Der Angeklagte soll die Frauen als Patientinnen einer Fachklinik im Landkreis Konstanz bei Untersuchungen im Intimbereich berührt haben unter dem Vorwand notwendiger Tests an Lymphknoten im Leistenbereich. Das soll so weit gegangen sein, dass er die Frauen mit einem Finger zwischen den Schamlippen berührt habe, legte Staatsanwältin Meike Feiri in der Verlestung der Ankalgeschrift die Ermittlungen dar. Der Angeklagte hat   ein voll umfängliches Geständnis abgelegt.

Auf Antrag der Verteidigung und nach Beschluss des Gerichts sagte der ehemalige Arzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Seine Schilderungen verletzten wohl zu sehr die Intimsphäre der Opfer. Er hat seine Approbation im Dezember 2016 abgegeben. Seine Ehe, ließ er über seinen Verteidiger erklären, sei in die Brüche gegangen - weil er gegenüber seiner Frau die Taten eingeräumt habe.

Erste Verurteilung bereits Oktober 2016

Bereits im Oktober 2016 hatte ihn das Amtsgericht Konstanz zu einem Jahr und zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt sowie zur Zahlung eines Schmerzensgelds in Höhe von 17.500 Euro. Damals waren dem 39-Jährigen vier Fälle vorgeworfen worden. Er und die Staatsanwaltschaft haben gegen dieses Urteil  Berufung eingelegt.

Da sich nun weitere, ehemalige Patientinnen auch nach einem SÜDKURIER-Bericht gemeldet haben, gilt dieses Verfahren am Landgericht als erstinstanzlich. Nach der Vernehmung des Angeklagten wurden auch die Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen. Deutlich wurde im Gerichtssaal aber, dass das Vertrauen der Frauen in Ärzte erschüttert ist. Und das in einer Lebenssituation, in der sie ständige medizinische Betreuung benötigen. Entgegen der Erwartung gibt es am heutigen Mittwoch kein Urteil. Der Prozess wird Ende Februar weitergeführt.