt beim Pestalozzi-Areal auf Eigeninitiative mit allen betroffenen Parteien auseinander“, so Osner. Sportamtsleiter Frank Schädler bestätigte, dass hier zuletzt sehr viel von beiden Seiten getan wurde.

Für die Rolle des SSV in dieser Konstellation fand Osner ehrliche und deutliche Worte: „Bei mir persönlich und in meinem Dezernat sind sie ein Stachel im Fleisch, aber sie haben den richtigen Riecher und das ist gut so.“ Es bedürfe in der Politik Einbringung von außerhalb und der SSV vertrete nicht nur die eigene Sache, sondern sei auch ein Wissensträger, der das große Ganze im Blick habe, sagte er versöhnlich. Der erste Verbandsvorsitzende, Manfred Sobisch, begrüßte diese Haltung und bekräftigte noch einmal die Bedeutung der Sportvereine für die städtische Gesellschaftspolitik: „Wir waren die ersten, die Flüchtlinge ins Boot geholt haben, als es anderswo noch hieß, das Boot sei voll“, erinnerte Sobisch an die Vorreiterrolle der Sportvereine bei der Integration. Die Bedingung dafür ist laut seinem Sportkameraden Harald Schuster klar: „Die Verwaltung muss uns als Sportvereine bei ihren Plänen zur Flächennutzung aller Art wieder von Anfang an teilhaben lassen.“


Tätigkeit und Relevanz

Seit 1970 vertritt der Stadtsportverband die gemeinsamen Interessen von im Schnitt 90 Konstanzer Sportvereinen, in denen insgesamt rund 30 000 Konstanzer aktiv sind. Dazu berät er die Stadt Konstanz und andere Behörden in allen Angelegenheiten des Sports und unterstützt die Durchführung von Sportveranstaltungen. Zudem erfüllt der Stadtsportverband eine präventive Funktion im Bereich der Jugendgewalt und der Gesundheit und gestaltet bürgerschaftliches Engagement wie bei Initiativen zur Integration von Flüchtlingen aktiv mit. (hlu)

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