Konstanz Prickelnd wie ein Asti Spumante: Theater-Kabarett mit der Gruppe Rheingschmeckt

Mit dem Stück "Vor dem Fest" gelingt der Gruppe "Rheingschmeckt" eine bejubelte Uraufführung in der Konstanzer Zimmerbühne. Das Ensemble bietet lustvolle Spielereien mit aberwitzigem Humor.

Konstanz – Der Schlussapplaus war lange und anhaltend; die Zuschauer in der charmant-gemütlichen Zimmerbühne in der Sankt-Johann-Gasse waren restlos begeistert. Mit der Uraufführung des Stücks „Vor dem Fest“ hat sich die Kabarettgruppe „Rheingschmeckt“ mit Schauspielerin und Regisseurin Michaela Bauer ganz in die Herzen der Zuschauer gespielt. Aus gutem Grund: Allein die Idee, ein Stück in vier Dialekten und Hochdeutsch – Lokalkolorit und grenznachbarliche Befindlichkeiten und Spezifitäten inkludiert – zu schreiben, verspricht gerade in der Grenzstadt Konstanz einen Erfolg. Das Ensemble glänzte überdies durch Spielfreude, Situationskomik und ungeheures Tempo, denn das Spiel der fünf Akteurinnen wirkte so prickelnd und überschäumend wie ein Asti Spumante.

Sabine feiert ihren 60. Geburtstag und wünscht sich von ihren Freundinnen einen Beitrag für das Rahmenprogramm. Da ist natürlich guter Rat teuer und vor allem wird händeringend eine zündende Idee gesucht. Ein vorheriges Treffen ist unabdingbar und die Zuschauer werden Zeugen von Wiedersehensfreude, anfänglichen Ressentiments und der höchst kreativen Ideenschmiede. Charly, Babs und Jacky haben sich seit 25 Jahren nicht mehr gesehen. Die unbemannte Rechtsanwältin, die Kellnerin und die Gartenfachplanerin trennen mittlerweile Welten. Da treffen Ökologie und Umweltschutz auf Eitelkeit und Snobismus, denn die Karrierefrau geht nie ohne ihren Rasse-Minihund in der Handtasche aus dem Haus und schwärmt von der veganen Hundeflussfahrt.

Und doch haben die drei Frauen etwas gemeinsam: Die Erinnerungen an ihre Jugend und den gemeinsamen Sommerurlaub auf dem Zeltplatz in Rimini. Die leutselige, temperamentvolle Schwäbin hat auch an alles gedacht und sorgt mit ihren mitgebrachten Utensilien, wie den unverzichtbaren Asti Spumante, für alsbald überschäumende Stimmung, welche nicht nur im gemeinsamen Singen italienischer Schlager gipfelt. Allerdings sind auch Sabines aktuelle Freundinnen mit von der Partie – zwei Schweizerinnen, die in Sabines Käsefabrik arbeiten. Verständigungsprobleme aufgrund der Dialektfärbung sind vorprogrammiert.

Die Anschauungen, was die Festdarbietung angeht, driften ebenfalls auseinander. Die Schweizerinnen plädieren für „öppis Lüpfigs mit Niwo (Niveau)“, singen kess-humorig auf Schweizerdeutsch, während die deutsche Fraktion das Rezitieren von Gedichten, mozärtliche Querflötendarbietung und „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ präferiert. Alle Vorschläge werden abgelehnt, sogar der präsentierte orientalische Bauchtanz („geht gar nicht, wegen der Lage im Nahen Osten“), und „Mohrekopfschüüße“ wird sofort zum Tabuwort deklariert.

Turbulente, aberwitzige Klamauk-Szenen spielen sich ab, gewürzt mit facettenreichen Gesangdarbietungen, geboten von überzeugend dargestellten Charakteren und vor allem mit jeder Menge Spaß am Schauspiel. „Vor dem Fest“ ist ideal für all jene, die einen Abend lang mal wieder von Herzen lachen möchten.

Die Inszenierung

  • Akteure: Das Deutsch-Schweizer Theater-Kabarett „Vor dem Fest“ spielen Michaela Bauer, Claudia Bick-Weisshaar, Anja Olschowka, Myrta Steinmann und Cornelia Vannier. In Nebenrollen: Manfred Küttel und Udo Krummel. Für die Bühnentechnik zeichnet Markus Bauer verantwortlich.
  • Weitere Vorstellungen: Das Ensemble führt das Stück nochmals am Samstag, 18. März, 20 Uhr, am Sonntag, 19. März, 17 Uhr, sowie am 21. und 22. April um 20 Uhr und am 23. April um 17 Uhr in der Zimmerbühne in der Sankt-Johann-Gasse 2 auf. Kartenreservierung ist möglich unter Telefon (0 75 31) 91 72 63.
Informationen im Internet:www.zimmerbuehne.de

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