Hier stand einmal das Schwaketenbad, an dem Zehntausende Konstanzer ihre Freude hatten. Eineinhalb Jahre nach dem vernichtenden Brand verschwinden auch die Reste der Einrichtung aus dem Blickfeld. Bis Februar soll das, was vom Bad übrig geblieben ist, abgetragen sein. Im gleichen Monat will die Bädergesellschaft bereits den Bauantrag bei der Stadt Konstanz einreichen.

Damit verdeutlicht die Bädergesellschaft, dass sie es eilig hat, den Konstanzern wieder ein Hallenbad wie das Schwaketen anbieten zu können. Dafür nimmt sie rund 28,3 Millionen Euro in die Hand. Eine ordentliche Summe, deren Höhe auch aufgrund des zweiten 25-Meter-Beckens zusammenkommt. Immer wieder war die Rede davon, dass sich das Land an den Baukosten beteiligen könnte. Das wäre quasi ein Beitrag für den Hochschulsport der Universität gewesen. Gewesen deshalb, weil es aus Stuttgart keinen Zuschuss geben wird. Diese Nachricht hat die Uni kürzlich aus dem Finanzministerium erreicht, erklärt Pressesprecherin Julia Wandt.

Das soll aber nicht heißen, dass der Hochschulsport keine Möglichkeit für Schwimmtraining im neuen Schwaketenbad erhalten wird. Er werde auch künftig die Becken nutzen, heißt es auf Anfrage aus dem Wissenschaftsministerium. Die Modalitäten seien allerdings noch nicht geklärt. Eine ähnliche Aussage kommt von der Bädergesellschaft Konstanz: "Bisher ist unwidersprochen, dass die Uni im neuen Schwaketenbad mindestens die alte Kapazität benötigt und dafür eine Kostenmiete bezahlt. Bei jetzigem Kenntnisstand ändert sich daher nichts an der bisherigen Kalkulation des neuen Bads."

Mindestens 12,3 Millionen Euro kommen als Versicherungsleistung für das im Juli des vergangenen Jahres abgebrannte Bad. Die Stadt erhöht die jährliche Bäderausgleichszahlung von maximal 2,5 auf bis zu 2,9 Millionen Euro. Badegäste werden sich auf höhere Eintrittsgebühren einstellen müssen, und auch Vereine sowie Hochschulsport werden bei der Miete für die Nutzung der Schwimmflächen tiefer in die Tasche greifen müssen.

Bis Mitte oder Ende Februar – je nach Wetterlage – würden die Reste des Schwaketenbads abgetragen, erklärt die Bädergesellschaft. Der Keller sei aus Beton, das Baumaterial werde geschreddert und beprobt, also auf Schadstoffbelastung geprüft. Nachdem der Bauantrag noch im Februar dem zuständigen Amt der Stadtverwaltung vorgelegt werden soll, sei ein Baubeschluss für Juli 2017 geplant und der Baubeginn für Dezember 2017. Die auf dem Areal stehende Flüchtlingsunterkunft wird laut Bürgermeister Andreas Osner bis dahin nicht mehr existieren. Wie er im Gemeinderat sagte, würden die Leichtbauhallen auf dem Parkplatz bis etwa Februar nicht mehr benötigt und bis März abgebaut.


Das neue Bad

Läuft alles nach Plan, öffnen sich im Oktober 2019 die Pforten des neuen Schwaketenbads. In das die alte rote Eingangstür von einst, den Besuchern bestens bekannt, an einer noch nicht definierten Stelle eingebaut werden soll. Sie hatte den Brand weitgehend unbeschadet überstanden.