Weit über den Gemeinderat hinaus herrschen Bestürzung und Trauer: Sonja Hotz, langjährige Stadträtin der SPD und Trägerin des Ehrenrings der Stadt, ist tot. Wie ihr Sohn und die Partei mitteilten, wurde sie nur 62 Jahre alt. Sonja Hotz war schon sehr lange sehr krank, doch hielt sie das nie davon ab, sich für andere einzusetzen: Bis 2016 gehörte sie dem Gemeinderat an, in den sie 1994 erstmals und dann immer wieder gewählt wurde. Wer sie dort erlebte, hörte einer Frau zu, die die leisen Töne wählte, stets einen Ausgleich suchte, nicht zu jedem Punkt ihre Meinung kundtun musste und die dann kämpferisch wurde, wenn es um Gerechtigkeit ging.

Kinder und Jugendliche lagen ihr besonders am Herzen

Viele ihrer Überzeugungen hatte sie durch eigenes Erleben gewonnen oder gefestigt. Sonja Hotz, von Beruf Erzieherin, war eine alleinerziehende Mutter, der vor allem das Wohl der Kinder und Jugendlichen am Herzen lag. Sie trat für kostenfreie Kinderbetreuung ein, als noch niemand von diesem Thema sprach. Sie engagierte sich für gutes Personal und gute Arbeitsbedingungen in den Kindergärten und Kitas der Stadt. Sie erkannte früh, warum Sozialarbeit an Schulen eine Unterstützung und kein Beweis von Versäumnissen ist.

Wenn es um Gerechtigkeit ging, wurde sie zur Kämpferin

Auch der soziale Wohnungsbau und ein gerechtes Gesundheitswesen waren ihr stets wichtig: So war sie eine Sozialdemokratin mit Haltung und Prinzipien, aber fern jeder Ideologie. Auf Sonja Hotz traf der Satz wirklich zu: Bei ihr standen die Menschen im Mittelpunkt.

SPD würdigt "außergewöhnlichen Einsatz und echte Hingabe"

Die Nachricht von ihrem Tod löste nicht nur bei ihren Angehörigen große Trauer aus. Auch die SPD reagiert bestürzt. In einem Nachruf der Partei heißt es: "22 Jahre lang war sie Mitglied des Konstanzer Gemeinderats und hat dieses Mandat mit außergewöhnlichem Einsatz und echter Hingabe ausgeübt." Weit über die SPD hinaus begleitet Sonja Hotz auch die Bewunderung, mit wie viel Tapferkeit sie gegen ihre schwere Krankheit ankämpfte und mit wie viel Würde sie zuletzt ihren vorgezeichneten Weg ging.

OB Uli Burchardt dankt für wichtige Impulse und Akzente

Oberbürgermeister Uli Burchardt würdigte Sonja Hotz, die er in den ersten Amtsjahren noch als Stadträtin erlebte: "Der Tod der Ehrenringträgerin und ehemaligen Stadträtin Sonja Hotz macht mich sehr betroffen. Mit ihr hat Konstanz eine Bürgerin verloren, die sich mit großem persönlichen Einsatz ehrenamtlich für die Stadt engagiert hat. Vor allem im sozialen und kulturellen Bereich hat sie über viele Jahre hinweg als Stadträtin wichtige Impulse gegeben und Akzente gesetzt. Durch ihre offene Art wurde sie im Rat zu einer sehr geschätzten Kollegin, die sich über die Parteigrenzen hinweg hohes Ansehen erworben hat."

Alt-OB Horst Frank erinnert sich an langjährige Weggefährtin

Auch ein langjähriger Weggefährte, der frühere Oberbürgermeister Horst Frank, reagierte mit tiefer Trauer auf die Nachricht von Sonja Hotz' Tod. "Sie war eine Sozialdemokratin, die nie vergaß, wofür sie einstand", sagte Frank. Zugleich erinnerte er daran, dass Sonja Hotz auch eine engagierte Umweltschützerin war: Beim BUND habe er sie vor Jahrzehnten kennen- und schätzengelernt. Dass diese tatkräftige Frau nur 62 Jahre alt wurde, mache ihn betroffen: "Sie hat sich nie in den Mittelpunkt gestellt und hat so viel für andere getan."

Letzter Abschied von einer vielseitig engagierten Frau

Sonja Hotz wurde 1994 erstmals und dann erneut 1999, 2004, 2009 und 2014 für die SPD in den Gemeinderat gewählt. Sie engagierte sich nicht nur im Ortsvorstand ihrer Partei, sondern auch beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und in sozial orientierten Verbänden wie der Arbeiterwohlfahrt oder dem Deutschen Mieterbund Bodensee, wo sie viele Jahre dem Vorstand angehörte. 2016 gab sie ihr Mandat wegen ihrer Erkrankung auf. Beerdigt wird Sonja Hotz am Mittwoch, 31. Januar, um 10.45 Uhr auf dem Konstanzer Hauptfriedhof.