Kurz schauen, ob wirklich keine Autos kommen und dann schnell über die B33 die Baustelle umfahren: So machen es einige Radfahrer an der Reichenaustraße auf Höhe der Agip-Tankstelle. Dort versperrt eine Baustelle seit Anfang September den Fuß- und Radweg, der in Richtung Bodenseeforum führt. „Es ist eine Baustelle einer dort ansässigen Firma“, teilt Ulrich Hilser, Pressesprecher der Stadt Konstanz, mit. Die Stadt habe eine Sondernutzungserlaubnis erteilt.

So wie diese Radfahrer machen es anscheinend einige: Laut der Stadt Konstanz wird die Umleitung wenig angenommen.
So wie diese Radfahrer machen es anscheinend einige: Laut der Stadt Konstanz wird die Umleitung wenig angenommen. | Bild: Jonas Schönfelder

Eine Umleitung führt den benutzungspflichtigen Radweg auf die andere Straßenseite. Nach wenigen hundert Metern wechselt er dann wieder auf die rechte Seite der Fahrbahn. An beiden Übergängen gibt es Ampeln, an denen die Wartezeiten jedoch sehr lang seien, wie ein SÜDKURIER-Leser moniert.

Radfahrer sollen Baustelle einfacher umfahren können

„Bislang wird die Umleitung wenig angenommen“, ergänzt Hilser schriftlich. Deshalb soll nachgebessert werden: Das Bürgeramt habe veranlasst, „dass ein Notweg auf der rechten stadteinwärtsführenden Fahrspur zu errichten ist“. Die Baufirma habe dies jedoch noch nicht umgesetzt.

Frank Conze, Leiter der Abteilung Verkehrswesen im Bürgeramt, erklärt am Telefon, dass die vom Bauherren beauftragte Baufirma dafür zuständig ist. „Wir haben nochmal Druck gemacht“, sagte er dem SÜDKURIER am Freitag. Die Firma habe zugesagt, bis spätestens Mittwoch den Aushilfsradweg einzurichten. Da er in beide Richtungen befahrbar sein soll, müsse er mindestens 2,50 Meter breit sein. Somit werde die B33 an dieser Stelle in Richtung Stadt für Autos einspurig.

Kurz vor dem Bodenseeforum führt die Umleitung stadteinwärtsfahrende Radler und Fußgänger wieder auf die rechte Seite.
Kurz vor dem Bodenseeforum führt die Umleitung stadteinwärtsfahrende Radler und Fußgänger wieder auf die rechte Seite. | Bild: Jonas Schönfelder

Baustelle soll bis 2021 bleiben

Dass die Situation für die Radfahrer an dieser Stelle verbessert werden soll, hängt auch mit der geplanten Dauer der Baustelle zusammen. Diese werde voraussichtlich bis Ende Oktober 2021 bestehen, schreibt Pressesprecher Hilser. Außerdem verweist er auf die Straßenverkehrsordnung: Eine Umleitung des Rad- und Fußgängerverkehrs sei verbindlich. Ein Blick in den Bußgeldkatalog zeigt: Wer die Regel missachtet, kann danach zwischen 20 und 35 Euro ärmer sein. Solange der Notweg auf der Fahrbahn nicht besteht, sollten Radfahrer also lieber an der Ampel warten.