Konstanz Philosophie für Kinder: Das Junge Theater Konstanz geht den Fragen des Lebens auf den Grund

„Der Bär, der nicht da war“ ist ein Theaterstück des Jungen Theaters Konstanz für Kinder ab drei Jahren. Und trotzdem werden dabei spielerisch ernste Fragen des Lebens behandelt. Wie kann das funktionieren?

"Kinder unterschätzt man oft. Man neigt dazu, ihnen zu wenig zuzutrauen. Ich bin immer wieder verblüfft, was sie alles wahr- und aufnehmen und verstehen", stellt Ingo Putz, Leiter des Jungen Theaters, fest. Für ihn ist es ebenso wie für Magdalena Schaefer, die das aktuelle Stück "Der Bär, der nicht da war", inszeniert, vollkommen selbstverständlich, die ganz Kleinen schon mit dem Theater vertraut zu machen.

Und so große Unterschiede zum Theater für Erwachsene gibt es nicht, außer: "Die Kinder sind pur, sie sind echt", beschreibt Magdalena Schaefer, die sofort anmerkt: "Ich mag das." Für die Schauspieler indes ist jede Aufführung eine kleine Herausforderung, denn sie wissen nicht, wie ihr junges Publikum reagiert. Da ist dann Spontanität gefragt.

Philosophische Fragen für Kinder

Unterschätzt werden die Kinder im Theater keinesfalls. Mit "Der Bär, der nicht da war" werden philosophische Fragen aufgegriffen. Das Kinderbuch von Oren Lavie hat Ingo Putz vor drei Jahren bei einer Buchmesse kennengelernt und war begeistert. Bärenexperte Harry Rowohlt hat den Text übersetzt und Wolf Erlbruch das Buch illustriert.

"Eine geniale Mischung", so Putz, der erzählt: "Das Buch beginnt mit einem Juckreiz. Das hat etwas von Genesis, denn daraus entsteht der Bär." Ein Bär, der sich selbst und die Welt, die um ihn herum entsteht, entdeckt und auf der Suche nach sich selbst ist, und zwar auf absolut kindliche, positive Weise. "Eine schöne Art, die Welt zu sehen", kommentiert Magdalena Schaefer.

Naive Fragen, die den Kern der Philosophie treffen

Ingo Putz hat ein Bild von dem Bären vor Augen: "Er hat ein Lächeln bis hinter die Ohren. Mit großer Liebe versucht er so der Welt zu begegnen. Das finde ich gut und schön." Die Fragen, die der kleine Bär stellt, scheinen im ersten Moment naiv zu sein, führen aber ins Zentrum der Philosophie. Bin ich ein netter, zufriedener, gut aussehender Bär? "Wer alles mit Ja beantworten kann, ist mit sich im Reinen", meint Magdalena Schaefer. Sie hatte die spannende Aufgabe, die Geschichte für die Bühne lebendig zu machen.

"Wer das Buch kennt, wird überrascht sein", sagt sie, denn sie hat zwei Personen dazu erfunden: Einen Ranger und einen Feuerwehrmann, "die die Kinder auf unterschiedliche Weise abholen", erzählt die Regisseurin. Der Ranger führt die Kinder nämlich in den Wald. "Die Bühne ist wie ein Pop-up-Buch gemacht und in der Mitte ist ein großer Mammutbaum", erzählt sie lebhaft. Dann hört man das Schnarchen des Bärs. Der Ranger geht auf die Suche nach dem Felltier.

Auch Erwachsene sollen was vom Theaterstück haben

Und was ist mit dem Feuerwehrmann? Die Feuerleute sind ja als Theaterwache stets präsent im Theater. "Er hilft aus einer Notsituation heraus", verrät Magdalena Schaefer. "Ich finde es eine schöne Idee, dass ein Feuerwehrmann die Geschichte rettet. Sehr charmant und es funktioniert für mich überraschend gut", kommentiert Ingo Putz. Die Figur Feuerwehrmann war für Magdalena Schaefer naheliegend, denn: "Es ist eine Sympathieperson. Ein Held."

Auch wenn Theater für kleine Kinder episodenhaft daherkommen kann und nicht einer stringenten Logik folgen muss: Die Inszenierung von Magdalena Schaefer ist es trotzdem, denn sie möchte nicht nur die kleinen Zuschauer in den Bann der Geschichte ziehen. "Ich will, dass auch die Erwachsenen etwas davon haben", sagt sie. "Es ist ein Genuss, zu sehen, wie der Papa lacht und die Oma aufmerksam zuschaut." Und wenn letztlich alle Zuschauer – ob klein, ob groß – ein Lächeln bis hinter die Ohren haben, wie der Bär, dann können alle an der Produktion Beteiligten rundum glücklich und zufrieden sein.

Wo und wann wird das Weihnachtsmärchen aufgeführt?

Mit "Der Bär, der nicht da war" von Oren Lavie in der Übersetzung von Harry Rowohlt präsentiert das Junge Theater Konstanz ein Weihnachtsmärchen für Kinder ab drei Jahren. Regie führt Magdalena Schaefer; in die unterschiedlichen Rollen schlüpfen Georg Melich und Jonas Pätzold. Das Stück wird in der Werkstatt in der Inselgasse aufgeführt. Die Termine: 10-Uhr-Vorstellungen am 7., 8., 13., 14., 15., 18., 19. und 20. Dezember. 15-Uhr-Vorstellungen am 10., 17., 25. und 27. Dezember. 17-Uhr-Vorstellungen am 10. Und 25. Dezember.

Karten für die Vorstellungen kosten 8 Euro, ermäßigt 5,50 Euro und sind an der Theaterkasse, Tel. 07531/900-150, E-Mail: theaterkasse@konstanz.de erhältlich. Alle Informationen auf: www.jungestheaterkonstanz.de

Ihre Meinung ist uns wichtig
Außergewöhnliche Geschenkideen für Ihre Liebsten
Neu aus diesem Ressort
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren