Für viele Konstanzer Radfahrer ist es eine Spielerei, für die Stadtplaner wie den Radbeauftragten Gregor Gaffga eine wichtige Datengrundlage: Die Fahrradzählstelle am Ende der Fahrradbrücke im Herosépark. Sie zählte seit Anfang August 2018 bis zum Jahresende insgesamt 1.144.718 Radler, wie die städtische Pressestelle mitteilt.

An den Wochenenden lag der tägliche Durchschnitt demnach bei 5036 Radlern an dieser Stelle, unter der Woche bei 7787.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Spitzentag war der 17. Oktober 2018. An diesem Mittwoch fuhren 13.164 Radler an der Zählstelle im Herosépark vorbei. Warum gerade an diesem Tag so viele Menschen auf zwei Rädern unterwegs waren, könnte am Wetter gelegen haben: Mit 20 Grad und Sonnenschein war es ein sehr warmer Herbsttag.

Ein paar Probleme gibt es allerdings in der Statistik

Fahrräder mit Anhänger werden allerdings doppelt gezählt, wie die Stadt auf Anfrage bestätigt. Und manche Fahrradfahrer werden gar nicht gezählt, wie diese beiden Bilder beweisen:

Bild: Oliver Hanser

"Die Zählwerte sind nicht 100 Prozent exakt, aber der Zählfehler ist insgesamt gering", so Anja Fuchs vom städtischen Pressebüro.

Was bedeuten die Zahlen?

Der städtische Radbeauftragte Gregor Gaffga jedenfalls sieht das Gesamtergebnis, und das ist durchaus positiv: „Die Zahlen können sich sehen lassen und lassen eine leichte Steigerung des Radverkehrs in den letzten Jahren vermuten", so Gaffga.

Die letzte Zählung des Radverkehrs auf der Fahrradbrücke habe im Jahr 2014 stattgefunden. Damals seien etwas geringere Werte gezählt worden. "Und die Zählstelle erfasst ja die Radfahrenden nicht, die in den Herosépark abbiegen", ergänzt Gaffga. "Es bleibt jedenfalls spannend, wie sich die Zahlen im nächsten Jahr entwickeln. Erst wenn man mal einen kompletten Jahresverlauf aufgezeichnet hat, kann man gute Vergleiche ziehen".

Warum sind solche Zähldaten eigentlich wichtig?

Die Daten solcher Dauerzählstellen sind eine wichtige Planungsgrundlage für den Radverkehr. Aus den Zählungen an verschiedenen Tagen der Woche können beispielsweise Rückschlüsse auf die Fahrzwecke und Ziele im Radverkehr gezogen werden. Hohe Aufkommen morgens und abends etwa deuten auf einen hohen Anteil an Berufsverkehr hin, Mittagsspitzen sind typisch für den Schülerverkehr.

Kann ich die Daten irgendwo selbst abrufen?

Die Daten der Fahrradzählstelle im Herosépark werden von der französischen Herstellerfirma Eco Counter erhoben. Die Stadt zahlt 300 Euro jährlich für die Datenübertragung auf den städtischen Server inklusive Backup, einen Alarmierungsservice bei Störung der Zählstelle sowie die Lizenz für die Auswertungssoftware, wie die städtische Pressestelle auf Anfrage erklärt.

Wer die Daten der Konstanzer Fahrradzählstelle für einen bestimmten Tag abrufen will, kann das auf dieser interaktiven Karte des Herstellers Eco Count tun. Demnach waren beispielsweise am 1. Januar nur 1561 auf dieser Strecke unterwegs. Auf der Karten sind Daten von insgesamt 225 Zählstellen weltweit abrufbar, auch die aus Christchurch in Neuseeland oder Buenos Aires in Argentinien.

Sobald die Stadt Konstanz ein Open-Data-Portal hat, sollen die Zähldaten auch dort zum Download zur Verfügung gestellt werden, so Anja Fuchs.