Konstanz Schulamtsleiter Frank Schädler legt Gesamtplan zur Zukunft der Konstanzer Schulen vor

Mit dem neuen Schulamtsleiter Frank Schädler kommt Fahrt in die Bildungslandschaft: In einer umfassenden Vorlage für den Schulausschuss am Mittwoch, 15. November ab 16 Uhr im Ratssaal, legen er und seine Mitarbeiter sehr klare Vorstellungen für die Zukunft der Konstanzer Schulen dar.

Sollten Ausschuss und anschließend Gemeinderat dem Gesamtplan des Schulamtsleiters zustimmen, gäbe es in wenigen Jahren eine gut geordnete Landschaft mit stabilen Standorten – und gleichzeitig die Möglichkeit, auf Veränderungen flexibel reagieren zu können.

Der Reihe nach: Knackpunkt aller Planungen ist nach wie vor die Geschwister-Scholl-Schule (GSS). Die Verwaltung ist eindeutig dafür, den Werkrealschulzweig aufgrund zu geringer Nachfrage zu schließen. In der Vorlage heißt es: "Nur mit einem derartigen Grundsatzbeschluss ergibt sich eine Planungssicherheit für die räumliche Weiterentwicklung der Schule." Die Stadt möchte den "derzeitigen Unsicherheitsstatus" endlich verlassen und nicht mit mehreren alternativen Ausbauprogrammen hantieren.

Geschwister-Scholl-Schule in Konstanz
Geschwister-Scholl-Schule in Konstanz | Bild: Oliver Hanser

 

Weiterer wichtiger Punkt: Würde der Gemeinderat beschließen, die Werkrealschule trotz der Warnhinweise des Regierungspräsidiums Freiburg fortzuführen, käme Konstanz das wohl teuer zu stehen. Denn dann wären neun statt fünf Klassenräume nötig; die vier zusätzlichen Zimmer für die Werkrealschule würden eventuell nicht bezuschusst. Bislang galt hier aber die klare Linie im Schulbau, nur so viel zu errichten wie auch gefördert wird. Fällt eine Schulart weg, muss die GSS sich inhaltlich und pädagogisch neu aufstellen – vor allem, um schwächere Schüler dann im Realschulbereich, wo künftig auch der Hauptschulschluss abgelegt werden kann, zu fördern.

Wie steht es um die Werkrealschule an der GSS?

Auch die Zukunft der Vorbereitungsklassen für Schüler mit keinen oder wenigen Deutschkenntnissen muss geklärt werden. "Das wird schwierig zu beantworten sein", schreibt GSS-Schulleiter Thomas Adam auf SÜDKURIER-Nachfrage. Die Sicht seines Kollegiums ist ohnehin eine andere: "Die Gesamtlehrerkonferenz hat im Frühjahr dieses Jahres mit 92:8 Stimmen für den Erhalt der Dreisäuligkeit an der GSS gestimmt", so Adam. Natürlich müsse sich jede Schule ständig weiterentwickeln, allein schon durch neue Bildungspläne. Doch die Frage, ob sein Kollegium bereits an einem Konzept für eine Zukunft ohne Werkrealschule arbeitet, wie von der Verwaltung angeregt, ließ er unbeantwortet.

GSS-Schulleiter Thomas Adam

Unabhängig von der Debatte um die Werkrealschule soll die GSS saniert und ausgebaut werden. Sie bleibt auch weiterhin ein Schulverbund aus zwei oder drei Schularten, obwohl das Kultusministerium den Schulversuch Orientierungsstufe aufhob. "Die GSS ist und bleibt als größte Schule eine wichtige Gestaltungsgröße für die Stadt Konstanz", betont Thomas Adam und hofft endlich auf mehr Platz. Zusätzlich zu eigenen benötigten Räumen plant die Verwaltung dort mit sechs bis sieben Zimmern für Gymnasiasten aus der ganzen Stadt. Denn deren Zahl steigt, und an keinem anderen Gymnasium ist Platz für einen Anbau.

Die Berchenschule braucht mehr Platz

Auch die Berchenschule hat ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Ihr fehlen jetzt schon mehrere Fach- und Ganztagesräume. Nimmt sie – bei einem Auslaufen dieser Schulart an der GSS – künftig alle Konstanzer Werkrealschüler auf, fehlen noch mehr Zimmer. Die Verwaltung prüfte mehrere Optionen von der Aufstockung um sechs Räume bis zu einem Neubau für die Grundschule auf dem Schulhof. Bis der tatsächliche Bedarf geklärt ist, soll die Berchenschule voraussichtlich für drei Schuljahre sechs Container erhalten. Stimmen Schulausschuss und Gemeinderat zu, zahlt die Stadt für den Kauf 150.000 Euro.

Für die Oberstufe der Gemeinschaftsschule zeichnen sich ebenfalls Lösungen ab. Zwar legte das Land immer noch kein Raumprogramm vor, doch die Verwaltung schickte einen eigenen Entwurf ans Regierungspräsidium und wartet auf Antwort. Klar ist bereits, dass es keine gemeinsamen Räume mit dem Landkreis im neuen Berufsschulzentrum an der Pestalozzistraße geben wird.

Nun einigten sich Stadt und Kreis aber darauf, dass die Gebhardschule vorübergehend Räume der nahen Zeppelin-Gewerbeschule nutzen darf. Und zwar so lange, bis ein Neubau neben der Gemeinschaftsschule in Richtung Steinstraße fertiggestellt ist. Dieser würde rund sechs Millionen Euro kosten und könnte 2020 bezogen werden.

Grundschulen

Laut Prognosen steigt die Zahl der Grundschüler künftig erheblich. Die Verwaltung erstellte eine Prioritätenliste für den Ausbau dieser Schulart. Ab Herbst 2018 soll die Grundschule Wollmatingen erweitert werden, zwei Jahre später die Allmannsdorfer Schule und im Herbst 2021 die Haidelmoosschule. Dafür fallen 150.000 Euro Planungskosten und je zwei Millionen Baukosten an.

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