Wären es normale Zeiten, wären die Verstöße, die die Berichte der Landespolizei füllen, nicht einmal Kleindelikte. Es sind aber keine normalen Zeiten. Die Corona-Verordnung soll die Menschen vor Ansteckung mit dem Covid-19-Virus schützen.

Die Polizei ahndet auch in Konstanz die Verstöße gegen die Corona-Verordnung streng. Seit Sonntagabend dürfen Menschen nur noch allein oder in Begleitung eines Haushaltsfremden nach draußen. Für Familien gelten Ausnahmen.

Menschen in zu großen Gruppen unterwegs

Am Sonntagnachmittag beanstandet die Polizei einige Verstöße, beispielsweise auf dem Waldweg in der Nähe des Schwaketenbads, wo eine Acht-Personen-Gruppe unterwegs gewesen sei. Auch im Herosé-Park seien fünf Jugendliche gemeinsam unterwegs gewesen. Am Samstag habe sich eine siebenköpfige Gruppe Jugendlicher auf dem Bolzplatz der Magdeburger Straße aufgehalten, berichtet Tatjana Deggelmann, Sprecherin des Polizeipräsidiums Konstanz.

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Für Verstöße gibt es inzwischen Anzeigen

In allen drei Fällen sei eine Anzeige auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes erfolgt. Innerhalb weniger Tage ist die Einsicht in der Bevölkerung aber gewachsen. Dieses Fazit zieht im Großen und Ganzen auch die Polizei.

Um die Mittagszeit stehen Benedikt Reineck und sein Kollege am Bodensee Kebaphaus und warten auf ihre Bestellung. Die drei Kunden halten meterweiten Abstand, ganz nach Vorschrift. „Soweit möglich wird es eingehalten“, hat Reineck beobachtet, „ich finde es auch vernünftig.“

Benedikt Reineck (links) hält Abstand zu seinem Kollegen und einem weiteren Kunden. Mit der Regel sind sie einverstanden.
Benedikt Reineck (links) hält Abstand zu seinem Kollegen und einem weiteren Kunden. Mit der Regel sind sie einverstanden. | Bild: Wagner, Claudia

Auch im Einkaufszentrum Edeka Baur hat sich einiges verändert: Hinweisschilder erinnern daran, den gebotenen Abstand von 1,50 Metern zu halten.

Bild: Wagner, Claudia

Auf dem Boden sind Linien markiert, die den Abstand zum nächsten Kunden vorgeben. Wer einen Einkaufswagen nimmt, darf ihn zuvor mit einem Tuch desinfizieren.

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Eine junge Frau zieht ein Desinfektionstuch aus dem Spender, um den Einkaufswagen damit abzuwischen.
Eine junge Frau zieht ein Desinfektionstuch aus dem Spender, um den Einkaufswagen damit abzuwischen. | Bild: Wagner, Claudia

Eva Linberg hat ihren Einkauf beendet. Den neuen Regelungen zur Kontaktvermeidung stimmt sie zu. „Ein wenig mulmig ist mir schon. Nicht alle Leute weichen aus, wenn man entgegenkommt“, sagt sie, „die neuen Regeln hätten viel früher kommen sollen.“

Eva Linberg begrüßt die Regelungen zum Kontaktverbot, die jetzt getroffen wurden
Eva Linberg begrüßt die Regelungen zum Kontaktverbot, die jetzt getroffen wurden | Bild: Wagner, Claudia

Einige Stunden später am Herosé-Park: Auch hier verhalten sich die Menschen diszipliniert, sitzen paarweise auf Bänken oder am Ufer. Trotz des eisigen Windes ist hier allerdings viel los, Kinder spielen, eine Dreiergruppe springt Seil. Dass das Land im Krisenmodus ist, nein, davon ist hier wenig zu spüren.