Radfahrer kennen das: Bei Regen macht es keinen Spaß mehr. Oder man muss sich mit Überhose bewaffnen, um einigermaßen trocken und sauber voranzukommen, selbst wenn es nur zwei Kilometer sind. Und Sabine Feist kennt das auch. Jetzt startet sie neben ihrem Ehrenamt als Stadträtin und ihrem Beruf als Architektin eine dritte kleine Karriere: Sabine Feist ist Erfinderin, hat eine Idee, ein Produkt – und ein Patent. Denn sie hat einen neuartigen Wetterschutz für Radfahrer ersonnen, der sich schnell anbringen und wieder abmachen lässt, der nicht viel Platz braucht und alltagstauglich ist.

Sieht aus wie eine Fledermaus

Ihre Erfindung mit den Namen Drachenhaut sieht ein bisschen so aus wie eine Fledermaus mit ausgebreiteten Flügeln, besteht aus einem umweltverträglichen Kunststoffmaterial und ist zusammengepackt so groß wie ein dickerer Briefumschlag. Das Stück Stoff wird um die Hüfte gebunden oder, das ist die Hoffnung der Erfinderin, irgendwann an speziell dafür eingerichtete Jacken geklettet. Das andere Ende wird mit dem Fahrradlenker verbunden – so, dass sich es sich im Fall eines Sturzes löst. Fertig ist eine Art Schürze, die vor Regen schützt und so konstruiert ist, dass sie vom Wind nicht weggeblasen wird. Anlegen und Abmachen dauert im Test tatsächlich nur Sekunden.

Geht schnell und braucht nicht viel Platz

Wie viel Tüftelei in der Drachenhaut steckt, zeigt auch die Entstehungsgeschichte. Aus einem kaputten Zelt entstand ein Prototyp, weil Sabine Feist das wetterfeste Material nicht einfach wegwerfen wollte und schon lange nach einer Lösung für Stadt-Radler bei kurzen Regengüssen gesucht hatte. "Eine Jacke hat ja jeder", sagt sie, "und die üblichen Ponchos sehen immer ein wenig nach Alien aus". Doch nur die Optik war ihr wichtig: "Mit geht es auch darum, den Zeitgewinn beim Radfahren zu retten, der macht das Radeln ja für viele im Alltag so attraktiv."

Wie das Internet beim Projekt hilft

So ungewöhnlich wie das Produkt und der Name ist die Kampagne rund um die Drachenhaut. Marktforschung und Businessplan haben Studierende der HTWG über Projekte beigesteuert, und finanziert wird das Vorhaben über die Internet-Plattform Startnext. Dort können Erfinder ihre Ideen präsentieren und mit dem Verkauf von Kleinserien einen Teil ihrer Kosten wieder einwerben. Sollte sich die Drachenhaut tatsächlich durchsetzen, will Sabine Feist auf faire und umweltfreundliche Herstellung achten, denn in Serie wäre die derzeitige Fertigung bei einer Näherin in Markdorf schlicht zu teuer. Was sie selbst seit 2013 in die Drachenhaut gesteckt hat, kommt aber auf keinen Fall zurück, sagt sie: "Das ist vor allem ein idealistisches Projekt."

Ein Video, wie die Drachenhaut in der Praxis funktioniert, und die Möglichkeit zur Unterstützung oder zum Kauf eines Exemplars aus der ersten Kleinserie ab 35 Euro gibt es bis noch 14. Dezember im Internet: www.startnext.com/drachenhaut

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