Konstanz Nächster Rückschlag fürs Konstanzer Bodenseeforum: Abi-Ball des Humboldt-Gymnasiums findet in Singen statt

Schlechte Erfahrungen bei mehreren Bällen im Jahr 2017 haben gezeigt: Das Bodenseeforum ist überfordert mit Banketts für mehr als 500 Personen.

Ewiges Anstehen an der einzigen Getränkebar, lange Wartezeiten beim Servieren der jeweiligen Gänge und schließlich kalte Speisen, die eigentlich warm sein sollten – die diversen Abi-Bälle des Jahres 2017 im Bodenseeforum sorgten bei Schülern mehrerer Schulen, ihren Angehörigen und auch beim Personal des Hauses für Verdruss und Ärger. Jürgen Kaz, Leiter des Humboldt-Gymnasiums, drückt es so aus: "Das Ambiente im Bodenseeforum war sehr angenehm. Doch das Catering war schlecht, das hat einfach nicht geklappt." Nahezu jeder, der bei einer der Veranstaltungen anwesend war, wird ihm widerspruchslos zustimmen. So stilvoll Ablauf und Programm der eigentlichen Bälle waren, so ärgerlich die Verpflegung der Gäste.

"Sehr unzufriedenstellend"

Also suchten die Organisatoren des Abi-Balls 2018 den Kontakt zum Haus am Seerhein, um die Möglichkeiten zu besprechen. "Geschäftsführer Jochen Andrew Lohmar war sehr professionell und seriös", berichtet Jürgen Kaz. "Er hat uns nichts versprochen, was er nicht würde einhalten können." Lohmar selbst nimmt kein Blatt vor den Mund, gibt auf SÜDKURIER-Nachfrage offen zu: "Die Veranstaltungen 2017 waren sehr unzufriedenstellend. Wir können unsere Räumlichkeiten nicht ändern, die Begebenheiten sind so, wie sie sind. Wir schaffen es nicht, ein Bankett mit mehr als 500 Menschen durchzuführen." Damit tue man sich und den Gästen keinen Gefallen, "im Gegenteil, damit würden wir unseren Ruf ruinieren". Für ihn sei die nicht für solche Veranstaltungen konzipierte Logistik des Hauses dafür verantwortlich:

Zu wenige und zu kleine Räume

"Wir haben zu wenig Räume für die Vorbereitung der Speisen und die, die wir haben, sind zu klein." Man dürfe nicht vergessen, "dass ein bestehendes Haus umfunktioniert wurde für die Nachnutzung. Eigentlich müssten wir die Räumlichkeiten umbauen, doch das geht nicht". Also wird er sich in Zukunft auf andere Veranstaltungsformate konzentrieren. "Catering wird weiterhin möglich sein, bei Festen bis 500 Gästen aber nur in Form von Fingerfood oder Büffet." Gerne hätte er eine eigene Küche wie das Konzil, "doch dafür ist leider kein Platz. Wir müssen mit dem klar kommen, was wir haben".

Professionelle Singener

Also machten sich die Humboldt-Schüler auf den Weg zu einer Alternative für die 650 Gäste, die sie im Juni erwarten. Da das Konzil ebenfalls an seine räumlichen Grenzen stößt, wurden sie in der Stadthalle Singen fündig. "Es war beeindruckend, mit welcher Präzision und Professionalität die Personen dort arbeiten", erzählt Jürgen Kaz. "Man merkt sofort, dass viel Erfahrung vorhanden und die Halle dafür geeignet ist." Das preisliche Angebot der Singener sei außerdem besser gewesen. Das Bodenseeforum bot Fingerfood statt Tischservice an, der Gesamtpreis hätte sich auf 50 Euro pro Person belaufen. "Und dabei wurde uns noch die Organisation der Bühnentechnik überlassen", wundert sich Jürgen Kaz. "In Singen ist alles dabei.

" Genaue Zahlen kann er nicht nennen, da die einzelnen Punkte sich zu einer Gesamtsumme summieren, "aber es ist auf jeden Fall günstiger als in Konstanz". Zu Zeiten des Doppel-Abijahrgangs war das Humboldt schon einmal in der Stadthalle sowie im Radolfzeller Milchwerk, um die Abi-Gala zu feiern. "Doch da waren wir 900 Personen und es gab in Konstanz noch kein Veranstaltungshaus", so Jürgen Kaz. Fest steht für ihn: "Die Zeugnisse werden wir in Konstanz übergeben." Noch stehe jedoch nicht fest, wo und wann.

 

Burchardt verteidigt Bodenseeforum

  • Veranstaltungen: Geschäftsführer Jochen Lohmar hofft für 2018 auf 120 Veranstaltungen. Rund 70 seien fest gebucht. OB Uli Burchardt bezeichnet das Bodenseeforum "als eine richtige und wichtige Investition für die Stadt. Das unterstreichen auch die bis Ende 2017 gebuchten 128 Tagungen, Messen, Versammlungen, Kulturveranstaltungen und bürgerschaftlichen Veranstaltungen und die über 57 000 Gäste, die das Haus seit der Eröffnung besucht haben". Das Bodenseeforum solle ein Haus für alle Konstanzer werden. Vereine sind eingeladen, hier Feste zu veranstalten. Mit den 57 000 Gästen sind alle Besucher gemeint, also auch Besucher des Tages der offenen Tür, Blutspender und Eltern, Geschwister oder Großeltern von Abiturienten bei den Abi-Feiern 2017.
  • Der Geschäftsführer: Jochen Andrew Lohmar (54), seit 1. Juli 2017 Geschäftführer des Bodenseeforum, ist in Schottland aufgewachsen und kam zur Ausbildung zum Hotelfachmann bei der Kempinski-Gruppe nach Deutschland. Zu seinen beruflichen Stationen gehören die University of Buckingham (Studium European Business Management), das Berliner Intercontinental-Hotel, das Tagungszentrum Axica am Pariser Platz in Berlin (Geschäftsführer) und selbstständige Beratungs- und Projektarbeit in der Agentur- und Kongresswirtschaft.

 

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