Der Vorplatz des Konzils füllte sich ab 17.30 Uhr zusehends. Immer mehr Menschen kamen hierher, um gegen die Abschiebung des Konzil-Mitarbeiters Lukmann Lawall und andere integrierte Geflüchtete zu demonstrieren.

Auf dem Rathausplatz sammelte sich die Menge. Mehrere Kundgebungen fanden hier statt.
Auf dem Rathausplatz sammelte sich die Menge. Mehrere Kundgebungen fanden hier statt. | Bild: Oliver Hanser

„Ich bin überwältigt“

„80 Personen waren angemeldet“, sagte Organisator Manfred Hölzl. „Ich denke, dass wir ein paar mehr sind. Ich bin überwältigt.“ Die Polizei sprach offiziell von 500 Teilnehmern. Vorne weg gingen die Mitarbeiter des Konzils, die ebenfalls als Geflüchtete nach Deutschland kamen – und die mit einem ähnlichen Schicksal rechnen müssen. Sie skandierten „Lukmann zurück ins Konzil, keine Abschiebung von Mitarbeitern“.

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Video: Schuler, Andreas

„Wir sind alle fassungslos“

Über die Marktstätte pilgerten die Menschen in den Rathausinnenhof. Hier fanden die Kundgebungen statt. „Wir sind alle fassungslos über das, was sich hier vor einer Woche abgespielt hat“, sagte Manfred Hölzl. „Wir wurden 2015 von der Politik aufgefordert, Menschlichkeit und Güte zu zeigen und bei der Integration der Menschen zu helfen. Das ist alles unglaublich gut gelaufen. Und jetzt? Jetzt ziehen sie die integrierten Menschen weg von ihren Arbeitsplätzen, ihren Nachbarn, ihren neuen Freunden, ihrer neuen Heimat.“

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Er fordere von der Politik, den Spielraum auszuschöpfen, um menschlich zu handeln. Für diese Worte erhielt er lang anhaltenden Applaus.

Konzilwirt Manfred Hölzl.
Konzilwirt Manfred Hölzl. | Bild: Oliver Hanser
Der Syrer Ronas Baker.
Der Syrer Ronas Baker. | Bild: Oliver Hanser

Der Syrer Ronas Baker, der ebenfalls 2015 nach Deutschland kam und im Konzil arbeitet, sprach auf dem Podest: „Ich danke allen Deutschen, die mich mit Liebe aufgenommen haben. Ich bin nicht hier, um Urlaub zu machen. Ich bin hier, um zu arbeiten und um mir eine neue Zukunft aufzubauen.“

Friedhelm Großmann von der Hilfsorganisation Safe me sprach von einer „schallenden Ohrfeige für alle Menschen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagiert haben“.

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Bürgermeister Andreas Osner stimmte zu: „Der Fall Lawall macht uns fassungslos. Diese Abschiebung zerreißt die Bevölkerung vor Ort. Es ist der blanke Hohn, sich von der großen Politik anhören zu lassen, dass wir das schaffen und dann werden die integrierten Menschen herausgerissen aus der Gesellschaft.“

Video: Schuler, Andreas

Auch dafür gab‘s Applaus. Der Abend endete später mit einem regen Austausch der Teilnehmer vor dem Konzil.

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