Kampf um den Erhalt einer zentral gelegenen Postfiliale in Petershausen und für Service an den geplanten neuen Bahnsteigen sowie gegen Schmutzecken in ihrem Stadtteil: Die Bürgergemeinschaft Petershausen hat ein dickes Aktionsprogramm für die nächsten Monate. Mit kritischem Blick wird sie vor allem den Bau der neuen, barrierefreien Bahnsteige in Petershausen begleiten.

Erstes Thema: Barrierefreie Bahnsteige

Mit dem Baubeginn sei nach aktuellem Stand im Februar 2019 zu rechnen, sagte Daniel Knack vom Bauverwaltungsamt der Stadt Konstanz, den die Bürgergemeinschaft als Experten in ihre Versammlung geladen hatte. Das Ende der Arbeiten sei auf Dezember 2019 angesetzt. Der Bau der beiden Bahnsteige ziehe sich so lange hin, weil dies unter laufendem Zugverkehr und ohne nennenswerte Sperrungen geschehe. Es werde viel in der Nacht, teilweise aber auch tagsüber gebaut. Es werde Maßnahmen zum Schutz vor Lärm geben.

Jeder Bahnsteig solle auf jeder Seite zwei barrierefreie Zugänge bekommen, dies sei mit der Bahn so verhandelt worden. Nach dem üblichen Bahn-Standard hätte jede Seite nur einen Zugang bekommen. Doch auf den 210 Meter langen Steigen sei an den Enden jeweils nur ein Ticket-Automat vorgesehen, sagte Knack. In ihrer Versammlung regten Bürger an, auf jeder Seite einen weiteren Automaten zu fordern und diese so zu platzieren oder mit einem Schutz zu versehen, dass die Anzeigen auch im prallen Sonnenlicht zu lesen sind.

Zweites Thema: Parkplätze in der Alemannenstraße

Die Bürger regten zudem Kurzzeitparkplätze in der Alemannenstraße für Menschen an, die Besucher von der Bahn abholen wollen. Sie fürchten, dass ansonsten der neu gestaltete Alemannenplatz noch stärker als zuletzt als Parkplatz missbraucht werde. Obwohl er für Autos gesperrt ist, seien dort Liefer- und Umzugswagen sowie Kurzparker zu sehen. Aktuell kommt wegen einer Baustelle kein Auto auch nur in die Nähe.

So soll es sein auf dem Alemannenplatz: Ein paar Radfahrer und Fußgänger, und Leute, die entspannen. Tatsächlich aber werde er oft als Parkplatz missbraucht, bemängelt die Bürgergemeinschaft Petershausen. Aktuell hindert allerdings eine Baustelle an der Einfahrt.
So soll es sein auf dem Alemannenplatz: Ein paar Radfahrer und Fußgänger, und Leute, die entspannen. Tatsächlich aber werde er oft als Parkplatz missbraucht, bemängelt die Bürgergemeinschaft Petershausen. Aktuell hindert allerdings eine Baustelle an der Einfahrt. | Bild: Rindt Claudia

Weiter regen die Bürger einen Grünstreifen anstelle des alten Bahnsteigs an, der durch zwei außen liegende ersetzt wird. Zudem schlagen sie eine Hecke an den Geländern zu den Bahnsteigen vor und die möglichst attraktive Gestaltung des Grünstreifens davor. Denn ansonsten werde dieser schnell eine mit Abfällen bedeckte Schmutzecke.

Die Unterführung wird künftig keine Bedeutung mehr haben am Haltepunkt Petershausen, über den die Z-Brücke führt, und Lifte sowie Rampen den barrierefreien Zugang zu den neuen Bahnsteigen gewährleisten. Die Unterführung wird deshalb zugeschüttet. Der Platz unter der neuen Z-Brücke dagegen wird bald überdachten Raum für Räder bieten. Knack legte in der Versammlung vor rund 20 Bürger dar, wie sich das Bauprojekt von den ersten Planungen 2011 bis jetzt gezogen hat.

Drittes Thema: Die Postfiliale in der Moltkestraße

So wie es derzeit aussieht, sind die Tage der Postfiliale in der Moltkestraße gezählt, aber ein Ersatz noch unklar. Die Bürgergemeinschaft hält eine zentral gelegene Filiale mit allen Serviceangeboten von der Paketannahme über die Postfächer und die Postbank sowie Kundenparkplätzen an zentraler Stelle in Petershausen für unbedingt notwendig. Sie ist dabei, Briefe an Aufsichtsrat der Post, an Bundespolitiker, aber auch die Gewerkschaft vorzubereiten.

Petershausen darf seine Postfilialie im Zentrum nicht verlieren, dafür setzt sich die Bürgergemeinschaft Petershausen mit Dietmar Messmer (von links), Christian Millauer und Friedrich Kratzer ein. Sie haben sich bereits mit Briefen an die Post und an die Politik gewandt.
Petershausen darf seine Postfilialie im Zentrum nicht verlieren, dafür setzt sich die Bürgergemeinschaft Petershausen mit Dietmar Messmer (von links), Christian Millauer und Friedrich Kratzer ein. Sie haben sich bereits mit Briefen an die Post und an die Politik gewandt. | Bild: Rau, Jörg-Peter

Der bevölkerungsreichste Stadtteil mit seinen rund 23.000 Einwohnern brauche eine Paketannahme, aber auch die Postbank, zudem würden sie es begrüßen, wenn die bisherigen Angestellten und Beamten weiter Beschäftigung in diesem Stadtteil hätten, wie der Vorsitzende der Bürgergemeinschaft, Christian Millauer, erläuterte.

Viertes Thema: Wiese neben dem Telekom-Hochhaus

Auch die Wiese neben dem Telekom-Hochhaus hat die Bürgergemeinschaft im Blick. Sie will sich für mehr Sitzgelegenheiten, bequeme Bänke mit Lehne, dort einsetzen, für mehr Blumenschmuck am Brunnen und verhindern, dass die Wiese zum Lagerplatz für Baumaterialien wird, wenn die Um- und Erweiterungsbauten am Telekom-Hochhaus beginnen. Der frühere Büroturm soll zum Wohnturm werden. Ein Bürgervorschlag, den Platz durch Hecken von den Straßen abzuschirmen, lehnten die Versammelten ab. Die Wiese werde auch jetzt schon eifrig genutzt.

Fünftes Thema: Stolperfallen am Herosépark

Kritisch sieht die Bürgergemeinschaft zwei Stolperfallen am Herosépark, und zwar die Stufen an der Bischofsvilla und die nicht einmal kniehohen Geländer an der Abfahrt von der Radbrücke. Mit letzteren dürften schon einige kollidiert sein. Die Metallstreben jedenfalls sind verbogen. Nach Hinweisen von Bürgern seien zwar Leuchtstreifen und Markierungen angebracht worden, doch diese seien viel zu dezent und bei Nacht kaum zu erkennen. Notfalls werde man eine Sprühdose mit Leuchtfarbe nehmen und die Hindernisse so einfärben, dass diese bestimmt keiner mehr übersieht, kündigten Bürger an.

Noch viel zu schlecht markiert ist nach Auffassung der Bürgergemeinschaft Petershausen die Stufe am Ende des Heroséparks. Sie betrachtet diese als gefährliches Hindernis für Radfahrer, die außen herum fahren müssen, und will notfalls selbst zur Spraydose mit Signalfarbe greifen.
Noch viel zu schlecht markiert ist nach Auffassung der Bürgergemeinschaft Petershausen die Stufe am Ende des Heroséparks. Sie betrachtet diese als gefährliches Hindernis für Radfahrer, die außen herum fahren müssen, und will notfalls selbst zur Spraydose mit Signalfarbe greifen. | Bild: Rindt Claudia