Konstanz Nachhaltig und bewusst: Ein gutes Leben kann Spaß machen – der Aktionstag Energiewelten in Konstanz hat es gezeigt

Von Solarbootfahren bis zur solidarischen Landwirtschaft, vom coolen e-Roller bis zum Tauschring – über all das konnten sich Besucher im Bodenseeforum informieren. Die, die da waren, fanden das Angebot richtig gut.

Jeder kann einen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten, und zwar mit Ressourcen schonendem Umgang und bewusstem und nachhaltigem Handeln. Praktische Tipps für den Alltag, zukunftsweisende Technologien und wichtige Informationen zu den globalen Nachhaltigkeitszielen erhielten die Besucher am Sonntag beim Aktionstag "Energiewelten" im Bodenseeforum. Und selbst wenn der Besuch zahlenmäßig wohl hinter dem zurückblieb, was sich die Veranstalter erhofft hatten – diejenigen, die die Angebote an den Messeständen wahrnahmen, das Bastelprogramm nutzten oder einen der vielen Vorträge anhörten, gingen mit neuem Wissen wieder nach Hause. Gut angenommen waren die Rundfahrten mit der Solarfähre, die einen Vorgeschmack auf mögliche Elektro-Wasserbusse auf dem Seerhein gaben.

<strong>Entwicklung durch Technik:</strong> "Ingenieure ohne Grenzen – das Thema treibt mich um", sagte Erwin Lenz. Wasserknappheit ist in vielen Ländern bereits ein Problem, das sich zunehmend verschärfen wird. "Das ist ein Punkt, wo die Welt wieder einmal seelenruhig zusieht, dito beim Klimawandel", bemängelt Lenz. Der Einsatz von Solarstrom in Entwicklungsländern wäre eine Möglichkeit für die Hilfe zur Selbsthilfe, dann würde auch massive Waldrodungen vermindert, regte Ursel Stahnke-Bohnhardt an. Sie war von der Solar-Vespa angetan, die während des Aktionstages vorgestellt wurde. Für beide ist nach eigenem Bekunden nachhaltiges Handeln und ein Ressourcen schonender Umgang selbstverständlich, trotzdem "gehen wir jetzt nachdenklich nach Hause", so Erwin Lenz.
Entwicklung durch Technik: "Ingenieure ohne Grenzen – das Thema treibt mich um", sagte Erwin Lenz. Wasserknappheit ist in vielen Ländern bereits ein Problem, das sich zunehmend verschärfen wird. "Das ist ein Punkt, wo die Welt wieder einmal seelenruhig zusieht, dito beim Klimawandel", bemängelt Lenz. Der Einsatz von Solarstrom in Entwicklungsländern wäre eine Möglichkeit für die Hilfe zur Selbsthilfe, dann würde auch massive Waldrodungen vermindert, regte Ursel Stahnke-Bohnhardt an. Sie war von der Solar-Vespa angetan, die während des Aktionstages vorgestellt wurde. Für beide ist nach eigenem Bekunden nachhaltiges Handeln und ein Ressourcen schonender Umgang selbstverständlich, trotzdem "gehen wir jetzt nachdenklich nach Hause", so Erwin Lenz. | Bild: Aurelia Scherrer

"Wir wollten alle verschiedenen Bausteine zu den brennenden Themen Energie und Nachhaltigkeit zusammenführen und haben versucht, entsprechende Aussteller zu finden, die neben Informationen auch Aktionen bieten, um die Thematik verdaulicher zu machen", erklärte Monika Sarkadi vom veranstaltenden International Solar Energy Center (ISC) Konstanz. Der Aktionstag vereinte verschiedene Ziele. Zum einen sollten die Besucher – ob Kinder und Erwachsene – für einen nachhaltigen Umgang der Ressourcen sensibilisiert werden und praktische Tipps für den Alltag bekommen. Das "spielerische Erfahren", stand ganz bewusst im Vordergrund, ohne jeglichen erhobenen Zeigefinger. Dass dieses Konzept aufging, bewiesen viele aktive und interessierte Besucher an den Ständen im Bodenseeforum.

<strong>Teilen statt wegwerfen:</strong> Über die Food-Sharing-Gruppe wurde Rebekka Garreis aus Konstanz auf den Aktionstag aufmerksam. Sie achtet schon längst auf den "nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln", die sie vorzugsweise lokal holt, beispielsweise auf dem Wochenmarkt. Warum sie zu den Energiewelten ging? "Es ist immer wieder gut, sich die Sache bewusst zu machen", findet sie. Sich mit ernsten Themen auseinandersetzen, geht auch mit Spaß-Faktor. "Wir spielen gerade Memory", so Garreis. Auf spielerische Weise wurde dabei der CO<sub>2</sub>-Ausstoß unter die Lupe genommen, wobei unter anderem die immensen Transportwege von Bananen deutlich gemacht wurden. "Ich bin nicht immer konsequent. Man kann immer etwas verbessern", findet Rebekka Garreis.
Teilen statt wegwerfen: Über die Food-Sharing-Gruppe wurde Rebekka Garreis aus Konstanz auf den Aktionstag aufmerksam. Sie achtet schon längst auf den "nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln", die sie vorzugsweise lokal holt, beispielsweise auf dem Wochenmarkt. Warum sie zu den Energiewelten ging? "Es ist immer wieder gut, sich die Sache bewusst zu machen", findet sie. Sich mit ernsten Themen auseinandersetzen, geht auch mit Spaß-Faktor. "Wir spielen gerade Memory", so Garreis. Auf spielerische Weise wurde dabei der CO2-Ausstoß unter die Lupe genommen, wobei unter anderem die immensen Transportwege von Bananen deutlich gemacht wurden. "Ich bin nicht immer konsequent. Man kann immer etwas verbessern", findet Rebekka Garreis. | Bild: Aurelia Scherrer

Wichtig waren für die Veranstalter aber auch die Gespräche der einzelnen Akteure untereinander, wie sie ISC-Vorstandvorsitzender Kristian Peter am Nachmittag sagte. "Wir wollen die Aussteller aus Wirtschaft, kommune und Zivilgesellschaft – untereinander vernetzen, damit sie sich zusammentun. Große strukturelle Veränderungen kann man nur durch den Zusammenhalt erwirken", ergänzte dazu Monika Sarkadi. Ob und in welchem Format der Aktionstag "Energiewelten" eine Wiederholung erfahren wird, steht noch nicht fest. Sicher ist nur: "Das Netzwerk wollen wir fortführen", sagte Monika Sarkadi. Auch Kristian Peter erklärte, man denke über eine Weiterführung des Aktionstages nach. Allerdings sei der Aufwand groß, wenn so viele Partner eingebunden seien.

<strong>An anderere denken:</strong> Daniel Fahr hat sich während des Aktionstages auch mit dem Umgang von Lebensmitteln auseinandergesetzt. "Wir werfen kaum Lebensmittel weg. Es gibt genug Menschen, die nichts zum Essen haben", sagte der 14-Jährige. Das heißt: Nur so viel einkaufen, wie man verbraucht. Der Aktionstag gefiel dem Schüler gut, "denn es gibt ganz tolle Sachen, die man machen kann – auch für Kinder", wertete Daniel Fahr. Nachdenklich meinte er: "In 30 Jahren wollen die Leute auch leben und frische Luft haben. Und deshalb müssen wir in unserem Leben etwas ändern." Daran will der Schüler selbst weiterarbeiten: "Ich werde versuchen, noch weniger Energie zu verbrauchen, noch öfter mit dem Rad zu fahren, statt mit dem Auto mitzufahren, und meinen Teller leer essen."
An anderere denken: Daniel Fahr hat sich während des Aktionstages auch mit dem Umgang von Lebensmitteln auseinandergesetzt. "Wir werfen kaum Lebensmittel weg. Es gibt genug Menschen, die nichts zum Essen haben", sagte der 14-Jährige. Das heißt: Nur so viel einkaufen, wie man verbraucht. Der Aktionstag gefiel dem Schüler gut, "denn es gibt ganz tolle Sachen, die man machen kann – auch für Kinder", wertete Daniel Fahr. Nachdenklich meinte er: "In 30 Jahren wollen die Leute auch leben und frische Luft haben. Und deshalb müssen wir in unserem Leben etwas ändern." Daran will der Schüler selbst weiterarbeiten: "Ich werde versuchen, noch weniger Energie zu verbrauchen, noch öfter mit dem Rad zu fahren, statt mit dem Auto mitzufahren, und meinen Teller leer essen." | Bild: Aurelia Scherrer

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