Wie kündigt sich ein Wintergewitter an?

„Wir hatten am Wochenende mitten über Deutschland mit Zentrum in Niedersachsen ein kräftiges Sturmtief namens Uwe“, sagt die Diplom-Meteorologin Britta Siebert-Sperl vom Unternehmen Wetter-Kontor. Am späten Sonntagnachmittag zog diese Kaltfront an den Alpen entlang in den Südwesten von Deutschland, wo es an diesem Tag für den Monat Februar recht warm war. „Wenn die Kaltfront auf etwas wärmere Luftmassen trifft, kommt es zu einzelnen Niederschlägen in Form von Regen“, sagt Siebert-Sperl.

Wie entsteht das Gewitter dann?

„In der Höhe war die Luft kälter als die bodennahe. Im unteren Bereich der Wolken entstand Regen, im oberen bildeten sich Eispartikel“, erklärt die Meteorologin. Die Eiskörner und die Regentropfen mischten sich wie in der Trommel einer Waschmaschine – und da Regen anders geladen ist als Eis, entluden sich dadurch Blitze. „Ein so genanntes Kaltfrontgewitter entstand“, erklärt Siebert-Sperl. Diese sehr lokalen Gewitter traten am Wochenende im gesamten südlichen Südwesten Deutschlands auf.

Hat das auch mit dem starken Sturm zuvor zu tun?

„Man kann nicht vorhersagen, wo sie genau auftreten, wir hatten aber vor bodennahen schweren Gewittern gewarnt“, sagt Britta Siebert-Sperl. Der Vorbote waren die hohen Temperaturen in Kombination mit der Höhenkaltluft und der Kaltfrontpassage. „Das war schon extrem“, sagt die Meteorologin. Am Boden war es etwa zehn Grad warm, doch „in 10 bis 15 Kilometern Höhe waren es wahrscheinlich etwa -25 Grad“, schätzt sie. „Das sorgt für extreme thermodynamische Prozesse.“

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Denn: Je höher die Temperaturunterschiede von Luftmassen, desto heftiger der Wind. Das Gewitter war letztlich dann der „Schlussakkord der Kaltfrontpassage“, wie es die Wissenschaftlerin ausdrückt.

Worin unterscheiden sich Gewitter im Sommer und im Winter?

Während im Winter die Kaltfrontpassagen in hohem Tempo schnell vorüberziehen und „der Spuk nach ein bis zwei Stunden vorbei ist“, so Siebert-Sperl, bilden sich Gewitter im Sommer vor Ort. Sogenannte Wärmegewitter gibt es, wenn sich in Bodennähe die Luft durch starke Sonneneinstrahlung aufheizt und nach oben steigt, da warme Luft leichter ist als kalte. Die Blitzentladungen sind bei Wintergewittern meist wesentlich kürzer und geringer als bei kräftigen Sommergewittern.

Ist in den kommenden Tagen wieder mit Blitz und Donner zu rechnen?

„Jetzt bleibt es rund um den Bodensee erst mal ruhig und winterlich“, sagt Britta Siebert-Sperl. In den kommenden Tagen soll es relativ trocken sein und, je nach Frühnebellage, auch sonnig. „Dieses Hochdruckwinterwetter beschert uns Hoch Dorit“, sagt die Meteorologin.