Auktionator Carlo Karrenbauer hatte sich auf die Benefizauktion zu Gunsten von Save me gefreut. "Abend- und Brautmode habe ich noch nie versteigert", stellt er fest. Ungewöhnliche Objekte unter den Hammer zu bringen – vor allem für einen guten Zweck -, das reizt ihn immer, denn: "Ich mache gerne Ungewöhnliches." Er besieht sich die aufwändig gearbeiteten, Kleider, hält inne und meint: "Das rote Kleid wäre etwas für meine Frau. Die Größe würde passen." Doch die anwesenden interessierten Damen haben Vorrang.

Hinter dem Vorhang der provisorisch eingerichteten Garderobe im Gemeindesaal der Petrus-Pfarrei wird gekichert. Eine Schneidermeisterin hilft einer Interessentin bei der Anprobe und die beiden Damen haben viel Spaß dabei. Plötzlich wird der Vorhang beiseite geschoben, und die Dame präsentiert sich in neuem, schickem Look ihrem Mann. Schon verschwindet sie wieder in der Garderobe, um sich alsdann in einem weiteren Modell zu präsentieren. Die Spontan-Modenschau kommt bei allen gut an und sorgt für Stimmung.

Alica Vollmer, selbst Designerin, ist von der Raffung und den handgenähten Rosen dieses Modelles begeistert. Dieses und weitere Kleider können bei Save me noch erworben werden. Bild: Aurelia Scherrer
Alica Vollmer, selbst Designerin, ist von der Raffung und den handgenähten Rosen dieses Modelles begeistert. Dieses und weitere Kleider können bei Save me noch erworben werden. Bild: Aurelia Scherrer

Auch Gloria Sartori-Saadi, welche die Kleider gestiftet hatte, hat ihre Freude und ist mit Rat und Tat zur Stelle. Sartori-Saadi hatte ihre Brautmoden-Boutique in Israel aufgegeben und beschlossen, die Restbestände – 19 Kleider – Save me zu spenden. Eigentlich dachte sie, die Kleidung würde direkt an die geflüchteten Frauen vergeben. Dass die Modelle versteigert werden sollen und der Erlös für die Flüchtlingsarbeit, vor allem für Deutschkurse, eingesetzt werden soll, findet Gloria Sartori-Saadi auch gut. Wichtig ist ihr, den Geflüchteten etwas Gutes zu tun und gleichzeitig, dass die schöne Mode getragen wird. "Ich möchte einen kleinen Beitrag leisten, damit die Flüchtlinge wieder Lebensfreude bekommen, denn das Leben geht auch hier weiter", sagt Sartori-Saadi.

Derweil besieht sich Alica Vollmer die Braut- und Abendkleider ganz genau. "Der Designer arbeitet mit viel Glitzer, Spitze und festen Stoffen. Hier, die handgenähten Rosen faszinieren mich. Zum Versäumen wurden die Ränder angebrannt", schildert die junge Frau, selbst Designerin und Maßschneiderin. Sie will sich an diesem Abend vor allem von isrealischem Design inspirieren lassen; gleichzeitig entwickeln sich unter den Gästen angeregte Modefachgespräche.

Die Stimmung im Gemeindesaal ist heiter und beschwingt, obgleich nicht sehr viele Interessenten den Weg in die Pfarrei angetreten haben. "Es sind leider nicht so viele gekommen wie wir erhofft hatten", sagt Sonja Frantz, Leiterin des Save me-Treffs. Gemeinsam mit Carlo Karrenbauer hatten sich die Verantwortlichen kurzfristig entschieden, von der Versteigerung abstanden zu nehmen und stattdessen die Wunschkleider an die Damen zu verkaufen, "in der großen Hoffnung, ein paar Euro für die Arbeit mit Flüchtlingen zu bekommen", wie Frantz formuliert. Die Anwesenden nahmen das Angebot gern wahr und erwarben ihre Lieblingskleider umgehend. Und Karrenbauer? Er erstand das rote Kleid für seine Frau.

 

Braut- und Abendkleider

Noch sind nicht alle Kleidungsstücke aus dem gestifteten Boutique-Bestand verkauft. Da die geplante Auktion der Braut- und Abendkleider nicht auf die erhoffte Resonanz stieß, überlegt Save me, wie sie die neuen Braut- und Abendkleider an die Frau bringen kann, um einen Erlös für die Flüchtlingsarbeit zu erzielen. In der Diskussion steht die Möglichkeit, die Modelle über Facebook anzubieten, eine Entscheidung fiel jedoch noch nicht. Auf jeden Fall will die Gruppe die Neuigkeit auf www.save-me-konstanz.de und www.facebook.com/save.me.gruppe.konstanz/ alsbald veröffentlichen. (as)