Bettina Gräfin Bernadotte kam selbst in den Ortschaftsrat Litzelstetten, um für die nochmalige Verlängerung der Praxis zu werben, das Palmenhaus auf der Insel Mainau auch über den Sommer nicht abbauen zu müssen. Für die Zeit nach 2028 stellt sie eine Lösung in Aussicht, die alle zufriedenstellen solle: "Wir haben verstanden, dass das Palmenhaus an dieser Stelle nicht konsensfähig ist." Das Glashaus, das als Winterschutz für exotische Pflanzen dient, aber auch als Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Gastronomieraum, ist wegen seiner Lage direkt am Schloss und der Schlosskirche umstritten. Es verstellt den Blick auf das historische Ensemble.

Die Mainau-Geschäftsführerin sieht mit einer weiteren Verlängerung des Ganzjahresbetriebs die Möglichkeit, langfristig eine Alternative für das Glashaus am Schloss zu entwickeln. Der Zeitpunkt bis 2028 sei gewählt, weil das Gebäude dann buchhalterisch abgeschrieben sei. Bei einem Abbau des Hauses über den Sommer müsste die Mainau einen Umsatzausfall und die Montagekosten tragen, Mainausprecher Florian Heitzmann nannte auf Nachfragen allein als Montagekosten die Summe von 500 000 Euro. Es blieben dann keine Kapazitäten, Neues zu entwickeln, sagte Bettina Bernadotte.

Kritische Stimmen kamen in der Debatte vor allem aus den Reihen der Freien Wähler. Brigitte Fuchs bemängelte, schon beim Bau des Hauses hätte klar sein müssen, dass der saisonale Winterbetrieb wirtschaftlich nicht möglich sei. Sie vertraue aber darauf, dass langfristig tatsächlich Neues entwickelt werde. Hansjörg Herrmann betrachtet die Zustimmung als eine Form der Wirtschaftsförderung, kritisiert aber, dass seit der Errichtung 1998 keine andere Lösung entwickelt wurde. Manfred Riedle (CDU) forderte, die in Aussicht gestellte Alternativplanung frühzeitig anzupacken. Jürgen Puchta (SPD) stimmte dem Antrag gern zu. Er verwies auf die Bedeutung der Insel Mainau als Arbeitgeber und Werbeträger. "Das ist unbezahlbar."