Wenn Eltern nicht mehr weiterwissen, ist das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) am Konstanzer Klinikum eine mögliche Anlaufstelle, für manche der letzte Strohhalm. Dort kümmern sich Experten um das übermäßige Schreiverhalten des Kleinkindes oder um Auffälligkeiten in der Entwicklung. Auch wenn Krankenkassen Behandlungskosten übernehmen, das SPZ hat Bedarf an Mehr. Ein neuer Förderverein namens Pünktchen sammelt Geld und Sachspenden, damit die Kinder Spielsachen in der Einrichtung haben oder Eltern finanzielle Unterstützung erhalten, wenn ihr Budget knapp ist.

Das kann zum Beispiel sein, wenn sie vor Ort eine Betreuung für ein Geschwister benötigen, während das betroffene Kind mit den Eltern in einer Behandlung ist; oder die Eltern ein Arztgespräch haben, bei dem der kleine Patient nicht dabei sein soll. Das SPZ selbst benötige ebenfalls Unterstützung, erklärt Brigitte Sartorius. Sie ist Vorsitzende des Fördervereins Pünktchen. So hat sich die Facheinrichtung am Konstanzer Klinikum bereits über neue Spielsachen gefreut. Der Förderverein hat sich darüber hinaus zur Aufgabe gemacht, bei der Anschaffung diagnostischer und therapeutischer Hilfsmittel zu unterstützen, etwa durch Spendensammlung bei Firmen, bei der Schaffung von Gruppen- und Betreuungsangeboten und bei der Verbesserung der Räume im SPZ. Es ist in einem alten Bau an der Nord-Ost-Seite des Klinikums untergebracht.

Die erste größere Spende wird wohl von der Münsterbar kommen. Deren Betreiber verkaufen jedes Jahr für den guten Zweck Glühwein und garnieren das mit einem kulturellen Angebot. Die Werbung um Gönner, aber auch um Mitglieder beschäftigt den Förderverein Pünktchen derzeit am meisten, wie die Vorsitzende Brigitte Sartorius erklärt. Bislang ist die Zahl der Mitglieder überschaubar, sie liegt bei neun. Darunter ist Jens Teichler, Leiter des SPZ, er ist zugleich als Kassier im Vorstand. Auf seine Initiative geht die Gründung des Vereins zurück. Stellvertretende Vorsitzende ist Andrea Bulitta, die Schriftführung hat Ulrike Schienle übernommen, deren Stellvertretung liegt bei Isolde Wöhrstein. Mit Spenden mitfinanziert werden soll ein Neurofeedback-Gerät, womit Fehlregulierungen von Gehirnaktivitäten behoben werden sollen.

Das SPZ selbst hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Jens Teichler und sein Team haben Sprechstunden für Kinder und Jugendliche mit Bewegungsstörungen wie Spastiken installiert sowie für Kinder mit Schädeldeformationen. Es ist eine anerkannte Epilepsieambulanz. Das Zentrum hat ein Alleinstellungsmerkmal, der Chefarzt behandelt junge Patienten aus sieben Landkreisen, "der Bedarf ist unerwartet groß", sagt Teichler. Das stützt die bewusste politische Entscheidung in Konstanz vor wenigen Jahren, dem seinerzeit kränkelnden SPZ neues Leben einzuhauchen, anstatt es zu schließen.

Der Förderverein im Internet: www.puenktchen-ev.de

 

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