Wo herrscht schon vor Programmbeginn allerbeste Stimmung im Saal? Selbstredend beim internationalen Frühschoppen der Vereinigung Konstanzer Narrengesellschaften im Konzil. Schneckenburg-Präsident Jürgen Stöß hatte während seiner Begrüßung schon seine helle Freude, als er in das bunt gekleidete Publikum blickte und alle seinem Kommando, zum „Narro Narro siebe siebe“ aufzustehen, folgten. „Einfach schön, wenn 450 Leute aufstehen und wieder abihocke“, schmunzelte er vergnügt. Es gibt halt Traditionen, und die werden in Konstanz gepflegt. So wie der internationale Frühschoppen der Vereinigung, die im September dieses Jahres 50 Jahre besteht. Seit 30 Jahren wird das närrische Spottpourri zelebriert und seit 30 Jahren ist auch Rolf Weber mit dem Musikverein Wollmatingen mit von der Partie.

Quer durch den närrischen Gemüsegarten führten die beiden Gärtner Marcus Nabholz und Jürgen Greis die anwesenden „Blumen, Unkräuter und sonschtiges Gmües“ am gestrigen Vormittag. Das Programm gestaltete sich als humoreskes Kaleidoskop, zu dem zahlreiche Vereine einen Teil beitrugen. Anmutige und rockige Tanzdarbietungen erfreuten die Zuschauer ebenso wie hervorragend gespielte Sketche. Dank Showkoch Enzo Crematori werden die Anwesenden künftig nicht nur alles bestens vorbereiten, sondern auch Fischstäbchen in einem ganz anderen Licht sehen; bei dem einen oder anderen Werbespot werden sie künftig an die Schneckenbürgler Axel Zunker und Simon Zachenbacher denken müssen und sich bei Fußballübertragung die drei Niederbürgler Schiedsrichterinnen wünschen.

Trefflich gehaltene Büttenreden wurden ebenso dargeboten wie exzellente Gesangseinlagen, und zwar nicht nur von den bekannten Stars wie den Malkmus-Brüdern, sondern auch überraschend vom noch unbekannteren Vokalensemble des Musikvereins Wollmatingen, das unter Beweis stellte, was echte Männer sind. Musikalische Leckerbissen wurden ebenfalls gereicht. Als Stimmungsgarant ist die Clownkapelle mittlerweile längst unverzichtbarer Bestandteil des Frühschoppens. Ein herzliches „Ho Narro!“ galt in diesem Jahr aber insbesondere d'Blue Birds, die mit alten, traditionellen Fasnachtsliedern, wie beispielsweise „Gell Du kennsch mi it“, dem Gundele-Lied oder „De Ratzegiggl vu de Dullegass“ die Zuschauer im Saal inbrünstig zum Mitsingen brachten. Wie gut, dass die blauen Vögel vom Paradies die Kleinode des musikalischen Fasnachtskulturgutes jetzt auf einer CD verewigt haben. Nach diesem rund dreistündigen närrischen Allerlei dürften jetzt die Besucher eingestimmt sein auf den bevorstehenden Schmotzigen Dunschtig.

 

Mit von der Partie

 

Die Mitwirkenden: J ürgen Stöß, Marcus Nabholz, Jürgen Greis, Axel Zunker und Simon Zachenbacher sowie Gene Bruderhofer (Schneckenburg), Anja Uhlemann, Nicole Paul und Moni Schönegg (Niederburg), Louis Romita und Daniel Graf (Hofpeter), Roland Werner (Fürstenbergler), Simon und Gregor Malkmus (Schlofkappe Hegne), Verena Schneiders (Elefanten), Hans Leib (Kamelia Paradies), Andreas Senn, Georg Herrenknecht, Lucas Hämmerle, Niklas Wagner und Simon Huff (MV Wollmatingen), d'Blue Birds (Karlheinz Martin, Hermann Bruderhofer, Thomas Strobel, Jürgen Rawitzer, Felix und Klaus Steckeler, Andi Reuter), Clownkapelle (Leitung Gerd Zachenbacher), Musikverein Wollmatingen (Leitung Rolf Weber).

 

Die Ballette: Giraffengarde (Anna und Marie Biehler, Elena Dotzauer, Lena Frick, Lisa Harder, Carina Huber, Franziska Roge, Saskia Romer, Anja Spiegel, Fabienne Streibert, Vivien Werner, Nicole Vestner), Grundel-Garde (Simone Bärthele, Julia Rey, Lena, Alina und Jana Huber, Vera Greis, Selina Blum, Julia Kaibach, Katharina Schlegel, Stefanie Glönkler, Loren Ratzek, Irina Deggelmann) und die „Wilden Weiber vom Fürstenberg“ (Karin Bürgin, Gabi Heinzel, Monika Kern, Gudrun Weber, Regina Werner, Karin Wiehler-Cekan, Sigi Glaser).

 

Hinter der Bühne: Wolfgang Geser und Guido Honold (Programmzusammenstellung), Karl-Heinz Nack und Philipp Leutner (Technik), Dagmar Deutinger (Maske), Hans Leib (Geschäftsführung), Maya und Fritz Schächtle (Bewirtung der Akteure). (as)