Überall konnte man sie sehen am Samstag zwischen 16 und 17 Uhr. Männer und Frauen, Kinder und Senioren, Sportler und Stubenhocker. Und alle hatten sie plötzlich nur noch ein Ziel: ins Trockene, in den Windschatten, in Sicherheit. Als das Unwetter vom Wochenende mit voller Kraft über Konstanz hereinbrach und fatalerweise dort am stärksten tobte, wo die meisten Menschen versammelt waren (zum Beispiel am Hörnle, im Herosé, beim Zirkus auf Klein Vendig oder auf vielen Sportplätzen) rettete sich wer konnte. Doch ein paar mutige Menschen gingen dort hin, wo alle anderen flüchteten – die Mitglieder der Konstanzer Feuerwehr.

130 Einsätze innerhalb weniger Stunden, alle Löschbereiche alarmiert, draußen bis um ein Uhr nachts und dann vor dem Feierabend noch – weil niemand weiß, wann der nächste Alarm runtergeht – das Bereitmachen von Fahrzeugen und Gerät: Die Konstanzer Feuerwehrleute haben in einer schwierigen Situation Großes geleistet. Und als die Bürger schon wieder aufatmeten, ging für sie am Sonntag die Arbeit weiter. Immer neue Meldungen von vollgelaufenen Kellern und anderen Schäden hatten sie abzuarbeiten. Das hat allen Respekt verdient: Vielen Dank, Freiwillige Feuerwehr Konstanz!

Doch vom Dankeschön allein kann sich die Feuerwehr nichts kaufen. Politische Unterstützung gab es erst neulich, als der Gemeinderat mehr als drei Millionen Euro für die Sanierung der Wache in der Steinstraße lockermachte. Doch die Feuerwehr arbeitsfähig zu halten, ist nicht nur der Auftrag an "die da oben". Jeder einzelne kann dazu beitragen. Zum Beispiel, indem er in seinem Umfeld die Information teilt, dass die Konstanzer Feuerwehr weitere Ehrenamtliche sucht und auch die Jugendarbeit weiter ausbaut. Wer sich dort engagiert, tut viel für sein Gemeinwesen – und damit das alles ohne Risiko für Leib und Leben abläuft, gibt es eine sehr gute Ausbildung.

Schließlich lehrt das Unwetter-Wochenende noch etwas anderes. Ohne eine breite Aufstellung mit dutzenden schnell verfügbaren Freiwilligen lässt sich eine Einsatz-Serie wie die vom Samstagabend nicht abarbeiten. Bei allen Diskussionen darüber, dass Konstanz vielleicht irgendwann eine Berufsfeuerwehr bekommt, sollte nie vergessen werden: Das Prinzip Ehrenamt und Freiwilligkeit verleiht der Feuerwehr die Schlagkraft in der Breite.