Konstanz-Dettingen – Die Gemeinschaftsschule Gebhard hat einen Fair Trade Point eröffnet. Im Rahmen eines Projekts im katholischen Religionsunterricht haben sich Sechstklässler mit den fair produzierten und gehandelten Produkten befasst. Jeden Freitag in der ersten großen Pause öffnen sie nun ihren mobilen Verkaufswagen. Dies werde bis zu den Sommerferien so bleiben, erläutert Religionslehrerin Andrea Langkau, die das Projekt betreut.

„Wir haben Informationen gesammelt und den Weltladen in Dettingen besucht“, berichtet Schüler Tobias, „das hat uns den fairen Handel nahe gebracht“. Der Weltladen ist Kooperationspartner der Gemeinschaftsschule. Er stellt den Fair Trade Punkt bereit. Die Schüler kaufen im Laden die Produkte ein und bekommen einen Rabatt. „Sie können den gleichen Preis oder auch einen anderen verlangen“, erklärt Tobias Döpfner vom Dettinger Weltladen.

Luca fasst zusammen, was fairer Handel bedeutet: „Genügend Geld für die Erzeuger, kein Gift und keine Kinderarbeit.“ „Wir haben Plakate gestaltet“, erzählt er. Darauf haben die Schüler festgehalten, was sie im Unterricht über Handel mit fairen Produkten gelernt haben. „Es macht Spaß und wir wollen Gutes tun“, sagt Luca über seine Motivation. Für das Projekt haben sich so viele Schüler gemeldet, dass sie nur alle paar Wochen Verkaufsdienst haben. „Ich glaube, ich komme vor den Ferien nochmal dran“, berichtet Aurel.

Andrea Langkau beschreibt die Ziele: Die Schüler lernen Zusammenhänge des Handels kennen und würden sich ihrer Verantwortung bewusst. „Sie merken, dass es Kinder gibt, die arbeiten müssen“. „Ich hoffe, dass sie das Wissen nach Hause tragen“, sagt Felicia Afriyie, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik im Landratsamt. Hilfe gibt es auch von der Schülermitverwaltung. „Einkaufen und Geld verwalten“, beschreibt Lehrer Johannes Hezel weitere Aufgaben. „Die Schulen sind mit ihrer Wissensvermittlung über die globale Welt noch nicht angepasst“, erklärt Monika Sarkadi, die als Eine-Welt-Promotorin derartige Projekte unterstützt.