Reichenau – Einen besseren Zeitpunkt zur Eröffnung seiner neuen Vinothek hätte sich der Reichenauer Winzerverein eigentlich nicht wünschen können. Denn der Jahrgang 2018 ist von ganz besonderer Qualität, berichten Geschäftsführer Manfred Krämer und Kellermeister Thomas Sättele: „Ich denke, dieser Jahrgang wird in die Annalen eingehen.“ Sowohl was die Qualität, als auch die Quantität angehe, könne es kaum besser sein.

Jahrgang der Extraklasse

„Die Weiß- und Roseweine zeichnen sich durch eine sehr schöne Frucht und Eleganz aus“, erklärt Sättele. „Und die Rotweine bestechen durch ihre hohe Qualität; das sind dichte, stoffige Weine.“ Die Roten bräuchten allerdings noch Reifezeit, im Juni oder Juli dürften sie soweit sein. Aber einige Sorten des neuen Jahrgangs seien schon erhältlich wie Rosé, Weißherbst oder die Bioweine Cabernet-Cortis und Muscaris. Und die Weine von 2017 hätten jetzt die beste Trinkreife, erklärt der Experte.

Variationsreichtum

Alle 14 Weinsorten in ihren 22 Variationen kann der Winzerverein nun in ansprechend und großzügig gestalteten Räumlichkeiten präsentieren. Die neue Vinothek befindet sich im historischen Balkenkeller unter dem Westflügel des Rathauses, direkt am Durchgang zum Klosterhof. Erbaut wurde dieses Ensemble als neuer Klosterkonvent südlich des Münsters im frühen 17. Jahrhundert. Die Vinothek vereint dabei historische Elemente wie Torbögen, Fensternischen und Holzdecke mit modernen und maßgeschneiderten Präsentationsregalen und Verkostungstischen aus hochwertigem Holz.

Harmonische Symbiose

Der Winzerverein hat hier nicht nur deutlich mehr Platz, um seine Weine zu präsentieren als früher im Winzerkeller. Die Kunden könnten sich nun auch selbst in Ruhe über die Weine informieren und dies eben in einem besonderen Ambiente, betonen Krämer und die Verkaufsleiterin Daniela Notaras. Letztere erklärt, die Kunden würden diese Harmonie aus historischem Gebäude und Ausstattung, aus Alt und Neu, positiv wahrnehmen. „Begeisterte Kunden sagen: Endlich hat der Wein den Rahmen, den er verdient.“ Manfred Krämer erklärt: „Jeder, der reinkommt, ist begeistert.“ Es gebe nun auch öfter die Gelegenheit für einen Besuch. Zum einen habe die Vinothek durchgehend geöffnet. Außerdem gebe es deutlich mehr Weinproben abends – bis in den September öffentliche fast jede Woche und nach Voranmeldung sogar ganzjährig.

Besondere Anlässe

Zudem gestalte der Winzerverein zur Neueröffnung noch einen besonderen Anlass: „Damit sich alle einen eigenen Eindruck von der neuen Vinothek machen können, wird es am Sonntag, 30. Juni, von 11 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür geben. Neben Kellerführungen, Bildern zur Baugeschichte und interessanten Sonderangeboten gibt es natürlich auch die Möglichkeit, unsere Weine zu verkosten.“ Alle Termine finde man auch auf der Homepage http://www.winzerverein-reichenau.de Die nächste öffentliche Weinprobe ist am 23. Mai.

Klassiker und Neuheiten

Besonders beliebt bei Kunden seien der Bodensee-Klassiker Müller-Thurgau und der Grauburgunder, berichtet Daniela Notaras. Die Bioweine würden immer mehr Liebhaber finden. Beliebt sei ferner der Gutedel. Kellermeister Thomas Sättele fügt an, dass die Reichenauer auch die einzigen am See seien, die diese Sorte in größerer Menge hätten. Manfred Krämer erklärt, dass es vom Gutedel in diesem Jahr die besonders ausgebaute Edition Chasselas gebe. Eine beliebte Besonderheit bei den Roten sei ferner der Premium-Wein Augia Felix. Sättele erklärt, der normale Rotwein sei fruchtig leicht. „Der Augia-Felix ist kräftiger, dichter und gehaltvoller mit angenehmen Gerbstoffen.“ Dieser entstehe durch traditionelle Maischegärung und lagere dann neun bis zwölf Monate in großen Eichenfässern und zu einem kleinen Teil in kleineren Barrique-Fässern.

Wichtig für die Zukunft

Manfred Krämer erklärt, der Vorstand und die Winzer erhofften sich eine deutliche Stärkung des Standorts für den Verkauf des Inselweins sowie einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Weinbaus auf der Reichenau. „Dadurch, dass wir unsere Anbaufläche stetig erweitert haben, sind wir in einer Situation, wo wir aktiv was für den Verkauf tun mussten“, so Krämer. Die Rebflächen hätten sich in den vergangenen 25 Jahren auf rund 22 Hektar verdoppelt. Die Jahresproduktion liege – je nach Ernte – im Schnitt bei zirka 200000 Faschen Wein.