Was mussten wir uns schon wieder aufregen heute Morgen? Über das ganz große Ganze (Brexit, Trump, unbezahlbare Wohnungen) bis hin zum ganz Persönlichen (die Milch im ersten Kaffee der Woche war sauer, alle Ampeln auf dem Weg zur Arbeit zeigten Rot).

Wir Menschen neigen dazu, das Schlechte, Nervige, Traurige, Anstrengende zu beklagen

Journalisten, so sagt man, wachen erst Recht nicht mit der rosaroten Brille auf. Dabei gab es zuletzt durchaus gute Nachrichten aus Konstanz. Auch hier im großen Ganzen, wie auch links und rechts der drei Konstanzer Rheinbrücken.

Vorab der Blick aufs große Ganze: Fridays for Future, die Proteste von Schülern gegen die Versäumnisse der Klimapolitik

Die Bewegung findet auch in Konstanz Zuspruch, ihre Wortführer diskutierten mit dem Oberbürgermeister (auf den wir gleich noch einmal kommen werden), mehrere hundert Teilnehmer ziehen regelmäßig durch die Innenstadt.

So so, mehrere Hundert, wird mitunter mit einem süffisanten Lächeln angeführt: Da wollen wir doch einmal sehen, wie viele das wären, wenn die Demo nicht während der Schulzeit stattfindet. Ganz sicher weniger. Wahrscheinlich sogar bedeutend weniger. Aber zurück zur guten Nachricht. Sie lautet: Die als verlotterte, desinteressierte, egozentrische, dauergelangweilte bezichtigte "Jugend von heute" empört und engagiert sich.

Nun der Blick vor die eigene Haustür und zurück zum Oberbürgermeister

Wie wollen wir damit umgehen, dass Uli Burchardt in der vergangenen Woche sein Sakko ab- und einen orangen Müllmann-Overall angelegt hat? Wollen wir Perfidie wittern, sagen wir: Aha, ist er also im Kampf um die Wiederwahl 2020 angekommen, statt Gelber Säcke sollte Burchardt besser echte Probleme beiseite räumen – an dieser Stelle darf man einsetzen: Wohnungsnot, Bodenseeforum, unbezahlbare Stadt.

Oder wir sagen: Schön, dass der OB einmal für einige Stunden erlebt, wie es ist, morgens den buchstäblichen Dreck der Bürger wegzuräumen.

Um noch eins draufzusetzen blicken wir auf kommenden Mittwoch

Im Rahmen der Reihe Energievisionen wollte Uli Burchardt im Gemeindehaus der Lutherpfarrei über die Klimapolitik der Stadt sprechen. Macht er jetzt doch nicht, die Absage erfolgte laut Energievisionen-Organisator Karl-Ulrich Schaible recht kurzfristig. Die Rechtsabteilung der Stadt hatte wohl Bedenken hinsichtlich der oberbürgermeisterlichen Neutralitätspflicht vor der Kommunalwahl am 26. Mai.

Aha, können wir wieder sagen: Das Klima ist Burchardt also doch egal oder ihm reicht das Gemeindehaus nicht als Bühne aus. Zumindest aber deutlich früher hätten die städtischen Juristen dem OB doch über den schlechten Zeitpunkt informieren können und die Organisatoren so nicht in die Bredouille bringen müssen.

Oder wir sagen: Wie gut, dass die Rechtsabteilung der Stadt ihre Arbeit macht und auf ein mögliches Gschmäckle hinweist – Partner der Energievisionen ist mit den Grünen immerhin eine Partei.

Das tat jetzt gar nicht weh, sogar ein bisschen gut

Vielleicht haben Sie auch die ein oder andere gute Nachricht erlebt heute Morgen. Und wenn es nur die Grüne Welle auf dem Weg zur Arbeit war. Erzählen Sie uns davon!

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