Der Zustand des Vereinsheims der DJK Konstanz ist weiterhin besorgniserregend: Die Kabinen begrüßen Sportler noch immer mit Schimmel und einem beißenden Geruch, die sanitären Anlagen geben ein ähnlich abstoßendes Bild ab. Auf der Terrasse liegen Pflastersteine, die kleine abtrennende Mauer fällt langsam, aber sicher in sich zusammen.

Eltern sorgen sich um die Gesundheit ihrer Kinder

„Es ist ein Desaster“, gibt DJK-Präsident Gordon Hügel offen zu. Eltern von Kindern, die auf dem Kunstrasenplatz Turniere spielen und mehrere Stunden hier verbringen, beschweren sich regelmäßig wegen der gesundheitlichen Gefährdung.

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Spieler kommen nicht selten bereits in Sportbekleidung auf das Gelände, um die Kabinen gar nicht erst betreten zu müssen.

Auch in dieser Ecke hat sich Schimmel ausgebreitet.
Auch in dieser Ecke hat sich Schimmel ausgebreitet. | Bild: Oliver Hanser

Asbest im Dach

„Das können wir eigentlich niemandem mehr zumuten“, so Gordon Hügel. Als sei das noch nicht genug, so steckt im Dach des Vereinsheimes auch noch Asbest. „Das ist seit Jahren bekannt“, erzählt der Vorsitzende. „Diese Tatsache alleine und für sich genommen ist nicht das Schlimme. Es kommt aber auf die exakte Beseitigung des Materials an.“

Auf dem Dach des Vereinsheims ist Asbest verarbeitet.
Auf dem Dach des Vereinsheims ist Asbest verarbeitet. | Bild: Oliver Hanser

Große Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Seit mehreren Jahren steht ein Entwurf eines Architekturbüros für einen Umbau. Der Preis: rund 850 000 Euro. Die Stadt hat angekündigt, im Rahmen der Sportförderrichtlinien zu helfen.

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„Wir haben uns schon über unsere Möglichkeiten hinaus gestreckt und unterstützen die DJK mit 120 000 Euro“, sagt Frank Schädler, Leiter des Sportamtes. Der Gemeinderat stimmt dem zu.

Auch hier schimmelt es: über einem Fenster einer Umkleidekabine.
Auch hier schimmelt es: über einem Fenster einer Umkleidekabine. | Bild: Oliver Hanser

Der Badische Sportbund schießt rund 60 000 Euro hinzu – die Hälfte des städtischen Zuschusses. „Auch dieser Betrag rechnet sich nach exakten Vorgaben“, so Frank Schädler. „Zuschussfähig sind nur Kosten, die für die Ausübung des Vereinssports getätigt werden.“ Sprich: Umkleidekabinen oder sanitäre Anlagen.

Schädlers Rat an den Verein

„Den Umbau des Gastro-Betriebes zum Beispiel können wir finanziell nicht unterstützen.“ Er rät dem Verein: „Versucht, bei den eigenen Mitgliedern so viel tatkräftige Hilfe wie möglich zu organisieren. Das spart Kosten und ist gut fürs Vereinsleben.“

In den Duschräumen riecht es vermodert, an der Decke ist Schimmel.
In den Duschräumen riecht es vermodert, an der Decke ist Schimmel. | Bild: Oliver Hanser

Die Macher der DJK überlegen nun, einen Förderverein zu gründen. Der Verein verfügt darüber hinaus über ein Eigenkapital in Höhe von 130 000 Euro. Banken haben bereits signalisiert, einen Kredit über den fehlenden Betrag gewähren zu wollen.

Fünf Vereine haben hier eine Heimat

Doch Gordon Hügel nimmt die Stadt in die Pflicht: „Vor einigen Jahren wurden uns vom damaligen Kämmerer Hartmut Rohloff und von Frank Schädler 250 000 Euro versprochen“, behauptet er.

„Außerdem haben wir der Stadt unseren Kunstrasenplatz kostenfrei gegeben. Ich denke, da sollte die Unterstützung größer sein. Zumal fünf Vereine hier trainieren und spielen, nicht nur die DJK.“

Gemeinderat hat entschieden

Frank Schädler hält dem entgegen: „Damals kannten wir die zuschussfähigen Kosten noch nicht. Versprochen hatten wir keinen festen Betrag – das geht gar nicht. Nur der Gemeinderat kann solche Entscheidungen treffen. Wir hatten lediglich versprochen, dass wir den Verein unterstützen werden nach unseren Möglichkeiten.“

Die kleine Mauer zwischen Vereinsheim und Sportstätte zerfällt zusehends.
Die kleine Mauer zwischen Vereinsheim und Sportstätte zerfällt zusehends. | Bild: Oliver Hanser

Furcht vor einem Präzedenzfall

„Wenn jetzt die Förderrichtlinien ausgedehnt würden, sei ein Präzedenzfall geschaffen, „und dann kommt zurecht jeder Verein und hält die Hand auf. Das Geld ist aber auch beim Sport knapp bemessen“, sagt Frank Schädler. Die städtischen 120 000 Euro müssen 2020 abgerufen werden, danach fließt auch das Geld des Sportbundes. Das heißt: Umbau und Sanierung müssen im nächsten Jahr beginnen.

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„Wir gehen nach Stand der Dinge davon aus, dass wir im September 2020 loslegen können“, so Gordon Hügel, der angekündigt hat, weiterhin um einen höheren Zuschuss kämpfen zu wollen. Immerhin das kann er jetzt schon ankündigen: „Diese unwürdigen Zustände in den Kabinen müssen wir jetzt zunächst einmal in Eigenregie beseitigen, da sind wir dran. Das kann ja so nicht weitergehen.“

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