Man könnte meinen, wir hätten mit einem Schlag das Gehör verloren. „Was, wie bitte, bitte was?“ schallt es kreuz und quer durch die Konstanzer Lokalredaktion, als auf unseren Bildschirmen diese Pressemitteilung aufploppt: „Kostenloses Parken und Shuttlebus für Besucher aus der Schweiz.“ Die Stadt Konstanz biete an Samstagen ab sofort einen zusätzlichen Service für Autofahrer aus der Schweiz an, heißt es unter dieser Überschrift. Sowohl das Parken an der Schänzlehalle als auch die Busfahrt in Richtung Innenstadt seien in Zukunft kostenfrei.

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Ein spezieller Parkservice für Schweizer. Ob das so eine gute Idee ist? Der Kollege vom Tisch nebenan malt sich direkt aus, wie die Reaktion eines gnadenlosen Schweiz-Kritikers auf diese Nachricht ausfallen könnte: „Und um die kostenfreien Parkplätze für Schweizer auszugleichen, zahlen wir Deutsche fürs Parken einfach doppelt so viel“, könnte so jemand zum Beispiel sagen. Oder: „Wie wäre es mit einem Soli, der den Konstanzern monatlich abgebucht wird? Damit die armen Schweizer Banker nicht erst fünf Jahre warten müssen bis sie sich den nächsten Porsche leisten können.“

Keine Trennung nach Nummernschildern

Aber gemach. Oftmals lohnt es sich ja, einen Text zu Ende zu lesen. Das gilt auch für diese Mitteilung des Presseamts. Denn dort heißt es weiter: „Kraftfahrzeuge, die von der Autobahn 7 aus Konstanz ansteuern, können ihr Auto an der Schänzlehalle parken und mit dem Shuttlebus in die Innenstadt weiterfahren. Beide Services – sowohl das Parken als auch die Busbeförderung – sind kostenlos.“ Also gut. Das klingt ja schon nicht mehr ganz so diskriminierend.

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Eher so, als würde der neue Service für alle Autos gelten, die von der A7 kommend zur Schänzlehalle unterwegs sind. Also wird man darauf verzichten, ankommende Fahrzeuge anhand ihres Nummernschilds zu kontrollieren, bevor man die Insassen ins Gratis-Shuttle lässt?

Ja, so die eindeutige Aussage von Stadt-Pressesprecher Ulrich Hilser. Die Nationalität spiele bei dem neuen Angebot tatsächlich überhaupt keine Rolle, gibt er am Telefon Entwarnung.

Ein Angebot für alle

Wer aus Richtung Singen nach Konstanz fährt, könne ja bereits auf die Parkplätze und Shuttlebusse zurückgreifen, die am Seerhein bereitstehen, erklärt er. Deshalb habe man die aus Deutschland kommenden Autofahrer in der Pressemitteilung nicht explizit erwähnt. Mit dem Angebot an der Schänzlehalle wolle man ganz allgemein für Entlastung sorgen – gerade im Hinblick auf die Baustelle am Sternenplatz.

Die Shuttlebusse werden die Fahrgäste – vollkommen unabhängig von ihrer Herkunft – von 10 Uhr bis 20 Uhr ab der Schänzlehalle (Winterersteig) in die Altstadt transportieren, jeweils zur vollen und halben Stunde. Haltepunkt ist dort dann die Stephansschule. „Die Abfahrtszeiten ab der Stephansschule zurück zum Park-and-Ride-Parkplatz an der Schänzlehalle sind dann jeweils stündlich um .15 und .45“, erklärt der Pressesprecher weiter. Gar kein so schlechtes Angebot, findet die SÜDKURIER-Redaktion einhellig – und erfrischend undiskriminierend...