Glücklich strahlten die Kuckuck um die Wette. Die Narren aus nah und fern und die Zuschauer waren in Hochstimmung. Alle freuten sich über das Bilderbuchwetter, das schöner nicht hätte sein können. Mehr als 4500 Zuschauer kamen bereits am Freitag zum Nachtumzug. Rund ging es in dem vormaligen Erholungsort, der unwillkürlich zum trubeligen Narrendorf wurde. "Halle, Besenwirtschaften und die Straßen waren gefüllt mit Hästrägern und Mäschgerle. Die Stimmung war tiptop", freut sich Kuckuck-Zunftmeister Michael Niebling. "Alle waren gut drauf. Das war mal wieder Fasnacht wie sie sein sollte", wertete auch Winfried Romer, Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr in Litzelstetten.

Der Sonntagsumzug übertraf sogar die kühnsten Erwartungen. Mehr als 10 000 Zuschauer säumten den Umzugsweg an der Martin-Schleyer-Straße. Sie jubelten 43 Narrenzünften und Musikgruppen zu, erhaschten unzählige Guetsele, wurden mit Konfetti eingerieben und von Hexen nicht nur wortwörtlich auf den Arm genommen. Hochnärrische Interaktion war angesagt – auch unter den Umzugsteilnehmern. Das spontane Intermezzo zwischen Hexen und Wildschweinen gereichte zur Mega-Gaudi. Knapp zwei überaus kurzweilige Stunden genossen die Zuschauer das närrisch-bunte Defilee und feierten größtenteils anschließend noch in den Besenwirtschaften und der Seeblickhalle weiter. Jene war am Vorabend nicht gar so beliebt. Der Brauchtumsabend am Samstag litt unter Zuschauermangel – das einzige Manko des gelungenen Narrenwochenendes. Zwei Gründe könnte es für den geringen Zuspruch geben: Manch einer glaubte, ein Brauchtumsabend sei per se eine geschlossene Veranstaltung, und vielleicht befürchteten einige junge Mäschgerle einen Ehrungsmarathon. Beides war nicht der Fall.

Zunftmeister Michael Niebling kniete während des Zunftmeister-Empfangs sogar vor dem Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt nieder – allerdings nicht aus Dankbarkeit, weil er aus den Händen des Stadtobersten einen Scheck in Höhe von sage und schreibe 325 Euro entgegen nehmen durfte, sondern um den Mikrofonständer zu befestigen. Seenarrenkapitän Burkhard Grob war voll des Lobes, was das Seenarrentreffen 2017 und die Organisation der Kuckuck und der Litzelstetter – alle arbeiteten miteinander und Hand in Hand – anbelangte. Von dem Narrengottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul, welche der katholische Pfarrer Armin Nagel und der evangelische Vikar Jan Otte gestalteten, war er nachhaltig beeindruckt, zumal der Fanfarenzug Kuckuck für die musikalische Umrahmung gesorgt hatte: "Das war gewaltig", so Grob. "Da hat man eine Gänsehaut am ganzen Körper bekommen." Niebling ist jetzt glücklich und erleichtert: "Vor allem bin ich froh, dass nichts gravierendes Passiert ist und wir auf ein friedlich-stimmungsvolles Seenarrentreffen blicken können."

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Die Seenarren

Im November 2003 wurde der Zusammenschluss der Seenarren aus der Taufe gehoben. Im Jahr 2004 fand das erste Treffen statt. Den Seenarren gehören an: Schimmelreiter Güttingen, Alet Allensbach, Welsbart Möggingen, Kuckuck Litzelstetten, Ducherle Kaltbrunn, Schoofwäscher Stahringen, Moofanger Liggeringen, Schlofkappe Hegne, Seifensieder Markelfingen, Moorschrat Dettingen, Ala-Bock Dingelsdorf und Pfaffenmooser Reichenau. Das Seenarrentreffen 2017 richteten am vergangenen Wochenende die Litzelstetter Kuckuck aus. (as)