Konstanz Sport soll Kinder zusammenbringen

Vereine laden wieder zur Sportwoche ein. Sie erwarten dieses Mal mehr Flüchtlingskinder.

Auch bei der 18. Auflage erwartet Harald Schuster vom Sport einen integrativen Charakter. Kinder aus Konstanz und von Flüchtlingen sollen einander bei Bewegung begegnen und kennen lernen, erklärt der Vorsitzende des USC Konstanz. Er und weitere Vereine richten ab Montag die integrative Sportwoche auf dem Schänzle-Sportgelände aus.

Der Anklang sei stets groß, sagt Harald Schuster. 60 bis 70 Kinder seien stets täglich auf das Sportgelände gekommen, um sich gemeinsam in unterschiedlichen Sportarten auszutoben, um diese zu erfahren, vielleicht auch Spaß daran zu finden. Im Vordergrund stehe hierbei nicht einmal, dass die Sechs- bis 13-Jährigen unbedingt zu Mitgliedern in den einzelnen Vereinen werden, die an der Sportwoche mitwirken. Zwar klappe dies immer wieder, wichtig sei jedoch, dass die Kinder generell einen Zugang zu Sport finden.

Bei Sport gibt es keine Schranken – oder soll es zumindest keine geben. So hat die von Konstanzer Vereinen seit 18 Jahren ausgerichtete Sportwoche seit jeher einen barrierefreien Charakter. Ob Kinder von Migranten, von Asylbewerbern, von Konstanzer Bürgern, bei der Bewegung sind alle gleich. In diesem Jahr geht Harald Schuster davon aus, dass noch mehr Flüchtlingskinder als sonst mitmachen. Die derzeitige Situation trage daran ihren Anteil, auch an Sportstättenkapazitäten, erklärt der USC-Vorsitzende. Zu 80 Prozent ist der Trainingsbetrieb in der Zeppelin-Halle gelaufen. Seitdem der Landkreis sie jedoch zur Aufnahme von Flüchtlingen umfunktioniert hat, muss sich der USC anderweitig orientieren. Er ist das gewohnt. Als vor wenigen Jahren die Halle unter Wasser stand, haben sich Schuster und Verantwortliche anderer Vereine sowie des städtischen Sportamts zusammengesetzt und einen Notfallplan ausgearbeitet. Diesen holen sie nun wieder aus der Schublade und reaktivieren ihn. Schuster ist wichtig zu betonten, dass sich die Mitglieder auf diese Situation ohne Ärger einstellen. Es herrsche eine große Solidarität unter den Vereinen sowie gegenüber den in Konstanz ankommenden Flüchtlingen. „Diese Menschen können nichts dafür, dass wir keine anderen Ausweichmöglichkeiten haben“, sagt Schuster mit Blick auf die beschränkten Hallenkapazitäten in der Stadt. In den Flüchtlingsunterkünften werde bereits um die Teilnahme an der Integrativen Sportwoche geworben, sagt Schuster, auch die dort tätigen Sozialarbeiter helfen.

Zum festen Trägerkern der Sportwoche zählen neben dem USC Konstanz der TV Konstanz und das Sportamt, der Stadtsportverband hat ebenfalls einen Anteil an der Finanzierung übernommen. Hinzu kommen jedes Jahr wechselnd andere Vereine, die ihren Sport auf dem Schänzlegelände anbieten. So wirken dieses Mal etwa der Judo-Club und der Rugby-Club mit. 15 bis 20 Helfer kümmern sich um einen reibungslosen Ablauf, wenn die Kinder von Montag bis Freitag, 7. bis 11. September, ab 17 Uhr die Sportanlage in Beschlag nehmen. Die Veranstalter bieten sogar einen Fahrdienst an, damit die Kinder sicher zum Schänzle und wieder nach Hause kommen. In den vergangenen Jahren seien immer 20 bis 25 Kinder aus Flüchtlingsheimen gekommen, sagt Schuster. Wie viele es ab Montag werden, da lässt er sich überraschen.

 

 

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