Nur ein Kompliment oder eine Erniedrigung, das Überschreiten einer Grenze? Eine Nutzerin der Facebook-Gruppe "Du bist aus Konstanz, wenn..." ärgert sich über Arbeiter, die mit dem Wiederaufbau des Schwaketenbades beschäftigt sind.

Lesen Sie auch

Sind denn Pfiffe von Bauarbeitern strafbar?

"Sobald man vorbeiläuft, wird einem hinterhergerufen, gepfiffen", schreibt sie. Als sie kürzlich abends an der Baustelle vorbeigeht, warten "zwei der Typen an der Ecke und laufen mir hinterher", führt sie aus. Da reicht es ihr und sie wendet sich an die Polizei. Die Beamten erklären ihr am Telefon, hier könne man nichts machen, es sei ja nichts passiert. Die Rechtslage ist kompliziert, eine sexuelle Belästigung etwa liegt auch nach neuester Gesetzeslage nur bei Berührungen vor.

Wer ist eigentlich der Bauherr am Schwaketenbad?

Mit ihrem Beitrag in der Facebook-Gruppe löst die Frau eine Diskussion aus. Die Grundtendenz ist: Das gehört sich nicht oder ist niveauloses Getue. Einige raten ihr, sie solle sich an den Architekten oder den Bauherrn wenden. Dies ist die Bädergesellschaft Konstanz, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke.

Und wie sehen die Stadtwerke das Verhalten?

Laut deren Sprecher, Christopher Pape, seien noch keine Beschwerden in diesem Zusammenhang eingegangen. Pape betont jedoch: "Das von der Dame auf Facebook beschriebene Verhalten der Herren entspricht in keiner Weise den Werten der Bädergesellschaft Konstanz."

Daher habe man sich mit der Bauleitung in Verbindung gesetzt und den Hinweis der Facebook-Nutzerin an das Unternehmen weitergeleitet, das die Bauarbeiter beschäftigt. "Das Unternehmen wird diese Herren identifizieren und dafür sorgen, dass ein solches Verhalten in Zukunft nicht mehr vorkommt", kündigt Pape an.

Wie geht die Diskussion bei Facebook weiter?

Nicht alle werteten das Verhalten der Bauarbeiter wie die Stadtwerke. Einige – Männer wie Frauen – sahen darin ein Kompliment. Eine Nutzerin, jedenfalls gibt sie sich bei Facebook als weiblich aus, schreibt der Frau, sie solle "doch froh sein, dass ihr noch hinterhergepfiffen wird". Wenig später ist die Kommentarfunktion unter dem Beitrag deaktiviert – von der Frau, die die Diskussion erst ausgelöst hatte.