Konstanz Sein Talent ist gottgegeben

Ausgezeichnet (2): Seine Vielfältigkeit macht ihn besonders. Bogdan Michael Kisch erhält den diesjährigen Förderpreis für junge Künstler in der Kategorie Musik

Kraftvoll und gleichzeitig einfühlsam, fast schon gottgegeben überzeugte Bogdan Michael Kisch die Jury für den diesjährigen Förderpreis für junge Künstler der Stadt Konstanz in der Kategorie Musik. Das passt, denn Bogdan heißt übersetzt auf Deutsch gottgegeben. Wenn er spielt, wird er mit seinem Violoncello fast eins und entführt seine Zuhörer in die Welt der Klassik und Romantik.

Kischs musikalische Ausbildung und Karriere ist beeindruckend. Seit Kurzem ist er Mitglied des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Den Weg zu dieser heiß umkämpften Stelle beschritt der 1990 in Cluj-Napoca in Rumänien geborene Musiker erfolgreich und sehr zielstrebig: „Mit sechs Jahren erhielt ich meinen ersten privaten Cellounterricht“, erinnert sich Kisch. Das war zwei Jahre, nachdem er aus Rumänien nach Konstanz zog. Kisch berichtet vom starken Rückhalt aus seiner Musikerfamilie. Sein Vater Alexander Kisch spielt Kontrabass an der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, mit ihm und seinem Bruder tritt der Preisträger immer wieder auf verschiedenen Konstanzer Bühnen auf.

Mit zwölf Jahren wird er Jungstudent an der Musikakademie Basel, bei vielen Wettbewerben setzt er sich mit seinem Talent und seiner Leidenschaft erfolgreich durch. Auch in der Schule, auf dem Heinrich-Suso-Gymnasium, spielte er in Orchestern und fuhr mit auf Orchesterfahrten. „Für ein nichtmusisches Gymnasium konnte ich unheimlich viel für mich mitnehmen“, betont Kisch. Er empfiehlt allen musikbegeisterten Kindern, möglichst viel in Schulorchestern mitzuspielen und so erste Erfahrungen zu sammeln.

Im Bundesjugendorchester spielte Kisch im Jahr 2006 erstmals in einem großen Orchester. Vom 120-köpfigen Orchester ist der damals 16-Jährige beeindruckt. Sie touren durch ganz Deutschland und auch im Ausland geben sie Konzerte. Die Orchesterluft lässt ihn nie mehr los.

Schon vor dem Abitur beginnt Überflieger Kisch sein Studium an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. In der Klasse von Professor Martin Ostertag studiert er Violoncello und Kammermusik. „Ostertag ist ein sehr prägender Musiker für mich. Sein Spiel und seine musikalische Vermittlung haben mich von Anfang an geprägt“, erklärt Kisch. Im Musikstudium ist es wichtig, dass das Zwischenmenschliche zwischen Professor und Student funktioniert, da der Unterricht meistens aus Einzelunterricht besteht.

Während seiner Zeit in Karlsruhe gründete er mit zwei Kommilitonen die Kammermusikgruppe „Gutfreund Trio“. Mit seinen Freunden Jens Adrian Fischer, der Klavier spielt und Julian Fahrner, der den Violinenpart übernimmt, überlegten sie sich einen einprägsamen Namen. „Der Name Gutfreund lehnt sich an die Rolle des Puck aus dem Sommernachtstraum von Felix Mendelssohn an. Pucks bürgerlicher Name ist Robin Goodfellow, also Gutfreund auf deutsch“, erklärt Kisch. Zudem deute der Name auch auf die gute Freundschaft der drei hin. Mit dem Klaviertrio spielen sie hauptsächlich Kammermusik, "ein Standbein von dreien", betont Kisch. „Mir persönlich ist es wichtig, solistisch, im Orchester und in der Kammermusik tätig zu sein“, erklärt er. Das Trio ist auch der Grund, warum der junge Musiker nicht an der Preisverleihung des Förderpreises am 14. Oktober da sein kann. Gutfreund Trio spielt an dem Abend ein Kammermusikkonzert in Köln.

In die Zukunft sieht Kisch zufrieden und gelassen. In Frankfurt ist er sehr glücklich und wenn er die Probezeit am Opern- und Museumsorchester nach ein paar Monaten besteht, hat er eine feste Stelle als Musiker. Und das direkt nach dem Master-Abschluss.

Der Preis und die Serie

  • Der Preis: Alle zwei Jahre vergibt die Stadt den Förderpreis für junge Künstler unter 35 Jahren in den Kategorien Musik, Literatur und Bildende Kunst. Ziel ist die Förderung von Künstlern, die eine künstlerische Verbindung zur Stadt oder dem Landkreis haben. Das Preisgeld beläuft sich auf 2000 Euro je Sparte, insgesamt also auf 6000 Euro. Über die Vergabe entscheidet eine Fachjury. Dieses Jahr findet die Verleihung am Samstag, 14. Oktober, um 19 Uhr im Wolkenstein-Saal im Kulturzentrum am Münster statt.
  • Die Serie: In der Serie Ausgezeichnet stellt der SÜDKURIER die Preisträger bis zur Verleihung vor. Neben Michael Bogdan Kisch erhalten den Preis 2017 noch Meral Ziegler (Literatur) und der Dokumentarfilmer und Experimentalkünstler Jeremias Heppeler (Bildende Kunst). (cmk)






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