Es naht Ostern und damit die nächste Welle von Touristen und Schweizern. Als erfahrener Einheimischer sollte man in diesen Tagen die Fahrt mit dem Auto in die Innenstadt vermeiden. Das Wetter soll ja prächtig werden, die umliegenden Biergärten laden ein – und außerdem gibt es ja noch den guten, alten Bus, der uns günstig und zuverlässig ins Zentrum bringt. Oder das Fahrrad.

Hier und da ist der Gebrauch des Autos jedoch nicht zu verhindern. Was dann folgt, hätte William Shakespeare vielleicht so umschrieben: Ein Parkplatz! Ein Parkplatz! Mein Königreich für einen Parkplatz! Da haben wir doch Lösungen parat: Wofür gibt's denn die vielen Parkhäuser in Innenstadt und Zentrum? Die werden jedoch der Menge an Autos an diesen neuralgischen Tagen selten Herr. Wohl dem, der mit viel Geduld und noch mehr Zeit einen Platz ergattern konnte.

Samstag vor Ostern 2018, früher Nachmittag: Die Laube ist verstopft, die Zufahrt zum Parkhaus Altstadt nur alle paar Minuten möglich – wenn überhaupt.
Samstag vor Ostern 2018, früher Nachmittag: Die Laube ist verstopft, die Zufahrt zum Parkhaus Altstadt nur alle paar Minuten möglich – wenn überhaupt. | Bild: Schuler, Andreas

Nicht selten sind dann Fahrer und Passagiere mehrere Stunden in Konstanz unterwegs, ehe sie angesichts der Schönheit unseres Städtles freudetrunken ins Haus des Parkierens zurückkommen. So weit, so gut. Spätestens beim Zahlen werden Gäste wie Einheimische gleichermaßen auf den Boden der finanziellen Tatsachen zurückgeholt. Parken in Konstanz ist teuer – diese Erkenntnis überrascht so sehr wie die, dass Heilig Abend auf den 24. Dezember fällt.

Das ist eigentlich ja auch gut, wenn es uns bequeme (wahlweise faule) Einheimische von der Fahrt ins Zentrum abhält. Nehmen wir das Parkhaus Altstadt an der Unteren Laube. 1 Euro für die erste halbe Stunde, 1,50 Euro bis zu einer ganzen Stunde, jede weitere halbe Stunde je nach Parkdauer 50 Cent oder 1 Euro, Tageshöchstsatz 18 Euro. Reifendruck überprüfen oder Windschutzscheibe waschen übrigens exklusive. Von 6.30 bis 1.30 Uhr ist die Einfahrt möglich, die Ausfahrt jederzeit.

Wer also meint, nach einem schönen Tag am Hafen oder in der Fußgängerzone die Parkgebühren gemütlich mit Karte zahlen zu können (das letzte Bargeld fiel dem Familien-Eisbecher zum Opfer), der wird enttäuscht. Nur Bares, bitte! Schnell noch einmal zurück in die Stadt und Bargeld abholen. 200 Euro: ein 100-Euro-Schein, zwei 50-Euro-Scheine.

Nicht alle Scheine werden akzeptiert

Zurück am Parkhaus. Hinein den Schein. Was ist denn jetzt los? Maximal 20 Euro akzeptiert der Automat in Scheinform. Steht so auch am Geldschlitz. Selbst schuld. Richtig. Doch, Hand aufs Herz, wer achtet denn auf so etwas? Wer, erneut Hand aufs Herz, erwartet so wenig Service in einem Parkhaus? Zumal im Jahr 2019.

Bild: Schuler, Andreas

Also noch einmal schnell zurück in die Stadt, ein weiteres Eis gekauft. Das ganze Hin und Her dauert 50 Cent bis 1 Euro, also eine halbe Stunde. Da stellt sich dem geneigten Parkhausnutzer die Frage: Wieso darf man weder mit Karte noch mit 50-Euro-Scheinen zahlen?

Technik ist schuld

Brigitte Latt vom zuständigen Verwaltungsbüro Fischer in Offenburg klärt auf: Die Umrüstung auf Kartennutzung würde mehrere tausend Euro kosten. Da ihre Firma großen Wert auf Freundlichkeit und Service lege, "können sie auch unsere Mitarbeiter im Häuschen fragen, ob sie größere Scheine wechseln können".

Die Zahlung mit 50-Euro-Noten sei grundsätzlich erst dann möglich, wenn der Betrag über 30 Euro liege und der Mitarbeiter die Maschine umprogrammieren würde. "Wir werden ein Hinweisschild am Automaten anbringen, sobald die Umstellung erfolgt ist", erklärt Thomas Mecking, der für den Betreiber im Parkhaus arbeitet.

Da die Maschine maximal zehn Münzen Rückgeld geben könne, müsse bei der Zahlung mit 50-Euro-Scheinen die Parkgebühr bei mindestens 20 Euro liegen. "Das ist technisch leider nicht anders machbar", wie Thomas Mecking erklärt.

Kompliziert. Da stellt man sich unwillkürlich die Frage, wieso andere Automaten Karten und Scheine jeden Werts akzeptieren. Ach ja: Schweizer Kunden können im Parkhaus Altstadt mit Franken in 10er- und 20er-Noten bezahlen – ein toller Service, dessen Einrichtung am Anfang bestimmt nicht umsonst war.