Die regionale Greenpeace-Gruppe hat dazu aufgefordert, EU-Abgeordnete in Sachen Freihandelsabkommen Ceta mit Kanada in die Pflicht zu nehmen. An einem Stand an der Marktstätte empfahlen sie Passanten, dem EU-Abgeordneten Norbert Lins (CDU Württemberg-Hohenzollern) eine Karte mit Fragen zu seiner Haltung zu Ceta zu senden. Die Umweltschutzorganisation habe bislang keine Antwort bekommen auf Fragen wie etwa die, ob bei einem Abkommen mit Kanada als drittgrößtem Produzenten gentechnisch veränderter Erzeugnisse der Schutz der EU-Bürger vor Gen-Lebensmitteln weiter gewährleistet sei. Kritiker fürchten, dass mit den Abkommen ökologische und soziale Standards gesenkt werden.

Natalie Neubauer von der Greenpeace-Regionalgruppe kündigte eine weitere Auseinandersetzung um die Gebühren an, die die Stadt Konstanz für Info-Stände verlangt. Von den 50 Euro für den Stand auf der Marktstätte werde die Regionalgruppe nur die 25 Euro Verwaltungsgebühr überweisen. Die weiter erhobenen 25 Euro an Sondernutzungsgebühr seien ungerechtfertigt. Der Einsatz gegen die Freihandelsabkommen sei im Interesse der Stadt. Hier dürften keine Gebühren fällig werden. Konstanz gehöre zu den Kommunen, die sich gegen bestimmte Freihandels-Regelungen wenden, welche die Daseinsvorsorge vor Ort und die Entscheidungsfreiheit des Gemeinderats berühren könnten.

Unter Vereinen und Verbänden gärt seit Wochen Ärger über die Standgebühren, die plötzlich doppelt so hoch ausfielen wie gewohnt. Manche Aktivisten vermuteten, ihnen sollte durch das Anziehen der Preisschraube das Agieren in der Öffentlichkeit erschwert werden. Das Bürgeramt dagegen erklärte: Die niedrige Gebühr früher sei ein Fehler gewesen. Man habe eine Zeit lang vergessen, die Sondernutzungserlaubnis zu berechnen. Bei dieser hat das Amt einen Ermessensspielraum, kann zwischen null und 100 Euro erheben. 25 Euro sind nach Angaben des Bürgeramts bei Vereinen üblich.