Was für eine Gaudi: Das Fischerstechen ist und bleibt die Attraktion des Allensbacher Seetor-Feschts und beweist sich als Publikumsmagnet. Die einheimischen Teams, die sich in der Allensbacher Variante eines modernen Wasser-Ritter-Turniers messen, sind stets Garanten für Situationskomik und beste Unterhaltung. Zum 25. Seetor-Fescht schien ihr Alefanz besonders ausgeprägt zu sein.

Erst wenn die Kontrahenten mit einem richtigen Plumps ins Wasser fallen, macht das Fischerstechen wirklich Spaß.
Erst wenn die Kontrahenten mit einem richtigen Plumps ins Wasser fallen, macht das Fischerstechen wirklich Spaß. | Bild: Aurelia Scherrer
Skurril waren schon die Namen, welche sich die 16 Teams gaben, und ihre Kostümierungen waren noch komischer. Die Gebrüder Malkmus erschienen im Nonnenkostüm, Rotkäppchen gab sich besonders kämpferisch und sogar eine Banane wagte sich auf das schwankende Ruderboot, die Lanze fest in der Hand haltend. Hunderte Zuschauer säumten das Ufer an der Stedi und beobachteten das Gaudi-Turnier gespannt. Jeweils zwei Ruderboote glitten aufeinander zu und die Fischerstecher versuchten, mit ihrer Lanze den Gegner mit einem gezielten Hieb aus dem Gleichgewicht zu bringen und ins Wasser plumpsen zu lassen. Die Teams wurden kräftig angefeuert und es gab viel zu lachen, sei es aufgrund der zum Teil übungsbedürftigen Ruderkunst, der Maskeraden oder den ulkigen Sprüngen ins erfrischende Nass.

„Es war wieder Gaudi pur“, wertet Ludwig Egenhofer, Sprecher der ausrichtenden Seetor-Fescht-Vereine. „Das Fischerstechen muss einfach sein. Ohne diese Attraktion fehlt etwas Wesentliches. Und das bedeutet: Wir müssen schauen, dass es immer stattfindet.“ In diesem Jahr entwickelte das Gaudium überdies eine interessante Eigendynamik. Dass die Teams nach absolviertem Fischerstechen ein Bad im Alet-Brunnen auf dem Seetor-Feschtplatz nehmen und in dem „Pool“ eine Polonaise tanzen, das ist Tradition in Allensbach. Der seit mehr als einem Jahr amtierende Bürgermeister Stefan Friedrich jedoch näherte sich leichtsinnig den badenden Fischerstechern, um sie mit einem Kasten Freibier zu erfreuen. Prompt wurde er patschnass gespritzt und fand sich kurz darauf selbst im Brunnen wieder. „Typisch Allensbach“, werten die Kenner. „Anfängerfehler“, schmunzelt Ludwig Egenhofer, denn Alt-Bürgermeister Helmut Kennerknecht ist im Laufe seiner langjährigen Amtszeit nie dergleichen passiert. „Kennerknecht war halt cleverer“, grinst Egenhofer verschmitzt, aber zugleich stolz, dass der amtierende Bürgermeister so toll mitmacht.

Publikumsmagnet im Rahmen des Allensbacher Seetor-Feschts ist das Fischerstechen, das hunderte Zuschaueran die Stedi lockt.
Publikumsmagnet im Rahmen des Allensbacher Seetor-Feschts ist das Fischerstechen, das hunderte Zuschaueran die Stedi lockt. | Bild: Aurelia Scherrer
Seetor-Fescht: Ein Fest von Allensbachern für Allensbacher und alle Generationen feiern mit.
Seetor-Fescht: Ein Fest von Allensbachern für Allensbacher und alle Generationen feiern mit. | Bild: Aurelia Scherrer
Musik ist unverzichtbar für ein Fest: Hier sorgte der Fanfarenzug für Stimmung beim Seetor-Fescht.
Musik ist unverzichtbar für ein Fest: Hier sorgte der Fanfarenzug für Stimmung beim Seetor-Fescht. | Bild: Aurelia Scherrer

„Es war eines der besten Seetor-Feschte“, bilanziert Egenhofer. Das dreitägige Freiluftfest auf dem Rathausplatz sei sehr gut angenommen worden und friedlich verlaufen. Es habe laut Pressestelle der Polizei Konstanz keine besonderen Vorkommnisse gegeben. „Vorwiegend schönes Wetter, viele Gäste, gute Stimmung und alles hat geklappt“, sagt Egenhofer kurz und prägnant. „Es war ein richtig schönes, heimeliges Dorffest. Die Vereine haben sehr gut zusammengearbeitet.

“ Dass zeitgleich das Konstanzer Weinfest stattfand, habe keine Auswirkungen auf die Allensbacher Veranstaltung gehabt. „Konstanz ist egal. Das war nie eine Konkurrenz“, sagt Egenhofer als stolzer Allensbacher. Das 25. Seetor-Fescht sei so motivierend gewesen, „dass das 26. Fest sicherlich stattfinden wird.“ Egenhofer habe bereits ein paar Ideen für das nächste Mal.

Das Seetor-Fescht

  • Fischerstechen: Das diesjährige Fischerstechen gewann das Team „Fix + Foxi“ mit Daniele Paar und Cornell Lang. Den 2. Platz eroberte das Team „Schwermetall“ (Niko Klar und Jonas Deggelmann), gefolgt von den Drittplatzierten „Will grigg‘s on fire“ (Tim Buck und Nikolai Rothmund).
  • Das nächste Seetor-Fescht findet vom 28. bis 30. Juli 2017 statt. (as)