Konstanz Neonazis suchen mit schwarzen Kreuzen Aufmerksamkeit

Rechtsextreme haben nach Angaben der Polizei in mehreren Städten der Region zwischen Schwarzwald und Bodensee in den vergangenen Tagen schwarze Kreuze aufgestellt. Gegen die Urheber der Aktion laufen Strafverfahren

Kreis Konstanz – In mehreren Städten im Landkreis Konstanz und im Bodenseekreis sind in den vergangenen Tagen schwarze Kreuze aufgetaucht. Bei den meist an Ortsschildern oder vor Kriegsdenkmalen aufgehängten einfachen Holzkreuzen handelt es sich um eine Propaganda-Aktion der rechtsextremen Szene. Dies geht aus Informationen des Polizeipräsidiums Konstanz und des Verfassungsschutzes Baden-Württemberg hervor. Auf einigen der Kreuze findet sich der Hinweis auf "7500 deutsche Opfer". Die Aktion geht auf einen Aufruf des Berliner Neonazi-Rappers Patrick K. aus dem Jahr 2014 zurück, am 13. Juli deutschen Mordopfern ausländischer Täter seit 1990 zu gedenken. Seither tauchen zu diesem Datum regelmäßig schwarze Kreuze im gesamten Bundesgebiet auf, Bilder von ihnen werden später in sozialen Netzwerken im Internet geteilt und weiterverbreitet. Für die zitierte Opferzahl von 7500 gibt es laut Verfassungsschutz "keinen belastbaren Beleg".

Laut Bernd Schmidt vom Polizeipräsidium Konstanz waren im Kreis Konstanz unter anderem die Orte Allensbach, Hegne, Konstanz, Markelfingen und Rielasingen-Worblingen betroffen; im Bodenseekreis wurden die Kreuze in Friedrichshafen, Hagnau, Immenstaad und Überlingen gesehen. "Die Polizei hat die Kreuze entfernt und sichergestellt", sagt Schmidt. Auch im Schwarzwald-Baar-Kreis, darunter in Brigach, St. Georgen und Triberg, wurden die schwarzen Kreuze aufgestellt. Bei der Aktion handele es sich um eine unerlaubte Sondernutzung und damit um eine Ordnungswidrigkeit, so Schmidt. "Der Straftatbestand der Volksverhetzung liegt nicht vor", sagt Schmidt. Gegen den Berliner Initiator der Aktion und weitere Mitglieder seiner rechtsextremen Rap-Band A3Stus ermittelt dagegen der Staatsschutz – nach einer Hausdurchsuchung vor zwei Jahren lautete der Vorwurf Volksverhetzung und Sozialleistungsbetrug wegen nicht angegebener Einnahmen aus CD-Verkäufen. Patrick K. provozierte zuvor unter anderem mit der Aufnahme eines rechtsextremen Liedes auf dem Berliner Holocaust-Mahnmal.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Historische Momente
Neu aus diesem Ressort
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
konstanz
Konstanz
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren