Im Sommer 1994 konnte unter den Konstanzer Sportfreunden noch niemand etwas mit dem Begriff Superball anfangen. Die Handballer der HSG waren damals in der Rheinguthalle eine Macht und gerade in die Regionalliga aufgestiegen – und im Juni standen Ignatz und Maria Path zum ersten Mal an der Theke der längst abgerissenen Rundsporthalle nahe der HTWG.

Ihr Sohn Benjamin war kurz zuvor aus Radolfzell in die Jugend der HSG Konstanz gewechselt, und so wurden die Eltern flugs als Helfer mitverpflichtet.

An diesem Freitag feiert Benjamin mit seinen Eltern in der Schweiz seinen 40. Geburtstag – und keine 24 Stunden später sorgen Ignatz und Maria Path wieder dafür, dass bei einem Heimspiel der Konstanzer Handballer niemand hungrig bleibt. So wie seit einem Vierteljahrhundert an fast jedem zweiten Samstag.

Auch von den Spielern (hier Patrick Glatt im Jahr 2013) erhalten Maria und Ignatz Path immer wieder Präsente für ihre Arbeit hinter der Theke.
Auch von den Spielern (hier Patrick Glatt im Jahr 2013) erhalten Maria und Ignatz Path immer wieder Präsente für ihre Arbeit hinter der Theke. | Bild: Peter Pisa

Das kommende Wochenende wird kein gewöhnliches

Die sechste Auflage des Superball steht am Samstag an, ein wichtiger Termin im Kalender der Konstanzer Fans, die längst wissen, dass damit ein Tag ganz im Zeichen des Handballs gemeint ist.

Um 11 Uhr spielt die C-Jugend der HSG Konstanz, gefolgt von der A-Jugend um 13 Uhr und der zweiten Mannschaft um 15 Uhr. Anschließend empfangen die Frauen des SV Allensbach die TSG Ketsch II (17.30 Uhr), ehe die HSG-Männer als Drittliga-Spitzenreiter um 20 Uhr gegen den TSB Heilbronn-Horkheim den Handball-Marathon beschließen.

Beim Superball spielen die Handballer der HSG Konstanz (im Bild) und die Handballerinnen des SV Allensbach stets vor vollen Rängen.
Beim Superball spielen die Handballer der HSG Konstanz (im Bild) und die Handballerinnen des SV Allensbach stets vor vollen Rängen. | Bild: Peter Pisa

Ganz wichtig ist der Kaffee – besonders für die Gästespieler

Von den Zuschauern fordert dieses mächtige Programm schon jede Menge Ausdauer. Doch Familie Path weiß das locker zu toppen. Die 68-jährige Maria und ihr acht Jahre älterer Mann Ignatz haben einen festen Zeitplan: Am Donnerstag wird eingekauft, und am Freitag kochen sie zu Hause mit Ausnahme der Bolognese die Nudelsoßen vor. Am Samstag kommen die fleißigen Helfer bei gewöhnlichen Heimspielen dann drei Stunden vor Anpfiff vollbepackt am Schänzle an.

„Ganz wichtig ist, zuerst den Kaffee zu machen. Wenn die Gegner kommen, rufen sie schon von weitem danach.“ Maria Path

Während die Sportler sich nach einer langen Anreise mit Koffein versorgen, belegen die Radolfzeller mit ihrem Team Brötchen und schmieren Brezeln.

Der Rekord waren 35 Kilogramm Pasta an einem Tag

Einmal im Jahr wird diese geliebte Routine jedoch durchbrochen. Der Superball-Samstag fängt schon viel früher an für die Mannschaft hinter der Mannschaft.

„Spätestens um 8 Uhr sind wir da in der Halle. Die Gegner, die von weiter herkommen, bekommen schließlich später ihr Mittagessen bei uns.“ Ignaz Path

Allein sind die beiden aber nie. Das gibt Maria Path gerne zu: „Wir haben viele gute Helfer, die alle mit anpacken." Anders würde ein Tag mit der Bewirtung von zehn Mannschaften und knapp 2000 Zuschauern auch gar nicht funktionieren. Mit großen Augen erinnert sich Maria Path an den Superball vor zwei Jahren, als sie sage und schreibe 35 Kilogramm Pasta kochen musste, um alle satt zu bekommen.

HSG-Präsident Otto Eblen bedankt sich beim Sommerfest 2017 bei Maria Path.
HSG-Präsident Otto Eblen bedankt sich beim Sommerfest 2017 bei Maria Path. | Bild: Peter Pisa

Stress kommt dabei aber nie auf. „Mit Willen und guter Laune geht alles“, sagt Maria Path, die wie ihr Mann Ignatz natürlich ein großer Fan des eigenen Teams ist. Und obwohl sie seit 25 Jahren bei fast jedem Heimspiel in der Halle sind, haben sie dabei doch kaum ein Tor ihrer HSG-Handballer live gesehen.

„Daran kann man nichts ändern, das ist halt so. Dafür fahren wir manchmal auswärts mit.“ Ignatz Path.

Der Einsatz in der Schänzlehalle ist für die beiden eben immer mit harter Arbeit verbunden, damit der Spieltag reibungslos ablaufen kann. Meistens sind sie bis kurz vor Mitternacht im Einsatz, so wie beim Superball auch wieder. „Das macht uns trotzdem Spaß“, sagt Maria Path, „wir sind einfach gerne unter jungen Leuten. Da ist immer was los.“

Alles rund um den Superball

  • Das Event: „Mit dem Superball wollen wir für den Sport in Konstanz und Allensbach etwas ganz Besonderes bieten“, erklärt Otto Eblen, Präsident der HSG Konstanz, und verweist auf die enorme Arbeit, die in die Großveranstaltung investiert wird. Über 150 Mitarbeiter sorgen bei über 250 VIP-Gästen und bis zu 1900 Zuschauern für unvergessliche Momente.
  • Das Rahmenprogramm: Rund um den Sport wird wieder ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm das Event abrunden. So werden die HSG-Cheerleader die Spiele umrahmen, im Foyer gibt es eine Sekt- und Cocktailbar und es werden zahlreiche Speisen angeboten. Nach dem Drittliga-Spiel der HSG Konstanz findet ab 22 Uhr im Foyer eine Players-Night mit Barbetrieb statt.
  • Die Tickets: Karten kosten im Vorverkauf 17 Euro und ermäßigt für Kinder zwischen 14 und 18 Jahren sowie Studenten 12 Euro. Die VIP-Karte (reservierter Tribünenplatz, Teilnahme am VIP-Empfang, Pressegespräch und Interviews im VIP-Raum, freie Getränke und Galabüfett im VIP-Raum) gibt es für 49 Euro (29 Euro für Dauerkartenbesitzer und Sponsoren). Kinder unter 14 Jahren sind frei für Stehplätze. Dauerkarten von SVA und HSG gelten ohne Zuschlag.
  • Der Vorverkauf: Da die Veranstalter mit einer vollen Schänzlehalle rechnen, wird der frühzeitige Erwerb eines Tickets für einen reservierten Tribünenplatz im Vorverkauf dringend empfohlen. Alle Sitzplätze sind nummeriert und können – soweit noch verfügbar – frei gewählt werden. Der Vorverkauf findet ausschließlich online über www.hsgkonstanz.de/tickets statt.
  • Die Parkplätze: Aufgrund des großen Zuschauerandrangs bitten die Veranstalter – neben den Parkplätzen direkt an der Schänzlehalle – auf den Großparkplatz am Bodenseeforum auf der nördlichen Seite der Schänzlebrücke auszuweichen. (joa)