Konstanz Schulausschuss plädiert für zwei Werkrealschulen

Der Schulausschuss will keine Änderung am Schulgefüge und spricht sich gegen eine Konzentration von Werkrealschülern an der Berchenschule aus.

Die Geschwister-Scholl-Schule soll ihre Werkrealschule trotz sinkender Anmeldungen für die fünfte Klassen behalten. Dafür hat sich der Schulausschuss gestern Abend nach mehr als dreistündiger Debatte mit 17 zu zwei Stimmen ausgesprochen. Die Gegenstimmen kamen von Bürgermeister Andreas Osner und Susanne Heiß, Stadträtin der Freien Wähler. Die Planungen für die Sanierung, den Ausbau oder eventuellen Neubau der Scholl-Schule soll nach Auffassung des Ausschusses auf Basis dieses Beschlusses mit allen drei Schultypen (Werkrealschule, Realschule und Gymnasium) vorangetrieben werden.

Damit hat der Ausschuss für das bisherige Schulgefüge mit zwei Werk­realschul-Standorten in Konstanz gestimmt und gegen die Konzentration der Werkrealschüler an der Berchenschule. Dies bedeutet wohl auch, dass der Ausschuss keine Konzentration der Realschulen an der Geschwister-Scholl-Schule wünscht, womit auch der Fortbestand der Theodor-Heuss-Realschule wieder gesetzt wäre. Das letzte Wort in dieser Sache hat heute der Gemeinderat. Ob bei einer Bestätigung des Beschlusses das Thema Bestand zweier Werkrealschulen in Konstanz allerdings tatsächlich vom Tisch wäre, blieb gestern offen. Denn auch das staatliche Schulamt wird aktiv wegen der geringen Anmeldezahlen an der Scholl-Werkrealschule.

Bürgermeister Andreas Osner liegt ein Brief des staatlichen Schulamts vor, in dem ein Hinweisverfahren wegen der Werkrealschule Geschwister-Scholl angekündigt ist. Dieses ist Standard, wenn weniger als 16 Schüler in der Klassenstufe fünf gemeldet sind. Der Schulträger wird dann zur regionalen Schulentwicklung aufgefordert, also zur Entwicklung bedarfsgerechter Angebote. Ulrike Flick, Schulrätin für Realschulen, sagte gestern im Ausschuss, auch mit dem Hinweisverfahren sei ein Festhalten an der zweiten Werkrealschule in Konstanz möglich. Dies müsste dann aber pädagogisch begründet werden. Sie sieht die Gefahr, dass bei einer Schließung Schüler nach Singen pendeln müssten.

Mehrere Redner wiesen in der Debatte darauf hin, dass an Werkrealschulen oft nur die Eingangsklassen schwach besetzt sind, was sich mit den Rückläufern von anderen Schulen ab der siebten Klasse ändere. Dies bestätigte Elmar Mosbrugger, Leiter der Berchenschule. Er berichtete von einer fünften Klasse, die mit 18 Kindern an den Start ging, in der siebten Klasse 31 Kinder hatte, und die im kommen Jahr auf 37 Schüler angewachsen sein wird. In diesem Fall spielten Flüchtlingskinder keine Rolle. Der Gesamtelternbeirat hatte sich im Sinne der Vielfalt und der Wahlmöglichkeiten ebenfalls für zwei Standorte ausgesprochen.

Anne Mühlhäußer, Stadträtin der Freien Grünen Liste, hielt ein flammendes Plädoyer für die gute pädagogische Arbeit an der Geschwister-Scholl-Schule. Dem schloss sich CDU-Stadtrat Wolfgang Müller-Fehrenbach an. CDU-Kollegin Sabine Feist lehnt aus sozialen Gründen eine Ballung der Werkrealschüler an einem Standort ab. Zahide Sarikas (SPD) gab zu bedenken, dass mit den Flüchtlingskindern die Werkrealschulen künftig wesentlich stärker nachgefragt sein könnten. Susanne Heiß (Freie Wähler) sieht Parallelstrukturen durch die Orientierungsstufen der Realschulen neuen Typs. In der Debatte machte Thomas Stegmann, Leiter des städtischen Hochbaumts mehrfach deutlich, dass er Raumprogramme nur planen könne, wenn die pädagogischen Konzepte klar seien.


Ausbau der Grundschulen

Der Schulausschuss hat sich gestern einstimmig für den Ausbau der Grundschulen Haidelmoos, Wollmatingen und Allmannsdorf ausgesprochen. Konstanz erwartet bei der Entwicklung des Hafners zum Baugebiet bis in zehn Jahren 700 Grundschüler mehr als heute. FGL-Stadträtin Dorothee Jacobs-Krahnen mahnte, auch die anderen Schulen im Blick haben. Dem stimmten andere Räte und Andreas Hipp zu, geschäftsführender Schulleiter der Grundschulen. (rin)

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