Die Geburtenstation des Konstanzer Klinikums hat alle Hände voll zu tun. Sie steuert auf einen neuen Rekord zu. Daniil heißt das in diesem Jahr 800. Baby, das in der Abteilung von Chefarzt Andreas Zorr Mitte Dezember das Licht der Welt erblickt hat. Im gesamten Jahr 2015 waren es 781.

Für Zorr und seine Kollegen dürfte das eine Bestätigung ihrer Arbeit sein. Immer mehr werdende Mütter und Eltern entscheiden sich für ein Gebären im Konstanzer Klinikum. Noch vor einigen Jahren war das nicht selbstverständlich, der Ruf der Geburtenstation war angekratzt. Heute sieht das anders aus, die Abteilung hat einen neuen Anstrich erhalten, die Zahl der Geburten steigt stetig. Im Jahr 2011 waren es 619, in den Jahren darauf 669 und 650, im Jahr 2014 sind 709 Babys in Konstanz zur Welt gekommen.

Auf der anderen Seite erlebt Deutschland derzeit einen kleinen Boom: Im vergangenen Jahr sind 738 000 Babys geboren worden, 23 000 mehr als 2014. In Singen gab es bereits Anfang Oktober die 1000. Geburt, so früh wie nie zuvor. Auch dort erwarten die Ärzte einen neuen Rekord, Chefarzt ist Wolfram Lucke. Das Klinikum am Hohentwiel, das wie Konstanz und Radolfzell zum Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz gehört, ist zusätzlich mit einem Perinatalzentrum ausgestattet, das Problemfälle wie sehr Frühgeborene betreut.

Singen und Konstanz könnten möglichen Ausfall Radolfzells auffangen

Rund 500 Geburten zählt das Radolfzeller Krankenhaus. Wie mehrfach berichtet, denkt der Gesundheitsverbund an eine Schließung der dortigen Belegabteilung. Nach einer Zusage des Kreistags über einen vorerst auf fünf Jahre angelegten Defizitausgleich in Höhe von jährlich 100 000 Euro, liegt der Ball nun bei der Stadt Radolfzell. Sollte sie sich gegen eine eigene Finanzierungsbeteiligung zur Rettung der Abteilung aussprechen, würden Singen und Konstanz noch mehr zu tun bekommen. Die jeweiligen Stationen sehen sich in der Lage, dies zu stemmen. Konstanz könne bei einer personellen Aufstockung bis zu 1200 Geburten pro Jahr bewältigen, erklärte Pressesprecherin Andrea Jagode.