Hat man den Pavillon am Eingang durchquert, befindet man sich schon mitten im Geschehen: Überall stehen Zelte, und aus jeder Ecke hört man Musik. Vor den Zelten sitzen die Festival-Begeisterten mit ihrem Dosenbier, denn auf dem gesamten Gelände herrscht Glasverbot. Evelyne Lenhardt aus Oberndorf findet das beruhigend: „Wir sind hier schließlich auch barfuß unterwegs“, meint die 24-Jährige. Sie und ihre Freunde besuchen sowohl das Seenachtfest als auch das Seesuchtfestival. Es ist Freitagnachmittag, wir sind zu Besuch auf dem Campinggelände am Flugplatz. Es wurde eigens eingerichtet für dieses Wochenende mit den Großereignissen Seenachtfest und Seesuchtfestival – damit jeder, der eine günstige Übernachtungsmöglichkeit sucht, auch im ereignisreichen und touristenstarken August eine findet.

<p>Evelyne Lenhardt (24), Florian Rist (26), Florian Dietrich (27) und Alexander Stauss (28) aus Oberndorf am Neckar haben es sich gemütlich gemacht.</p>

Evelyne Lenhardt (24), Florian Rist (26), Florian Dietrich (27) und Alexander Stauss (28) aus Oberndorf am Neckar haben es sich gemütlich gemacht.

| Bild: Jennifer Schlachter
<p>Noch gibt es genügend Platz auf dem Zeltplatz.</p>

Noch gibt es genügend Platz auf dem Zeltplatz.

| Bild: Jennifer Schlachter

Holger Schöttle zum Beispiel. Der Böblinger ist gemeinsam mit seinem Freund Björn Grüninger aus Ludwigsburg angereist. Sie wollen ihre persönliche Festival-Saison eröffnen. Sie setzen jedoch eher auf die Party am Zeltplatz. „Wir haben immerhin genügend Bierdosen dabei, die müssen auch vernichtet werden“, erklärt Schöttle lachend. „Die Musik auf dem Seesuchtfestival (Elektro) ist eigentlich gar nicht mein Fall“, meint Grüninger. Der 29-Jährige hört lieber Punkrock und erklärt: „Damit unsere Musik-Boxen immer genug Akku haben, haben wir eine Powerbank dabei.“ Über mögliche Unwetter machen sie sich keine Sorgen: „Wenn es regnet, werden wir halt nass.“ Der geübte Festivalgänger gibt sich da ganz pragmatisch.
 

Ähnlich entspannt sehen das auch viele andere Camper. „Campen gehört für mich zu einem Festival dazu“, meint Radu Schuster aus Böblingen. Der 28-Jährige ist mit seinen Freunden zum ersten Mal in Konstanz. „Wir haben gar kein Essen dabei“, gesteht Dennis Theurer aus Stuttgart. „Unsere Planung verlief eher spontan.“ Die vier jungen Männer, die zusammen in Böblingen Football spielen, gehen jedes Jahr zusammen an den See. Als sie von dem Festival erfahren haben, haben sie ihren Urlaub extra auf dieses Wochenende gelegt. „Wir kommen wegen der guten Stimmung hierher“, erklärt Schuster.

Für Jenny Ekelmann und Lisa Ungemach aus Pforzheim ist der Bodensee ganz klar der Höhepunkt: „Wir freuen uns auf das Gesamtpaket am Wochenende“, erklärt Ekelmann. Mit der Organisation und den Preisen sind sie einverstanden. Ein Security-Mann habe ihnen sogar geholfen, ihr Zelt aufzubauen. „Wir gehen jetzt unter die Camper“, erklären sie lachend. Insgesamt scheint sich die Infrastruktur zu bewähren, es gibt jedenfalls kaum Klagen.

Maximilian Kiefel und Nicolas Ibach aus Spreitbach halten das Müllpfand eher für unnötig. Ihr Platz wird von einem aufblasbaren Elefanten bewacht: „Den haben wir spontan gekauft“, erzählt Jana Abele aus Frickenhofen. „Wir haben erst gestern mit der Planung begonnen und noch spontan Karten bekommen.“

Elena Mauz und ihre Freunde gehen nur aufs Seenachtfest. Die 18-Jährige, deren Handgelenk zahlreiche Festivalbändchen schmücken, ist ein richtiger Festival-Profi: „Wir haben einen Kocher und Fünf-Minuten-Terrinen dabei.“ Das Seesuchtfestival sei ihnen zu teuer, erklärt Melina Schramm, die Preise für das Camping finde sie aber in Ordnung.

Bei dieser durchweg positiven Resonanz steht dem Camping bei Rock am See nichts mehr im Wege. Es findet auf demselben Campingplatz und mit denselben Regeln statt. Die Kosten belaufen sich auf 15 Euro pro Person. Der Platz ist vom kommenden Freitag, 14 Uhr, bis Sonntag, 10 Uhr, durchgehend geöffnet. Das Campen ist jedoch nur mit einem Rock am See-Ticket möglich.