Er mag nicht im Auge jedes Betrachters schön sein, aber er ist ein prägendes Gebäude am Sankt-Gebhard-Platz: der sogenannte Schweizer Bau an der Ecke zum Zähringer Platz. Aktuell zieren Gerüste die Fassade, Bauarbeiter sind in dem und um das Gebäude unterwegs. Der Eigentümer, die SBK Wohnbau GmbH, eine Tochtergesellschaft des Spar- und Bauvereins Konstanz (SBK) und für das Bauträgergeschäft der Genossenschaft zuständig, saniert die Wohnanlage derzeit.

Abgesehen davon, dass der Schweizer Bau am Gebhardsplatz dominiert, steckt hinter ihm auch eine bewegte Geschichte. Errichtet wurde er zu Beginn der 1940er-Jahre, in der Kriegszeit, die Räume seien durchweg 2,80 Meter hoch, die Wohnungen in herrschaftlich-gründerzeitlichem Stil gehalten, sagt Ralph Buser, Vorstandsvorsitzender des SBK. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Seit ein paar Jahren gehöre es der SBK Wohnbau, so Buser. Ursprünglich sollte das Objekt aufgeteilt und weiter verkauft werden, erklärt er – mit einem schönen Gewinn, der neue Bauvorhaben der Genossenschaft hätte finanzieren sollen. Doch der Schweizer Bau sei ihnen „ans Herz gewachsen“, so Buser, so dass er nun in der Genossenschaft gehalten werden solle. Inklusive Kaufpreis investiere die SBK Wohnbau 12,5 Millionen Euro. Danach sollen 4500 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen. 1000 dieser Quadratmeter gehören dann zu elf Wohnungen, die im Dachstuhl des Gebäudes anstelle der bisherigen Abstellräume entstehen.

Dadurch, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht, habe es mitunter lange Diskussionen mit den Behörden gegeben, so Buser – zum Beispiel was Gaupen und Balkone angehe, die auf der straßenabgewandten Seite entstehen. Die früheren und sehr kleinen Balkone wurden entfernt, neue und größere Balkone entstehen dort. Auch die Farbe der Fassade dürfe bei der Sanierung nicht verändert werden, so Buser. Auch Aufzüge oder neue Haustüren werde man aus diesem Grund nicht einbauen, sagt der Genossenschafts-Chef.