Führt man sich die vergangenen Jahre bei Siemens Konstanz vor Augen, kann das Aufatmen gar nicht groß genug sein. Einer Welle des Arbeitsplatzabbaus folgte die nächste, von der stolzen Zahl von 2000 Mitarbeitern ist gerade noch ein Drittel übrig geblieben. Verkauf und Verlagerung des Geschäfts waren mehr als nur Gedankenspiele. Und jetzt hat das Unternehmen selbstbewusst neue Räume auf dem Campus Konstanz bezogen und baut im wörtlichen wie im übertragenen Sinn an seiner Zukunft. Das ist bemerkenswert.

Geschäftsführer Michael Reichle lässt aber auch durchblicken, dass Siemens als einer der letzten großen Produktionsbetriebe in Konstanz keinen ganz leichten Stand hat. Immer mehr Dienstleistung und immer weniger Industrie, das war in den vergangenen Jahren eine Leitlinie der Wirtschaftsentwicklung. Sie hat Konstanz nicht schlecht getan. Aber auch auf eine moderne Fabrik sollte die Stadt stolz sein. Denn Deindustrialisierung als Selbstzweck ist noch nie gut gegangen.