Einige Fragen sind dann doch noch zu klären. Zum Beispiel: Wo soll die Fahrradgarage stehen? Und welche Ziele verfolgt die Bahn mit der Ladenzeile? Klar ist aber, dass am Bahnhofplatz ein Ende in Sicht ist. Sofern der Zeitplan stimmt, soll nach sieben Jahren die Zeit der provisorischen Begegnungszone auslaufen. Im Herbst 2019 soll die Sanierung beginnen.

Bahn will Ziele mit Ladenzeile vorstellen

Zumindest bei der Ladenzeile könnte Konstanz bald schon schlauer sein. Im Sommer will die Deutsche Bahn ihre Pläne für das Ensemble vorstellen, und auch wie es mit dem Schweizer Bahnhof und der Modernisierung der Station weitergeht. Wie und wann die Bahn ihre Absichten umsetzen wird, darauf will die Stadtverwaltung bei der Sanierung des Bahnhofplatzes keine Rücksicht nehmen. Johann Hartwich (FDP) hatte in der Sitzung des Technischen und Umweltausschusses eindringlich gewarnt: Er befürchtete, dass Baumaßnahmen etwa der Bahn einen gerade von der Stadt erneuerten Boulevard in Mitleidenschaft ziehen könnte. "Wir können nicht warten, bis das Bahnhofsmodernisierungsprogramm umgesetzt wird", sagte Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn in der Ausschusssitzung.

Stadt will Fördermittel abrufen

Das hat einen Grund: Damit Konstanz noch Fördermittel abgreifen kann, eilt es bei den Planungen für den neuen Bahnhofplatz. Das Grundkonzept steht, auf Basis eines Entwurfs aus dem Jahr 2011, fest. Bushaltestellen sollen verrutschen, damit der neoklassizistische Bahnhofsbau mit seinem charakteristischen Turm frei steht, erklärte Verkehrsplaner Stephan Fischer. Einzig Leihfahrradstationen sollen dort ihren Platz erhalten. Vor der Ladenzeile und vor dem Sparkassengebäude sind Stellflächen für Taxis und Kurzparker, zum Bringen und Abholen von Bahnreisenden, sowie für Car-Sharing vorgesehen.

600 Plätze im Radparkhaus

Wo ein Fahrradparkhaus mit 600 Plätzen entstehen könnte, hierüber wollen sich die Planer in der Bauverwaltung noch ausführlich Gedanken machen. Eine Idee im Ausschuss war, eine Ebene des Autoparkhauses an der Dammgasse für Zweiräder zu reservieren. Dieser Vorschlag ist nicht vom Tisch. Tiefbauamtsleiter Wolfgang Seez war allerdings der Auffassung, dass dieser Standort zu weit entfernt vom Bahnhof ist. Radfahrer wollten zielnah parken. Er forderte einen Planungsbeschluss ein, "damit es an diesem schrecklichen Platz vorwärtsgeht". Bei vier Enthaltungen empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat für dessen Sitzung (Dienstag, 26. Juni, ab 17 Uhr, Ratssaal) die Umsetzung der vorgelegten Pläne – vorbehaltlich der Lösung weiterer Unklarheiten. Zum Beispiel, ob der Schweizer Bahnhof für ein Fahrradparkhaus in Frage käme. Gewollt ist eine Fahrradwerkstatt. Hierfür gibt es besonders viel Fördergeld.

Ein Punkt im C-Konzept

Die Sanierung des Bahnhofplatzes ist der nächste Schritt innerhalb des des C-Konzepts, nachdem der Umbau des Rheinsteigs beendet sein wird. Ziel ist, den Bahnhofplatz frei von motorisiertem Verkehr zu halten. Hierfür werden Kreisverkehre als Wendemöglichkeiten am Lago und am Fischmarkt gebaut. Johann Hartwich schlug Testvarianten vor um zu sehen, ob dieses Konzept aufgeht. Eine teure Idee, erklärte der städtische Straßenplaner Markus Heier. Untersuchungen hätten die Funktionalität nachgewiesen. Stephan Kühnle (FGL) hinterfragte, inwieweit der Verkehr aus dem Bahnhofplatz tatsächlich gehalten werde, wenn die Pläne noch Einfahrten für Taxen, Bahnkunden und Parkhausnutzer erlauben und auf Höhe der Dammgasse eine Wendemöglichkeit vorgesehen ist.